🕵️ Das letzte Echo der Murg - Akt 7

📖 Zum Lesen der Geschichte

Die Geschichte ist als Krimirundgang angelegt.
"…" kennzeichnet den gesprochenen Text von Gerd Groß.
[…] kennzeichnet Petras gesprochene Worte.
(…) enthält Regie- und Handlungshinweise, die während der Aufführung nicht gesprochen werden.

Die Geschichte kann unabhängig vom Rundgang gelesen werden. Wer die Ermittlungen selbst nachvollziehen möchte, sollte auf die wiederkehrenden Hinweise, Aussagen und Indizien achten.


(Standort: Murgufer an der Murginsel)

(Funktion: Die Ermittlungen erreichen den eigentlichen Wendepunkt. Die Gruppe rekonstruiert den letzten bekannten Moment von Ahrens. Reuter wird erstmals durch seine eigene Aussage belastbar verdächtig. Gleichzeitig bleibt offen, ob Ahrens tatsächlich tot ist. Der Vertrag wird nun erstmals mit der persönlichen Gefahr für einen möglichen Täter verbunden.)


(Du gehst mit Petra und der Gruppe ans Murgufer. Dort bleibst du stehen.)

"Hier."

(Du schaust auf die Murg.)

"Hier müssen wir jetzt aufpassen."

"Denn bis zu diesem Punkt haben wir vieles vermutet."

"Jetzt müssen wir anfangen, unsere Vermutungen zu überprüfen."

(Kurze Pause.)

"Wir wissen:

Ahrens kam nach Gernsbach."

"Er traf Hartmann."

"Danach ging er weiter."

"Er kam hierher."

"Und dann verschwand er."

(Du schaust zu Petra.)

"Haben wir etwas vergessen?"

(Petra schüttelt den Kopf.)

["Nein."]

"Dann sind wir jetzt genau dort, wo wir sein müssen."


Der letzte bekannte Abschnitt

"Wir wissen nicht, wann Ahrens genau hier ankam."

"Aber wir wissen, dass er jemanden erwartet hat."

"Und wir wissen inzwischen auch, dass er nicht einfach spazieren gehen wollte."

"Er wollte herausfinden, wer auf seine Information reagiert."

(Pause.)

"Er hat also einen Köder ausgelegt."

"Und jemand hat angebissen."


Noch einmal der Satz von Ahrens

"Was damals verborgen wurde, kann heute nicht mehr verborgen bleiben."

(Du lässt den Satz einen Moment stehen.)

"Dieser Satz war kein zufälliger Brief."

"Ahrens wollte, dass jemand nervös wird."

"Und er hatte Erfolg."

(Petra nickt.)

["Denn sonst wären wir nicht hier."]


Wer konnte von Ahrens' Plan wissen?

"Hartmann wusste, dass Ahrens in Gernsbach war."

"Clara wusste es ebenfalls."

"Reuter wusste es."

"Aber das allein reicht nicht."

"Wir müssen genauer werden."

(Du schaust in die Runde.)

"Wer wusste, dass Ahrens hierher kommen würde?"

(Pause.)

"Das ist etwas anderes."


Eine kleine Erinnerung

"Und jetzt denken wir an unseren bisherigen Weg zurück."

"Wir haben auf der Brücke gesagt:

Wenn jemand Ahrens hier erwartet hat, musste er wissen, dass Ahrens diesen Weg nehmen würde."

"Das bedeutet:

Diese Person musste entweder Ahrens' Plan kennen."

"Oder sie musste ihm gefolgt sein."

(Petra nickt.)

["Richtig."]

"Und genau hier wird Reuter interessant."


Die Aussage

"Wir erinnern uns an Reuters Aussage."

(Du wiederholst sie bewusst langsam.)

"Ahrens habe den Nachmittag allein verbracht."

"Damals klang das harmlos."

"Jetzt nicht mehr."

(Pause.)

"Denn überlegen wir einmal."

"Wenn Reuter Ahrens nicht gesehen hat, kann er nicht wissen, ob Ahrens allein war."

"Er könnte vermuten."

"Er könnte sagen: Ich glaube, Ahrens war allein."

"Aber er hat es nicht so gesagt."

"Er hat behauptet, es zu wissen."


Petra prüft die Logik

(Du schaust Petra an.)

"Das ist doch der Punkt, oder?"

(Petra nickt.)

["Ja."]

"Dann wiederholen wir es noch einmal, damit wir später nicht durcheinanderkommen."

"Hartmann hatte ein Motiv."

"Clara wusste von Ahrens' Rückkehr."

"Reuter wusste von der alten Geschichte."

"Aber Reuter behauptet außerdem, zu wissen, dass Ahrens den Nachmittag allein verbracht hat."

(Pause.)

"Und genau diese letzte Information macht den Unterschied."


Aber noch keine Verhaftung

"Trotzdem."

"Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, zu schnell zu sein."

"Reuter könnte gelogen haben."

"Vielleicht hat ihm jemand etwas erzählt."

