🥾 Zu Fuß über die Alpen Bozen Verona 23: Levico – Carbonare 

✨ Wo Wege Geschichten erzählen

Literarischer Einstieg

Von Levico hinauf auf die Alpe Cimbra verändert sich die Landschaft Schritt für Schritt. Die Stadt bleibt zurück, der Weg steigt in die Berge und führt schließlich durch die enge Val Scura.

Dort wird aus dem Wanderweg ein technisch anspruchsvoller Abschnitt. Dreizehn Leitern, ausgesetzte Stellen, Tritthilfen und Drahtseile begleiten den Aufstieg durch die Schlucht. Mehrfach muss der Wildbach überquert werden.

Doch diese Etappe erzählt noch eine zweite Geschichte. Auf der Alpe Cimbra begegnet man einer Landschaft, in der die Spuren des Ersten Weltkriegs bis heute sichtbar sind. Bei Virti erinnert eine ehemalige österreichische Kommandostelle daran, dass diese Berge vor gut hundert Jahren nicht dem Wandern dienten, sondern Teil einer Front waren.

Für mich begann diese Etappe allerdings mit einer ganz anderen Erfahrung: Der anspruchsvolle Weg durch die Val Scura war zu dieser Zeit gesperrt. Ich musste deshalb zunächst auf der Straße nach oben – und bekam dabei unerwartete Hilfe.


📋 Tourensteckbrief

  • 🥾 Etappe: Levico – Carbonare
  • 🏔️ Schwierigkeit: T4 – schwer
  • 📏 Strecke: 19,1 km
  • ⏱️ Dauer: 6:35 h
  • ⬆️ Aufstieg: 1.056 hm
  • ⬇️ Abstieg: 450 hm
  • ⛰️ Höchster Punkt: 1.347 m
  • 🌄 Tiefster Punkt: 437 m
  • 🥾 Etappentour: Von A nach B
  • 🚌 Erreichbarkeit: mit Bahn und Bus erreichbar
  • 🌄 Charakter: aussichtsreich, familienfreundlich
  • 🏛️ Besonderheiten: kulturell / historisch, geologische Highlights, Flora und Fauna
  • 🥾 Technischer Schwerpunkt: Val Scura mit 13 Leitern, ausgesetzten Passagen und Drahtseilsicherungen

🥾 Eigenschaften der Wanderung

  • 🏙️ Start in Levico Terme – die Etappe beginnt in der Stadt und führt unmittelbar in die Berglandschaft.
  • 🧗 Val Scura – technisch anspruchsvoller Abschnitt mit 13 Leitern, Tritthilfen und Drahtseilsicherungen.
  • 🌊 Wildbachquerungen – mehrere Querungen erfolgen über Steine und nicht über Brücken.
  • ⚠️ T4-Anforderung – Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind für die anspruchsvolle Variante erforderlich.
  • 🔀 Umgehungsmöglichkeit – der T4-Abschnitt kann vollständig umgangen werden.
  • 🌲 Wald und Hochfläche – nach der Val Scura wird die Landschaft ruhiger und offener.
  • 🏛️ Erster Weltkrieg – bei Virti sind militärische Spuren der österreichisch-ungarischen Front erhalten.
  • 📏 19,1 Kilometer – eine vergleichsweise kurze, aber technisch und konditionell anspruchsvolle Etappe.
  • 🏔️ Alpe Cimbra – das Etappenziel liegt auf der Hochfläche oberhalb des Valsugana.

🌿 Die Etappe auf einen Blick

Von Levico Terme führt der Weg zunächst hinauf zur Val Scura. Der enge und technisch anspruchsvolle Schluchtabschnitt bildet den Höhepunkt der ersten Hälfte der Etappe.

Nach Monterovere verändert sich der Charakter. Waldwege, offene Flächen und kleinere Siedlungen bestimmen den weiteren Weg über die Alpe Cimbra. Über Slaghenaufi, Bertoldi, Stengheli und Virti wird schließlich Carbonare erreicht.

Die Etappe verbindet damit einen technisch anspruchsvollen alpinen Wegabschnitt mit einer ruhigeren Wanderung über die Hochfläche.


🏞️ Charakter der Wanderung

Die Etappe zeigt zwei sehr unterschiedliche Gesichter.

