Das leere Blatt


Ein leeres Blatt, so weiß und rein,
Kann Fluch und Segen zugleich sein. 
Für den Dichter, ein Ruf nach Wort,
Für den Denker, ein freier Ort. 

Wer nichts wagt, der bleibt stumm,
Wer dichtet, dem wächst's Herz krumm.
Und wer denkt, dem fällt ein Licht, 

Oder aber – er erliegt dem nicht.

© Gerd Groß 12.08.2012



Das leere Blatt

Das Epigramm "Das leere Blatt" von Gerd Groß verdichtet die Ambivalenz kreativen Schaffens in wenigen Zeilen. Zwischen Möglichkeit und Scheitern, Inspiration und Leere zeigt sich das weiße Blatt als Spiegel des Denkens. Die reduzierte Form entspricht der klassischen Struktur eines Epigramms: kurz, prägnant und bedeutungsoffen.