Der stille Alarm

Kein Ton erklingt, doch vibriert es sacht,
Ein kleiner Bote, der mich um den Schlaf gebracht.
Ich blick' auf das Display, das blaue Licht,
Ein Tweet, ein Like, mehr ist es nicht. 

Die Welt da draußen, sie rast so schnell, 
Mein Kopf wird schwer, meine Augen hell.
Gefangen im Netz, gefangen im Stream,
Ein digitaler Schaum, oder ein böser Traum. 

Das echte Leben, wo ist es hin?
Ich find's nicht mehr, es macht keinen Sinn.

© Gerd Groß 22.05.2018


Der stille Alarm – Gedicht über digitale Abhängigkeit

 Das Gedicht "Der stille Alarm" von Gerd Groß beschreibt eindringlich die unterschwellige Wirkung digitaler Reize im Alltag. Ohne Lautstärke, aber mit stetiger Präsenz beeinflussen Benachrichtigungen, soziale Medien und digitale Inhalte das Denken und Fühlen. In klaren Bildern zeichnet der Text das Spannungsfeld zwischen virtueller Welt und realem Leben und stellt die Frage nach dem Verlust von Achtsamkeit und echter Erfahrung.