Schatten an der Wand
Atmosphärische Lyrik · Schattenpoesie · Innenwelt-Gedicht
Ein Gedicht über Wahrnehmung, innere Projektionen und die fragile Grenze zwischen Realität und Gefühl.
"Schatten an der Wand" ist ein poetisches Werk von Gerd Groß, das sich mit inneren Bildern, Wahrnehmung und emotionalen Spiegelungen beschäftigt. Die Schatten werden dabei zur Metapher für Gedanken, Erinnerungen und unbewusste seelische Bewegungen.
📖 Gedicht
Von einer Kerze magischen Schimmer,
ein Schatten geworfen an meine Wand,
dein Bild entsteht im gleißend'n Glimmer
vom kalten Hauch geführt durch Windes Hand.
Den Tränen nahe, erahne ich dich,
höre die Worte, die du zu mir sprichst:
"Von den Engeln verlass'n, ergeb' ich mich
dem einzig'n Gott, den du versinnbildlichst".
Du hast mich verlassen, bin nun allein,
dem Wahnsinn ergeben, will nicht ohne dich sein.
Der Schmerz ist geblieben von deinem Schwur,
mich nie zu verlassen - ist Makulatur.
Ergreife den Schatten an meiner Wand,
das Bild, das ich liebte, einfach verschwand.
Wo ist es, dein Leben, das uns einst verband?
Der Schnitter, er hat dich, er hat dich erkannt.
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