Einsicht

Existenzlyrik · Reflexionsgedicht · Innere Wandlung

Ein Gedicht über Sehnsucht, Einsamkeit und die langsame Erkenntnis, dass Veränderung nicht in einer anderen Welt, sondern im eigenen Blick auf das Leben beginnt.

© Gerd Groß 29.10.2003


"Einsicht" ist ein poetisches Gedicht von Gerd Groß über innere Zerrissenheit, Hoffnung und den Wandel der eigenen Wahrnehmung. Es beschreibt den Weg von Angst und Sehnsucht hin zur Erkenntnis, dass trotz aller Dunkelheit die Möglichkeit bleibt, das Leben neu zu betrachten. 



📖 Gedicht


Aus der Erinnerung in mir,
hör' ich Lieder wie von dir,
Sehnsucht strebt zum Firmament,
Angst ist in sein'm Element.

 
Dumpfe Kirchenglocken schlag'n,
spür die Kälte an mir nag'n,
auch die Einsamkeit erkennt,
welch' Verlangen in mir brennt.

 
Von Schmerzen weggespült,
verloren in Sklaverei,
im Trugbild Unendlichkeit,
hab' ich in mir Furcht gefühlt.

 
Tiefe Hoffnung aus mir keimt,
denk' ich nur an diese Welt,
wird das Leben doch erhellt,
wenn die Sonn' am Tag erscheint.

 
Schau hinauf zum Himmelszelt,
ruf Gott, den, der mir gefällt,
will ihn loben und nicht klag'n,
hat mich viel zu lang ertrag'n.

 
Und ich schreie in die Welt,
dass sie mir nicht mehr gefällt,
will 'ne bessere erleb'n,
doch wird's keine and're geb'n.


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