Als ich 2019 unterwegs war, musste ich wegen der damaligen Wegverhältnisse weiträumig ausweichen. Dieser Umweg entstand nicht aus einer bewussten Routenplanung, sondern aus der Notwendigkeit, überhaupt einen begehbaren Weg zu finden. Im Nachhinein betrachtet war dieser ungeplante Verlauf jedoch ein Glücksfall.

Bei meinem späteren Wiederkommen folgte ich dem inzwischen wieder begehbaren E5. Dabei führte der Weg durch zahlreiche Dörfer und Städte. Ich sage es ganz ehrlich: Für mich war dieser Abschnitt schrecklich. Der Charakter der Wanderung veränderte sich grundlegend. Statt der ruhigen und unmittelbaren Landschaftserfahrung bestimmten Siedlungen, Straßen und bebaute Bereiche immer wieder das Bild.

Den zufälligen Umweg von 2019 kann ich deshalb heute sogar empfehlen. Er war zwar aus der damaligen Situation heraus entstanden und keineswegs geplant, vermittelte mir aber ein wesentlich ursprünglicheres Wandererlebnis als der heutige Verlauf des E5.

Gerade darin liegt eine Besonderheit dieser Etappe: Ein Weg muss nicht immer deshalb besser sein, weil er offiziell festgelegt und ausgeschildert ist. Manchmal führt ein ungeplanter Umweg zu einer Erfahrung, die man freiwillig nicht gewählt hätte – und an die man sich gerade deshalb besonders gern erinnert.


🗺️ Karte und Tourenverlauf

Die heutige Etappe führt von Levico Terme durch die Val Scura und über Monterovere auf die Alpe Cimbra. Über die Umgebung der ehemaligen Malga Laghetto, Slaghenaufi, Bertoldi, Stengheli und Virti geht es weiter bis nach Carbonare.

Levico Terme → Val Scura → 13 Leitern → Monterovere → Malga Laghetto → Slaghenaufi → Bertoldi → Stengheli → Virti → Carbonare

Die Val Scura ist der technisch anspruchsvollste Abschnitt. Die aktuelle Wegführung bietet jedoch eine Möglichkeit, diesen T4-Abschnitt zu umgehen.


🥾 Einordnung des Weges

Die Etappe bildet den Übergang vom Valsugana auf die Alpe Cimbra.

Nach den hochalpinen Landschaften des Lagorai führt die Alpenüberquerung damit in einen neuen Landschaftsraum. Die großen Höhen des Vortages werden nicht mehr erreicht, dafür gewinnt die technische Schwierigkeit im Bereich der Val Scura an Bedeutung.

Die Etappe ist mit T4 – schwer eingestuft. Diese Schwierigkeit konzentriert sich vor allem auf den Abschnitt durch die Val Scura.


🧗‍♂️ Der Weg in Etappen

Die Alpenüberquerung von Bozen nach Verona verlässt mit dieser Etappe zunehmend den Lagorai und erreicht die Alpe Cimbra.

Levico → Val Scura → Monterovere → Alpe Cimbra → Carbonare

Von Carbonare führt die weitere Route anschließend in Richtung der westlichen Hochflächen und der nächsten alpinen Abschnitte.


🧭 Die Wanderung

Als ich Levico verließ, wusste ich bereits, dass ich nicht durch die Val Scura gehen konnte. Der dortige Klettersteig war zu dieser Zeit gesperrt. Doch damit war das Problem dieser Etappe noch lange nicht gelöst.

Auch der E5, an dem sich die heutige Wegführung orientiert, war damals teilweise nicht mehr vorhanden oder nicht begehbar. Die Folgen der schweren Unwetter waren noch deutlich zu spüren. Muren hatten Teile des Weges zerstört, Bäume lagen quer über der Strecke und manche Abschnitte waren schlicht verschwunden.

Es war also nicht damit getan, einen umgestürzten Baum zu übersteigen und weiterzugehen. Wo der Weg durch Murenabgänge zerstört oder durch größere Hindernisse versperrt war, musste weiträumig ausgewichen und ein neuer gangbarer Weg gesucht werden.

Die Wegführung, der ich damals folgte, war deshalb nicht irgendeine improvisierte Variante. Sie entsprach der Empfehlung der örtlichen Tourismusinformation. Dort hatte man Kenntnis davon, welche Wege nach den Schäden noch begehbar waren und welche Bereiche umgangen werden mussten.

