Die drei Wünsche vom Bergele

Die Loffenauer Wächter-Legende

© 08.10.2025 Gerd Groß 


🧭 Die Wanderung als Erzählraum

Diese Sage folgt einer realen Wanderroute.
Jede Station der Wanderung entspricht einem Kapitel der Geschichte.

Der Weg ist damit nicht nur Kulisse, sondern Teil der Handlung.

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In Loffenau, dem gemütlichen Fachwerkdorf, das wie ein Schatz im Schwarzwald liegt, gibt es einen besonderen Ort: das Bergele. Von dort blickt man über die roten Dächer der Häuser bis hinauf zur geheimnisvollen Teufelsmühle.

Auf dem Bergele steht ein uralter Ahornbaum. Die Loffenauer sagen, dieser Baum ist der Wächter des besten Ausblicks.

Eines sonnigen Herbsttages klettern die Geschwister Lina (12) und Max (8) zum Bergele hinauf.

"Huch, schau mal, Lina!" flüstert Max. Hoch im Baum hängt ein kleines, dunkles Holzkästchen. Vorsichtig öffnet Lina es. Darin liegt ein Stück altes Papier. Sie liest:

"Wer das Bergele ehrt, dem seien drei Wünsche gegeben. Doch sei gewarnt! Wer aus Gier wünscht, dem dreht sich der Zauber um. Der Wächter des Baumes wacht!"

Die Probe des Wächters

"Drei Wünsche! Ich wünsche mir eine riesige Burg aus Gummibärchen!", ruft Max.

Kaum sagt er das, knistert die Rinde des Ahornbaumes laut und hört sich an, als würde alter Stein splittern. Ein Gesicht scheint in der Rinde aufzuleuchten. "Halt ein, Kind! Denkt zuerst ans Dorf!", knurrt es im Blätterdach.

Max fragt trotzig: "Aber wenn der Wächter so stark ist, warum hat er dann keine Nase?"

Der Baum knarzte empört und schüttelte seine Äste.

Lina wünscht sich schnell ihre rote Lieblingssocke.

BUMM!

Ein grüner, fauliger Rauch steigt aus dem Kästchen. Er riecht nach altem Moos. Als der Rauch verschwindet, liegen fünf dicke, zappelnde Regenwürmer vor ihnen.

Max springt zurück. "Iiiiih! Würmer! Die kann man nicht essen!"

Lina schiebt die Würmer ins Laub. "Das ist die Strafe für Eigennutz. Wir legen sie zurück. Die Erde braucht sie."

Die wahren Wünsche

Lina blickt über die Dächer. Nun sehen beide Geschwister mit großem Respekt auf das kleine Kästchen. "Ich wünsche mir," sagt Lina, "dass alle Menschen, die auf dem Bergele stehen und zur Teufelsmühle schauen, Zuversicht und Klarheit spüren, damit sie im Leben immer den richtigen Weg finden."

Der Ahornbaum seufzt sanft und nickt. Ein warmes, goldenes Licht legt sich wie ein Schal über die Fachwerkhäuser. Alle, die vom Bergele schauen, fühlen sich sofort mutiger und stärker.

Jetzt ist Max dran. Er denkt an die Freude.

"Ich wünsche mir," ruft Max, "dass das Lachen der Kinder von Loffenau so ansteckend ist, dass es Freude wie eine Welle durchs ganze Dorf schickt!"

Sofort stimmen alle Vögel ringsum wie in einem großen Chor in das Kinderlachen ein. Das Lachen hallt von den umliegenden Bergen zurück, und sogar die Bäche gluckern fröhlicher. Die Fachwerkhäuser strahlen heller.

Das ewige Zwinkern

Das Kästchen ist leer. Als sie sich umdrehen, knistert die Rinde des Baumes noch einmal, genau wie am Anfang. Das Gesicht des Wächters tritt hervor. Seine Augen funkeln jetzt wie Harztropfen im Sonnenlicht. Er sieht die Kinder an, und ganz langsam zwinkert er ihnen einmal zu, bevor er im Holz verschwindet.

Von diesem Tag an bewahren Lina und Max ihr Geheimnis. Aber wenn du heute auf dem Bergele stehst, lausche genau. Wenn du ein leises Knistert in der Rinde hörst und dir die Sonne im Gesicht liegt, dann weißt du: Der Wächter des Bergeles hat dich bemerkt.


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[Loffenau und Nordschwarzwald] bildet die reale Grundlage dieser Wanderung.
Die Sage ist eine narrative Verdichtung des Weges selbst.