🥾 Zu Fuß über die Alpen Bozen Verona 22: Rifugio Sette Selle – Levico
✨ Wo Wege Geschichten erzählen
Literarischer Einstieg
Der Lagorai zeigt sich auf dieser Etappe von seiner alpinen Seite. Zwischen Schuttfeldern, steinigen Graten, alten Kriegsspuren und weit geöffneten Berglandschaften führt der Weg über eine Folge von Pässen und Gipfeln, bevor er sich schließlich tief hinunter ins Valsugana nach Levico senkt.
25,6 Kilometer liegen vor uns. Der höchste Punkt wird mit 2.343 Metern erreicht, doch die eigentliche Besonderheit dieser Etappe liegt im Abstieg: 2.854 Höhenmeter müssen bis nach Levico überwunden werden.
Es ist eine Etappe zwischen Einsamkeit und Weite, zwischen hochalpinem Gelände und dem ersten Wiedersehen mit der Zivilisation. Und für mich war sie zugleich der erste Tag, an dem ich meinen Weg wieder ganz allein gehen konnte.
📋 Tourensteckbrief
- 🥾 Etappe: Rifugio Sette Selle – Levico
- 🏔️ Schwierigkeit: T3 – schwer
- 📏 Strecke: 25,6 km
- ⏱️ Dauer: 10:40 h
- ⬆️ Aufstieg: 1.346 hm
- ⬇️ Abstieg: 2.854 hm
- ⛰️ Höchster Punkt: 2.343 m
- 🌄 Tiefster Punkt: 467 m
- 🥾 Etappentour: Von A nach B
- 🚌 Erreichbarkeit: mit Bahn und Bus erreichbar
- 🌄 Charakter: aussichtsreich, Gipfel-Tour, Geheimtipp
- 🏛️ Besonderheiten: kulturell / historisch, geologische Highlights, Flora und Fauna
- 🍽️ Einkehrmöglichkeit: vorhanden
🥾 Eigenschaften der Wanderung
- 🏔️ Alpine Königsetappe – die Route führt über die Höhen des Lagorai und mehrere markante Gipfel und Übergänge.
- 📏 25,6 Kilometer – eine lange Tagesetappe mit 1.346 Höhenmetern im Aufstieg.
- ⬇️ 2.854 Höhenmeter Abstieg – der größte Abstieg der gesamten Tour von Bozen nach Verona.
- ⛰️ Hochgebirge – der höchste Punkt liegt auf 2.343 Metern.
- 🪨 Alpines Gelände – Schuttfelder, steinige Steige und ausgesetzte Passagen bestimmen Teile der Strecke.
- 🧗 Gesicherte Passagen – oberhalb der Sieben Seen befinden sich einzelne ausgesetzte Abschnitte mit Drahtseilsicherungen.
- 🏛️ Geschichte – Schützengräben und militärische Relikte erinnern an den Ersten Weltkrieg.
- 🌄 Panoramen – die offenen Höhen ermöglichen weite Ausblicke über den Lagorai und die umliegenden Täler.
- 🌲 Landschaftswechsel – vom offenen Hochgebirge geht es schließlich durch Wald und über die unteren Hänge nach Levico.
- 🥾 Wegcharakter: überwiegend Pfade und alpine Steige.
🌿 Die Etappe auf einen Blick
Vom Rifugio Sette Selle führt die Etappe zunächst weiter durch die hochalpine Landschaft des Lagorai. Über Schuttfelder und steinige Bergwege werden mehrere Pässe und Gipfel erreicht.
Mit dem Monte Gronlait, Fravort und den weiteren Höhenzügen folgen markante Punkte der Route. Immer wieder erinnern Schützengräben und andere Relikte an die Kämpfe des Ersten Weltkriegs.
Über die Cima Panarotta und den Monte Panarotta beginnt schließlich der lange Abstieg. Unterhalb der Hochlagen verändert sich die Landschaft zunehmend. Aus dem offenen alpinen Gelände wird Wald, bevor mit Levico das Valsugana erreicht wird.
🏞️ Charakter der Wanderung
Die Etappe ist von großen Gegensätzen geprägt.
Am Beginn stehen die hoch gelegenen, offenen Landschaften des Lagorai. Schuttfelder, Felsen und steinige Wege begleiten den Aufstieg und die Höhenwanderung. Die Route führt über mehrere Pässe und Gipfel, wobei sich kurze Gegenanstiege mit längeren Abstiegen abwechseln.