Für mich bedeutete das: Ich musste mich von dem Gedanken lösen, einfach dem bekannten E5 zu folgen. Der Weg, der auf der Karte eingezeichnet war, und der Weg, der tatsächlich vor mir lag, waren nicht immer dasselbe.

Da der direkte Weg durch die Val Scura ebenfalls nicht möglich war, blieb mir zunächst die Straße nach oben.

Und dann geschah etwas, das mir bis heute in Erinnerung geblieben ist: Zwei Autos hielten an und boten mir an, mich mitzunehmen.

Für mich war das ein ausgesprochen freundlicher Akt. Zwei Menschen, die mich nicht kannten, sahen einen Wanderer an der Straße und halfen ihm einfach weiter. Solche Begegnungen gehören für mich ebenfalls zu einer langen Wanderung. Sie stehen in keinem Tourenführer und lassen sich nicht planen.

Ein Jahr später war ich nochmals vor Ort. Diesmal war die Val Scura wieder begehbar und ich konnte den Klettersteig selbst erleben.

Ich hatte ihn mir schwieriger vorgestellt, als er tatsächlich war. Die 13 Leitern, die ausgesetzten Stellen und die gesicherten Passagen sind durchaus anspruchsvoll, aber mit der richtigen Ausrüstung und der notwendigen Erfahrung gut zu bewältigen.

Gerade diese zweite Erfahrung machte mir nochmals deutlich, wie unterschiedlich ein Weg aussehen kann, je nachdem, wann man ihn begeht.

Heute lässt sich eine Route mit GPS präzise verfolgen. Damals musste ich mich an den Informationen orientieren, die vor Ort verfügbar waren, Hindernisse erkennen, Umwege finden und immer wieder neu entscheiden, ob ein Abschnitt tatsächlich noch begehbar war.

Und genau deshalb war die Empfehlung der örtlichen Tourismusinformation für mich damals so wichtig. Sie war keine theoretische Routenempfehlung auf einer Karte, sondern eine praktische Auskunft darüber, welcher Weg unter den damaligen Bedingungen überhaupt noch möglich war.


📜 Sagen, Legenden und Geschichten

⚔️ Die Alpe Cimbra – eine Hochfläche im Krieg

Wer heute über die Alpe Cimbra wandert, erlebt eine ruhige Landschaft aus Wald, Wiesen und kleinen Siedlungen. Doch vor etwas mehr als hundert Jahren war diese Hochfläche Teil einer Front, an der Menschen unter völlig anderen Bedingungen leben mussten.

Die österreichisch-ungarischen und italienischen Truppen standen sich in den Bergen gegenüber. Wege, die heute Wanderer benutzen, dienten damals dem Transport von Soldaten, Munition und Versorgungsgütern.

Die militärische Infrastruktur prägte die Landschaft. Straßen und Wege mussten angelegt oder ausgebaut werden, Stellungen wurden befestigt und Kommandoposten eingerichtet.

Bei Virti erinnert die Ruine des ehemaligen österreichischen Kommandos noch heute an diese Zeit.

🥶 Leben zwischen Stellung und Front

Der Erste Weltkrieg bedeutete für die Soldaten in den Bergen nicht nur unmittelbare Gefechte.

Es bedeutete vor allem ein Leben unter Entbehrungen.

Kälte, Schnee, Nässe, Hunger, Krankheit und Einsamkeit gehörten zum Alltag. Die Soldaten mussten ihre Stellungen halten, auch wenn das Wetter jede menschliche Belastungsgrenze überschritt.

Während wir heute bei einer Wanderung entscheiden können, ob wir wegen Regen oder Kälte umkehren, gab es für die Männer an der Front diese Möglichkeit nicht.

Sie mussten bleiben.

Sie mussten warten.

Und sie mussten weiterleben, obwohl um sie herum Menschen starben.

💥 Der Krieg kommt nicht nur von vorne

Der Gebirgskrieg brachte eine besondere Form der Bedrohung mit sich. Der Feind war nicht immer dort, wo man ihn sehen konnte.

Stellungen konnten beschossen werden. Wege konnten unter Feuer liegen. Unterstände konnten zerstört werden. Und an anderen Abschnitten der Alpenfront wurde der Berg selbst zur Waffe, wenn Mineure Stollen unter gegnerische Stellungen trieben und Sprengladungen zur Explosion brachten.

Damit verlor selbst ein vermeintlich sicherer Unterstand seine Sicherheit.