"Vielleicht hat er nur geraten."

"Vielleicht steckt etwas ganz anderes dahinter."

(Petra nickt zustimmend.)

["Genau."]

"Ein Verdacht ist noch kein Beweis."


Ein neuer Gedanke

"Aber stellen wir uns jetzt eine andere Frage."

"Warum sollte Reuter überhaupt lügen?"

"Warum sollte ein Mann, der angeblich mit dem Verschwinden von Ahrens nichts zu tun hat, eine solche Aussage machen?"

(Pause.)

"Was könnte er damit erreichen?"

(Die Gruppe kurz überlegen lassen.)

Mögliche Antworten aufnehmen.

"Er will einen bestimmten Ablauf festlegen."

"Er will verhindern, dass jemand anderes als Zeuge ins Spiel kommt."

"Er will den Verdacht von sich weglenken."

"Oder er weiß tatsächlich mehr."

(Du nickst.)

"Genau."


Der Vertrag rückt wieder ins Zentrum

"Und jetzt dürfen wir etwas nicht vergessen."

"Reuter kannte die Vorgänge von damals."

"Er hatte Zugang zu den alten Unterlagen."

"Er wusste vom Vertrag."

"Und dieser Vertrag ist plötzlich wieder aufgetaucht."

(Pause.)

"Solange der Vertrag verschwunden war, war die Vergangenheit vor allem eine Geschichte."

"Jetzt könnte sie ein Beweis sein."

(Petra schaut dich an.)

["Und wenn der Vertrag beweisen kann, was damals wirklich geschehen ist, dann kann das für jemanden heute gefährlich werden."]

"So ist es."

"Und deshalb müssen wir irgendwann eine ganz andere Frage stellen."

(Kurze Pause.)

"Nicht nur:

Warum lügt Reuter?"

"Sondern:

Was müsste Reuter befürchten, wenn Ahrens den Vertrag tatsächlich öffentlich macht?"

(Petra schaut dich an.)

["Das wissen wir noch nicht."]

"Nein."

["Aber jetzt wissen wir wenigstens, wonach wir suchen müssen."]


Der entscheidende Perspektivwechsel

"Und jetzt machen wir etwas, das wir bei einem Kriminalfall immer tun sollten."

"Wir drehen die Geschichte einmal um."

"Bisher haben wir gefragt:

Was ist mit Ahrens geschehen?"

(Pause.)

"Jetzt fragen wir:

Was wollte jemand, dass wir glauben, was mit Ahrens geschehen ist?"

(Petra schaut dich an.)

(Du:)

"Das ist ein großer Unterschied."


Der vermeintliche Mord

"Vielleicht ist Ahrens tot."

"Vielleicht wurde er hier angegriffen."

"Vielleicht ist er in die Murg gestürzt."

"Vielleicht wurde er fortgeschafft."

"Wir wissen es nicht."

(Pause.)

"Aber eines wissen wir:

Jemand profitiert davon, wenn wir glauben, dass Ahrens tot ist."

(Petra nickt langsam.)


Petra bringt den entscheidenden Zweifel

(Petra schaut dich an und schüttelt den Kopf.)

(Du:)

"Du glaubst immer noch nicht, dass wir einen Toten suchen."

(Petra nickt.)

"Warum?"

(Petra blickt zurück in Richtung der Insel und dann auf den Weg, den ihr gekommen seid.)

(Du denkst nach.)

"Ja."

(Pause.)

"Natürlich."

"Ahrens hat den ganzen Nachmittag damit verbracht, Menschen zu beobachten."

"Er hat Informationen gestreut."

"Er wollte herausfinden, wer darauf reagiert."

"Warum sollte ausgerechnet er selbst nicht mit einem solchen Schritt gerechnet haben?"


Die Möglichkeit

"Dann stellen wir eine Möglichkeit in den Raum."

(Du sprichst jetzt bewusst etwas langsamer.)

"Was, wenn Ahrens sein eigenes Verschwinden geplant hat?"

(Pause.)

(Petra nickt.)

["Das wäre zumindest möglich."]

"Nicht als Flucht."

"Nicht, weil er Angst hatte."

"Sondern als Falle."


(Die Gruppe beginnt umzudenken)

"Dann würde plötzlich vieles anders aussehen."

"Ahrens kommt nach Gernsbach."

"Er kündigt an, dass eine alte Wahrheit ans Licht kommt."

"Er beobachtet, wer reagiert."

"Er verschwindet."

"Und jemand glaubt, er habe Erfolg gehabt."

(Du schaust zu Petra.)

"Nur einer von uns könnte dann wirklich wissen, was danach passiert ist."

(Petra schaut dich an.)


Aber wer?

"Und genau hier stehen wir vor dem schwierigsten Punkt des Falles."

"Wir haben mittlerweile einen sehr starken Verdacht."

"Aber noch keine Gewissheit."

"Denn wir brauchen etwas, das den Verdacht gegen Reuter wirklich trägt."

(Pause.)

