Die Trolle vom Karlsruher Grat (13.07.2016)

03.07.2025

Eine Sage aus Ottenhöfen

Tief im Herzen des Schwarzwaldes, wo die alten Fichten den Himmel zu berühren scheinen und die Granitfelsen des Karlsruher Grats wie versteinerte Riesen aus dem Erdreich ragen, lebte einst ein Geschlecht von Trollen. Sie waren nicht die plumpen, dummen Wesen, wie sie in manchen Kindergeschichten beschrieben werden, sondern uralte, mit der Natur verwachsene Kreaturen. Ihre Haut war so rau wie die Rinde der Bäume, ihre Haare verfilzt wie Moos und ihre Augen glühten wie die Glut eines erloschenen Feuers – mal sanftmütig, mal von einem schelmischen Funkeln erfüllt.

Diese Trolle des Grats waren die stillen Wächter des Waldes. Sie kannten jeden Quell, jede Höhle, jeden Pfad, den nur das Wild betrat. Ihre Stimmen waren das tiefe Grollen des Donners, wenn ein Sturm aufzog, oder das leise Knistern des Laubes, wenn der Herbstwind durch die Kronen strich. Sie waren die Hüter der verborgenen Schätze der Erde – der glitzernden Quarzkristalle, die in den Felsspalten schlummerten, und der seltenen Kräuter, die nur im Schatten der ältesten Bäume gediehen.