Ein Mensch konnte sich in den Berg zurückziehen und trotzdem nicht wissen, ob der Boden unter seinen Füßen noch existieren würde.

🎖️ Menschen und Befehle

Vielleicht ist dies eine der bedrückendsten Seiten des Ersten Weltkriegs.

Ein Soldat konnte die Gefahr vor sich sehen und trotzdem musste er einen Befehl ausführen.

Ein Offizier konnte einen Angriff befehlen, obwohl die Stellung des Gegners stark befestigt war. Der einzelne Soldat hatte kaum Einfluss darauf, ob dieser Angriff sinnvoll erschien oder nicht.

Die Geschichte des Gebirgskrieges erzählt deshalb nicht nur von militärischen Operationen. Sie erzählt von Menschen, die Befehle ausführen mussten, von Kameraden, die nicht zurückkehrten, von Verwundeten und Kranken und von Familien, die auf Nachrichten warteten.

Die Berge wurden dadurch zu einem Ort, an dem nicht nur Landschaft, sondern auch menschliches Leid zurückblieb.

🥾 Die Spuren sind noch da

Heute führen Wanderwege durch diese Landschaft. Die Natur hat vieles zurückerobert. Wälder wachsen über ehemaligen Stellungen, Wege wirken wieder friedlich und aus manchen militärischen Anlagen sind Ruinen geworden.

Doch die Geschichte ist nicht verschwunden.

Bei Virti liegt sie noch sichtbar im Gelände.

Wer dort vorbeikommt, sollte sich deshalb bewusst machen, dass diese Landschaft einmal von Menschen bewohnt war, die hier nicht freiwillig lebten und nicht freiwillig kämpften.

Wir gehen heute über diese Berge, weil wir es wollen.

Sie waren hier, weil sie mussten.

📜 Geschichten, die weiterleben

Die Geschichte der Alpe Cimbra ist eng mit den Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg verbunden. Gleichzeitig bewahrt die Region ein reiches Erzählgut aus älteren Zeiten – Geschichten über Berge, Wälder, Menschen und die besonderen Orte dieser Landschaft.

Auch auf der Literarischen Galerie haben wir Sagen, Legenden und Geschichten aus den Landschaften gesammelt, durch die unsere Wanderwege führen.

➡️ Sagen, Legenden und Geschichten – Die Literarische Galerie


🌿 Natur und Landschaft

Die Landschaft verändert sich auf dieser Etappe mehrfach.

Von Levico führt der Weg zunächst aus dem Valsugana in die enge und bewaldete Val Scura. Fels, Wasser und dichter Wald bestimmen den technischen Abschnitt.

Mit dem Erreichen von Monterovere öffnet sich die Landschaft. Wälder, Wiesen und offene Flächen prägen die Alpe Cimbra. Die kleinen Siedlungen liegen eingebettet in diese Hochflächenlandschaft.

Der Übergang von der engen Schlucht zur offenen Hochfläche macht den besonderen landschaftlichen Reiz dieser Etappe aus.


📸 Die schönsten Momente der Wanderung

  • 🌊 Val Scura – eine enge, wilde Schlucht, in der der Weg über Leitern, Fels und am Wasser entlangführt. Die 13 Leitern machen diesen Abschnitt zu einem Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst.

  • 🪜 Der Aufstieg durch die Schlucht – Schritt für Schritt gewinnt der Weg an Höhe. Drahtseile, Tritthilfen und der Wildbach unmittelbar neben dem Weg geben diesem Abschnitt seinen besonderen Charakter.

  • 🌲 Der Wechsel der Landschaft – nach der Enge der Val Scura öffnet sich die Landschaft. Waldwege, Lichtungen und die Hochflächen der Alpe Cimbra lassen die Wanderung wieder ruhiger werden.

  • 🏞️ Der ungeplante Weg von 2019 – was damals aus den zerstörten und nicht mehr begehbaren Wegen heraus notwendig wurde, erwies sich später als Glücksfall. Der zufällige Umweg führte durch eine Landschaft, die mir wesentlich mehr gab als der heutige Verlauf durch zahlreiche Siedlungen.

  • 🏚️ Virti und die Spuren des Ersten Weltkriegs – hier wird Geschichte nicht nur erzählt. Ruinen und Relikte erinnern an eine Zeit, in der diese heute so friedliche Landschaft Teil einer Front war.