Oberhalb der Sieben Seen wird der Weg stellenweise ausgesetzt. Einzelne Passagen sind mit Drahtseilen gesichert und verlangen Trittsicherheit und alpine Erfahrung.
Besonders auffällig ist der gewaltige Höhenverlust am Ende der Etappe. Mit 2.854 Höhenmetern Abstieg ist dies die abstiegsreichste Etappe der gesamten Wanderung von Bozen nach Verona.
🗺️ Karte und Tourenverlauf
Die Etappe führt vom Rifugio Sette Selle zunächst über den Passo Forcell delle Cornelle und die Höhen um Cima de Cave und Monte del Lago. Über den Passo del Lago und den Passo della Portela geht es zum Monte Gronlait und weiter über Fravort, La Fantanella und La Bassa. Anschließend folgen Cima Panarotta und Monte Panarotta, bevor der lange Abstieg nach Levico beginnt.
Rifugio Sette Selle → Passo Forcell delle Cornelle → Sopra Conella → Cima de Cave → Monte del Lago → Passo del Lago → Passo della Portela → Monte Gronlait → Fravort → La Fantanella → La Bassa → Cima Panarotta → Rigolor → Malga → Cima Storta → Monte Panarotta → Levico
Der Weg verläuft über alpine Steige, Schuttfelder, Pfade und im unteren Bereich zunehmend durch Wald und Siedlungslandschaft.
🥾 Einordnung des Weges
Die Etappe ist Teil der Alpenüberquerung "Zu Fuß über die Alpen – Bozen nach Verona".
Nach dem Aufstieg in die Bergwelt des Lagorai wird auf dieser Etappe nochmals ein großer Teil der Strecke im alpinen Gelände zurückgelegt. Gleichzeitig beginnt mit dem langen Abstieg nach Levico der Übergang aus der Hochgebirgslandschaft in das Valsugana.
Mit 2.343 Metern wird nochmals eine große Höhe erreicht. Der anschließende Abstieg von insgesamt 2.854 Höhenmetern macht die Etappe zu einem besonderen Abschnitt innerhalb der gesamten Alpenüberquerung.
🧗♂️ Der Weg in Etappen
Die Alpenüberquerung von Bozen nach Verona führt über mehrere Landschaftsräume der Südlichen Alpen. Nach Bozen, dem Eggental und dem Cembratal erreicht der Weg mit dem Lagorai eine besonders ursprüngliche alpine Landschaft.
Rifugio Sette Selle → Lagorai → Panarotta → Levico
Von Levico setzt sich die Wanderung anschließend weiter in Richtung Westen und Süden fort.
🧭 Die Wanderung
Nach dem Rifugio Sette Selle war ich endlich allein.
Ich konnte meinen Weg fortsetzen, ohne Einschränkungen und ohne die ewigen Diskussionen über den richtigen Weg. Gerade in einer alpinen Landschaft wie dem Lagorai wurde mir bewusst, wie angenehm es sein kann, Entscheidungen wieder allein treffen zu können.
Der Weg führte durch eine beeindruckende Bergwelt. Schuttfelder, steinige Steige und offene Höhen bestimmten den ersten Teil der Etappe. Immer wieder ging es über Pässe und Gipfel, bevor schließlich der lange Abstieg begann.
Die 2.854 Höhenmeter bergab waren dabei nicht weniger fordernd als der Aufstieg. Nach vielen Stunden auf den Beinen wird jeder zusätzliche Höhenmeter zu einer Belastung für die Muskulatur und die Gelenke.
Gleichzeitig veränderte sich die Landschaft Schritt für Schritt. Die offenen Höhen des Lagorai blieben zurück, Wald und schließlich die Landschaft des Valsugana bestimmten zunehmend das Bild.
Mit Levico erreichte ich schließlich wieder eine ganz andere Welt als am Morgen. Nach der Einsamkeit und Weite der Berge waren Straßen, Häuser und die gewachsene Kulturlandschaft des Valsugana ein deutlicher Kontrast.
📜 Sagen, Legenden und Geschichten
⚔️ Der Lagorai – ein Gebirge im Krieg
Wer heute über den Lagorai wandert, sieht zunächst eine grandiose alpine Landschaft. Fels, Schuttfelder, Gipfel und weite Ausblicke bestimmen das Bild. Doch zwischen Panarotta, Fravort und Gronlait verläuft eine Landschaft, in der sich vor mehr als hundert Jahren eine völlig andere Wirklichkeit abspielte.
