Nirgendwo, das in ihm wohnte

Freie Lyrik · Selbstfindung · Existenz & Bewusstsein
(Ein Poem in freier Lyrik) 

© Gerd Groß 29.05.2026 


Ein poetischer Vers über den Weg eines Menschen aus innerer Verlorenheit zurück zu sich selbst. Zwischen Stille, Einsamkeit und Hoffnung entsteht eine leise Heimkehr ins Leben. 


📖 Gedicht 


Er verschwand,

nicht laut,

sondern wie ein Wort,

das im Atem hängen bleibt.

Das Nirgendwo

war kein Ort,

sondern ein Zustand,

ein Raum ohne Echo.

Dort suchte er sich

in Gedanken,

in Gier,

in Einsamkeit,

in Hoffnung —

und fand nur Schatten.

Bis eine Stimme

aus ihm selbst

flüsterte:

Ich bin noch da.

Da begann er zu fragen,

und im Fragen

bewegte er sich zurück

ins Leben.

Er schrieb wieder,

nicht über die Welt,

sondern aus ihr.

Und als er hinausging,

war die Welt dieselbe —

doch er war es nicht.

Ein Satz auf einem Blatt

fand ihn:

Du bist nicht der Einzige, der sich sucht.

Er sah die Menschen,

sah ihre Tränen,

ihr Lachen,

ihr Ringen —

und erkannte sich darin.

Die Worte kehrten zurück,

setzten sich in ihm

wie Vögel auf einen Ast.

Er ging.

Nicht um sich zu suchen,

sondern um sich zu erleben.

Und das

war genug.


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