  • 🌿 Die Alpe Cimbra – offene Flächen, Wälder und kleine Siedlungen wechseln einander ab. Nach dem anspruchsvollen Einstieg verändert sich die Etappe und lässt wieder Raum für Landschaft und Weite.

  • 🥾 Der Weg nach Carbonare – nach den unterschiedlichen Gesichtern dieser Etappe liegt das Ziel schließlich vor uns. Ein Wandertag, der mit einer wilden Schlucht beginnt und mit der ruhigen Landschaft der Alpe Cimbra endet.


🍽️ Einkehrmöglichkeiten, Rastplätze und Übernachtung

Die Etappe besitzt insbesondere im Bereich der Val Scura nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Einkehr. Die Verpflegung sollte deshalb entsprechend geplant werden.

🌿 Rastplätze und Rastmöglichkeiten

Geeignete Möglichkeiten für eine Pause ergeben sich entlang des Weges sowie in den durchquerten Siedlungen.

Im technisch anspruchsvollen Abschnitt der Val Scura sollten keine längeren Rastmöglichkeiten vorausgesetzt werden.

🍽️ Einkehrmöglichkeiten

Für den anspruchsvollen Abschnitt durch die Val Scura ist keine verlässlich aktuelle Einkehrmöglichkeit bekannt.

In den Siedlungen entlang der weiteren Strecke bestehen grundsätzlich Möglichkeiten zur Einkehr; die aktuellen Öffnungszeiten sollten vor Beginn der Etappe geprüft werden.

🛏️ Übernachtung am Etappenziel

Albergo Centrale

Via Petrarca 13
8064 Carbonare di Folgaria (TN), Italien
Tel. +39 351 623 5988


💡 Wissenswertes zur Wanderung

🪜 Die Val Scura

Die Val Scura ist der technisch anspruchsvollste Teil der Etappe. Insgesamt 13 Leitern, Tritthilfen und Drahtseilsicherungen begleiten den Aufstieg durch die Schlucht.

🔀 Die Umgehung

Wer den T4-Abschnitt nicht gehen möchte oder wegen Wetter und Wegverhältnissen nicht gehen kann, kann die Val Scura umgehen. Die Etappe muss deshalb nicht aufgegeben werden.

🏛️ Virti

Bei Virti befindet sich die Ruine des ehemaligen österreichischen Kommandos. Sie gehört zu den sichtbaren historischen Spuren des Ersten Weltkriegs auf der Alpe Cimbra.

🥾 Meine Erfahrung mit der Val Scura

Zum Zeitpunkt meiner ersten Alpenüberquerung war der anspruchsvolle Abschnitt gesperrt. Ein Jahr später konnte ich ihn selbst begehen. Diese beiden Erfahrungen zeigen, dass der tatsächliche Charakter eines Weges immer auch von seinem aktuellen Zustand abhängt.


⚠️ Hinweise zur Tour

Die Etappe ist mit T4 – schwer eingestuft. Die technische Schwierigkeit konzentriert sich auf die Val Scura.

Dort befinden sich 13 Leitern, ausgesetzte Passagen, Tritthilfen und Drahtseilsicherungen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich.

Mehrfach wird der Wildbach über Steine gequert. Bei Regen, Hochwasser oder stark erhöhter Wasserführung kann dieser Abschnitt gefährlich werden.

Die T4-Passage sollte bei solchen Bedingungen nicht begangen werden.

Eine einfachere Umgehung ist möglich.

Da die Route teilweise nicht unmittelbar der E5-Hauptführung folgt, ist eine sichere Orientierung mit GPS oder Wanderkarte erforderlich.

Notruf Italien: 112


🎒 Ausrüstung

🥾 Ausrüstung für die Tagestour

Für die Val Scura ist die Ausrüstung besonders wichtig. Der technische Abschnitt verlangt sichere Schuhe und die Fähigkeit, sich sicher auf Leitern, Tritthilfen und gesicherten Passagen zu bewegen.

  • 🥾 Stabile Wanderschuhe mit gutem Profil
  • 🧗 Handschuhe mit gutem Griff für Leitern und Drahtseilsicherungen können sinnvoll sein
  • 🧥 Wetterschutz – insbesondere bei wechselhaftem Wetter
  • 🧢 Sonnenschutz
  • 💧 Ausreichend Trinkwasser
  • 🥪 Verpflegung
  • 🗺️ GPS oder aktuelle Wanderkarte
  • 🩹 Erste-Hilfe-Ausrüstung
  • 🔋 Mobiltelefon und Powerbank
  • 🦯 Wanderstöcke für die Abschnitte außerhalb der Val Scura

Wichtig: Die technische Passage sollte nur mit der dafür geeigneten Ausrüstung und bei sicheren Bedingungen begangen werden. Eine spezielle Klettersteigausrüstung ist hier nicht automatisch vorauszusetzen; die konkrete Notwendigkeit hängt von den aktuellen Bedingungen und der persönlichen Erfahrung ab.


