Welche Liebe ist die, die eine wahre Liebe ist?

Philosophischer Prosatext · Liebe · Sehnsucht & Vergänglichkeit


Ein nachdenklicher Essay über die vielen Formen der Liebe und die Frage, ob wahre Liebe überhaupt für die Ewigkeit bestimmt ist.

© Gerd Groß 01.05.2001


"Welche Liebe ist die" ist ein philosophischer und introspektiver Prosatext von Gerd Groß über die unterschiedlichen Gesichter der Liebe. Zwischen Zweifel, Hoffnung und melancholischer Reflexion stellt der Text die zentrale Frage, was wahre Liebe eigentlich bedeutet — und ob sie dauerhaft bestehen kann. 


📖 Prosatext 


Welche Liebe ist die, die eine wahre Liebe ist?:Ist sie nur ein vorübergehendes Gefühl. Ja, ein Gefühl, das mit der Zeit stirbt. Kann eine Liebe überhaupt sterben, oder lässt man sie sterben. Vielleicht stirbt einfach jede Liebe mit der Zeit. Vielleicht ist Liebe einfach nicht für eine Ewigkeit gemacht.


Wahrscheinlich aber gibt es viele Arten von Liebe. Die Liebe, die man Eltern und Kindern entgegenbringt. Sie stirbt nie. Nur in manchen Abschnitten des Lebens empfindet man sie weniger. Sie ruht dann, um in bestimmten Augenblicken wieder neu zu entflammen. Diese Liebe ist eine Liebe die dem Sein und dem inneren Ich mitgegeben wird. Sie kann man nicht zerstören und auch nicht vergessen. Diese Liebe gehört zu sich selbst. Sie ist wie man selbst, man kann sie nicht verdrängen und sie auch nicht vergessen. Dies würde bedeuten, sich selbst vergessen zu wollen.


Was ist aber mit der anderen Liebe? Ich meine jene Liebe, die nicht mit dem eigenen Ich verbunden ist. Diese Liebe zu definieren, erscheint mir sehr schwer. Wo setzt man Trennungen und Unterschiede? Ja, wo fängt diese Liebe an, eine wahre Liebe zu werden?
Es sind nicht alle Gefühle, die man einem anderen Menschen gegenüber empfindet. Liebe ist ein Sammelbegriff für alle menschlichen Gefühle. Von sexueller Anziehung bis hin zur Nächstenliebe.


Liebe ist das Gegenteil von Hass. Hass tötet auf Dauer das Sein des Menschen. Liebe entfaltet, ja mobilisiert den Menschen. Hass und Liebe liegen dicht beieinander. Oft merken es die Menschen gar nicht, dass aus ihrer Liebe Hass geworden ist. Liebe und Hass haben etwas gemeinsam, man kann nicht ohne sie, aber auch oft nicht mit ihnen leben. Liebe ist das Bemühen, eine geliebte Person glücklich zu machen. Ohne sich in diesem Bemühen eigener Interessen bewusst zu sein.


Aber welche Liebe macht einen selbst glücklich? Gibt es überhaupt eine Liebe, die glücklich macht? Bedeutet Liebe nicht immer nur Schmerz, Kummer und letzten Endes noch mehr Einsamkeit.
Viele Fragen, auf die wohl niemand eine Antwort hat?!?


💭 Interpretation & Bedeutung 

Dieser philosophische Prosatext von Gerd Groß setzt sich auf nachdenkliche Weise mit dem Wesen der Liebe auseinander. Der Text stellt keine festen Antworten bereit, sondern entfaltet eine Folge existenzieller Fragen über Vergänglichkeit, Sehnsucht und emotionale Verbundenheit.

Im Mittelpunkt steht die Unterscheidung zwischen verschiedenen Formen der Liebe.

Die familiäre Liebe — etwa zwischen Eltern und Kindern — erscheint als etwas Tiefverwurzeltes und Unzerstörbares. Sie wird als Teil der eigenen Identität beschrieben, die auch in schwierigen Lebensphasen bestehen bleibt.

Demgegenüber steht die romantische Liebe, die wesentlich fragiler wirkt. Der Erzähler hinterfragt, ob diese Form der Liebe überhaupt dauerhaft bestehen kann oder ob sie zwangsläufig mit der Zeit vergeht.

Besonders eindrucksvoll ist die Gegenüberstellung von Liebe und Hass. Beide Gefühle werden als eng miteinander verbunden dargestellt: Liebe kann Menschen entfalten und beleben, während Hass das innere Wesen zerstört. Gleichzeitig zeigt der Text, wie schnell Liebe in Hass umschlagen kann, ohne dass Menschen es bemerken.

Die Definition von Liebe als selbstloses Bemühen um das Glück eines anderen Menschen bildet einen zentralen philosophischen Gedanken des Textes. Dennoch bleibt die Frage offen, ob Liebe den Liebenden selbst überhaupt glücklich machen kann.

Gerade diese Offenheit verleiht dem Text seine emotionale und gedankliche Tiefe. Er lädt den Leser dazu ein, eigene Erfahrungen und Vorstellungen von Liebe zu hinterfragen und sich mit den Widersprüchen menschlicher Gefühle auseinanderzusetzen.


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