"Wir brauchen einen Fehler."

"Nicht irgendeinen Fehler."

"Einen Fehler in seiner Geschichte."


Der Fehler liegt in der Zeit

"Und den finden wir nicht hier am Wasser."

"Wir finden ihn in dem, was Reuter über den Ablauf erzählt hat."

(Du schaust Petra an.)

"Wir müssen uns noch einmal genau erinnern."

(Petra nickt.)

["Was hat Reuter gesagt?"]

(Pause.)

"Er wusste, dass Ahrens den Nachmittag allein verbracht hatte."

"Aber er konnte das nur wissen, wenn er entweder dabei war …"

(Pause.)

"… oder wenn ihm jemand davon erzählt hat."

"Und wir wissen bereits:

Ahrens wollte niemandem verraten, was er wirklich vorhatte."


Der letzte Schritt vor der Auflösung

"Damit haben wir jetzt einen Verdacht."

"Aber wir haben noch eine offene Frage."

"Was geschah tatsächlich nach dem Sturz?"

"Hat Reuter Ahrens getötet?"

"Hat er nur geglaubt, ihn getötet zu haben?"

"Oder steckt dahinter etwas ganz anderes?"

(Du blickst über die Murg.)

"Die Antwort liegt nicht mehr in der Vergangenheit."

"Sie liegt in dem, was an diesem Tag hier geschehen ist."


(Übergang)

(Du wendest dich zu Petra.)

"Ich glaube, wir müssen den Fall jetzt noch einmal von vorne aufrollen."

(Petra nickt.)

["Ja."]

"Aber diesmal nicht als Geschichte."

"Sondern als Beweiskette."

(Du schaust zur Gruppe.)

"Unsere nächste Station ist die Rückkehr zum Kurpark."

"Dort setzen wir alle Aussagen noch einmal zusammen."

"Und diesmal suchen wir nicht nach einem Verdächtigen."

"Wir suchen nach dem Widerspruch, der uns zum Täter führt."

(Du gehst mit Petra und der Gruppe zurück in Richtung Kurpark.)


(Dramaturgischer Kern dieser Station: Der Vertrag wird jetzt unmittelbar mit der möglichen Gefährdung des späteren Täters verbunden, ohne dessen Schuld offenzulegen. Die Gruppe erkennt: Ahrens besitzt möglicherweise einen Beweis, der nicht nur eine alte Geschichte erzählt, sondern aktuelle Konsequenzen haben kann. Reuter kennt den Vertrag, hatte Zugang zu den Unterlagen und macht eine Aussage über Ahrens' Nachmittag, deren Herkunft fragwürdig ist. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit bestehen, dass Ahrens sein Verschwinden als Falle geplant hat. Die Gruppe wird noch nicht aufgelöst, sondern auf die gemeinsame Beweissichtung im Kurpark vorbereitet.)


🕵️ Das letzte Echo der Murg

Ein Kriminalfall in Gernsbach
Eine literarische Spurensuche zwischen Kurpark, Murginsel und Vergangenheit

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📖 Akt 1: Der Brief

Ein Mann kommt nach Gernsbach. Ein alter Vertrag taucht wieder auf – und ein rätselhafter Brief setzt die Ermittlungen in Gang.

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📖 Akt 2: Der Felsenweg

Friedrich Ahrens hat Gernsbach nicht verlassen, wie zunächst angenommen. Die erste Spur führt vom Treffen mit Hartmann auf einen ungewöhnlichen Weg.

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📖 Akt 3: Der Clemm'sche Garten

Die Ermittler stoßen auf die Vergangenheit. Ein Vertrag aus dem Jahr 1921, eine fragwürdige Unterschrift und vier Menschen, die mehr wissen, als sie sagen.

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📖 Akt 4: Der Kurpark

Ahrens hat einen Plan. Er macht die Wiederkehr des alten Vertrages bewusst bekannt und wartet darauf, wer darauf reagiert.

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📖 Akt 5: Die Ebersteinbrücke

Der Blick verändert die Ermittlungen. Wer konnte Ahrens folgen? Wer wusste, wohin er gehen würde? Und wer könnte bereits auf ihn gewartet haben?

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📖 Akt 6: Die Murginsel

Der Fall verdichtet sich. Der Vertrag wird zur Bedrohung – und Paul Reuter gerät erstmals ernsthaft in den Mittelpunkt der Ermittlungen.

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📖 Akt 7: Das Murgufer

Ahrens ist verschwunden. Eine Aussage von Reuter wirft neue Fragen auf. Was weiß er – und woher konnte er es wissen?

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📖 Akt 8: Die Beweissichtung

Jetzt übernimmt die Ermittlergruppe. Die bisher gesammelten Indizien werden zusammengeführt, bewertet und zu einer Beweiskette verbunden.

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🕵️ Der Fall ist gelöst

Doch bevor der Rundgang endet, wartet noch eine letzte Überraschung.

Friedrich Ahrens ist nicht tot.

Und damit schließt sich der Kreis.

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