🎒 Ausrüstung für die Mehrtagestour

  • 🎒 Rucksack
  • 🥾 Wanderschuhe
  • 🧦 Wechselbekleidung
  • 🧥 Wetterschutz
  • 🧤 Wärmeschutz
  • 🧢 Sonnenschutz
  • 💧 Trinksystem
  • 🗺️ Navigation
  • 🔋 Stromversorgung
  • 🩹 Erste-Hilfe-Ausrüstung
  • 🔦 Stirnlampe
  • 🧴 Hygieneartikel
  • 🪪 Dokumente und Zahlungsmittel
  • 🛏️ Persönliche Übernachtungsausrüstung

Etappenspezifische Ergänzung: Für die Etappe Levico – Carbonare sind insbesondere stabile Wanderschuhe, sicherer Halt auf Leitern und gesicherten Passagen, ausreichend Wasser und eine zuverlässige Navigation wichtig. Wer die Val Scura begeht, sollte die dafür erforderliche persönliche Schutzausrüstung entsprechend der aktuellen Wegverhältnisse und der eigenen Erfahrung auswählen.

🧳 Gepäcktransport

Für diese Etappe ist kein organisierter Gepäcktransport Bestandteil der Wanderung.

Das Gepäck muss grundsätzlich selbst mitgeführt oder individuell organisiert werden. Eine entsprechende Lösung sollte vor Beginn der Etappe verbindlich geklärt werden.


🔗 Verbindung

🚌 Anfahrt zum Start

Levico Terme ist mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar und verfügt über eine Bahnverbindung im Valsugana.

Der Ausgangspunkt der Etappe liegt im Ortsbereich von Levico Terme.

🚗 PKW und Parken

Levico Terme ist mit dem PKW erreichbar. Für die Wanderung sollte ein geeigneter öffentlicher Parkplatz im Ortsbereich genutzt werden. Die jeweils geltenden Parkregelungen sind vor Ort zu beachten.

🚆 Rückreise ab Carbonare

Carbonare liegt auf der Alpe Cimbra und ist nicht direkt an das Bahnnetz angeschlossen. Die Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfordert daher eine Verbindung über die umliegenden Orte.

Für eine Etappenwanderung sollte die Rückfahrt bereits vor Beginn der Tour geprüft und entsprechend geplant werden.


⭐ Mein Eindruck

Als ich Levico verließ, wusste ich bereits, dass ich nicht durch den Klettersteig gehen konnte. Er war zu dieser Zeit gesperrt. Also blieb mir nur die Straße nach oben.

Dann hielten tatsächlich zwei Autos an und boten mir an, mich mitzunehmen.

Das war für mich ein ausgesprochen freundlicher Akt. Zwei Menschen, die mich nicht kannten, sahen einen Wanderer an der Straße und wollten einfach weiter helfen. Solche kleinen Begegnungen gehören für mich ebenfalls zu einer langen Wanderung. Sie stehen nicht im Tourenführer und lassen sich auch nicht planen.

Ein Jahr später war ich nochmals vor Ort. Diesmal konnte ich die Val Scura selbst erleben.

Ich hatte mir den Klettersteig schwieriger vorgestellt, als er tatsächlich war. Die 13 Leitern und die gesicherten Passagen sind natürlich anspruchsvoll und verlangen Konzentration. Mit der richtigen Ausrüstung und entsprechender Erfahrung aber war es für mich ein besonderes Erlebnis.

Gerade deshalb würde ich diesen Abschnitt nicht einfach als "schwierig" abstempeln. Entscheidend ist, ob man die Anforderungen kennt, die passende Ausrüstung dabeihat und die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzt.

Manchmal ist ein Weg nicht deshalb schwierig, weil er unmöglich ist. Manchmal fehlt im entscheidenden Moment einfach die Möglichkeit, ihn zu gehen.

Und manchmal wartet an einer Straße jemand, der einen ein Stück des Weges mitnimmt.


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