Mit dem Eintritt Italiens in den Ersten Weltkrieg im Mai 1915 wurde der Lagorai Teil der Front. Die österreichisch-ungarischen Truppen zogen sich auf den Hauptkamm der Gebirgskette zurück. Von der Panarotta bis zum Passo Rolle entstand eine Verteidigungslinie, deren Spuren bis heute sichtbar sind.
Heute führt der Wanderer über Wege, die teilweise aus jener Zeit stammen. Damals waren sie keine Wanderwege. Sie dienten dazu, Soldaten, Munition, Lebensmittel und Material in die Stellungen zu bringen. Was heute wie eine historische Spur in der Landschaft wirkt, war damals Teil eines riesigen militärischen Versorgungssystems.
🏔️ Leben im Hochgebirge
Der Erste Weltkrieg wurde hier zu einem Kampf gegen den Menschen und zugleich gegen die Natur.
Die Soldaten mussten in Höhenlagen ausharren, in denen Kälte, Schnee und Lawinen eine ständige Bedrohung darstellten. Unterkünfte, Baracken, Stollen und Unterstände mussten gebaut und versorgt werden. Alles, was zum Leben und Kämpfen benötigt wurde, musste über schwieriges Gelände herangeschafft werden.
Die Bedingungen waren nicht mit denen eines heutigen Lebens in den Bergen vergleichbar. Es fehlte an Wärme, Komfort und Sicherheit. Krankheit, Verletzungen, Erschöpfung und Einsamkeit gehörten zum Alltag.
Besonders der Winter zeigte, wie unerbittlich diese Landschaft sein konnte. Im Winter 1916/17 starben an der italienischen Front durch Lawinen mindestens 10.000 Menschen. Der Gebirgskrieg war damit nicht nur ein Kampf zwischen zwei Armeen. Die Berge selbst wurden zu einem tödlichen Gegner.
🕳️ Wenn der Berg selbst zur Waffe wurde
Der Krieg brachte eine weitere Dimension in die Berge: den Minenkrieg.
Statt eine befestigte Stellung nur von außen anzugreifen, wurden Stollen unter den gegnerischen Positionen vorgetrieben. Sprengstoff sollte den Berg unter den Füßen des Gegners zum Einsturz bringen und ganze Stellungen zerstören.
Der Minenkrieg wurde an mehreren Abschnitten der italienischen Front eingesetzt. Am Col di Lana, am Lagazuoi, am Pasubio, am Cimone d'Arsiero und am Colbricon wurden große Mengen Sprengstoff eingesetzt.
Damit wurde selbst der vermeintlich sichere Unterstand unsicher.
Ein Soldat konnte schlafen gehen und musste damit rechnen, dass der Boden unter seiner Stellung am nächsten Morgen nicht mehr existierte. Der Berg, der Schutz bieten sollte, konnte innerhalb weniger Sekunden zur tödlichen Falle werden.
🎖️ Befehl und Tod
Noch bedrückender ist eine andere Seite dieses Krieges.
Der einzelne Soldat hatte kaum Einfluss darauf, welchen Angriff er durchführen musste. Über ihm standen Offiziere, Stäbe und militärische Befehlsstrukturen. Wo heute ein Wanderer einen schwierigen Grat betrachtet und sich fragt, ob er ihn bei schlechtem Wetter überhaupt begehen möchte, konnte damals ein Befehl lauten, genau dieses Gelände anzugreifen.
Der Soldat konnte die Gefahr sehen. Er konnte die gegnerischen Stellungen sehen. Trotzdem musste er den Befehl ausführen.
Auf der Panarotta kam es 1916 zu schweren Kämpfen. Italienische Truppen versuchten, die österreichischen Stellungen zu durchbrechen und damit die Panarotta als wichtigen Teil des Verteidigungssystems zu erreichen. Die Angriffe scheiterten. Bei einem der Gefechte verlor die sogenannte "Compagnia della morte" 146 von 200 Männern.
Wenn wir heute auf solchen Wegen wandern, begegnen uns deshalb nicht nur historische Bauwerke. Wir begegnen einer Entscheidung, die andere Menschen vor mehr als hundert Jahren treffen mussten: weitergehen, obwohl man wusste, dass der nächste Abschnitt tödlich sein konnte.
🥾 Eine andere Bedeutung des Weges
Vielleicht verändert sich dadurch auch der Blick auf eine heutige Alpenüberquerung.
Wir gehen freiwillig.
Wir können umkehren.
Wir können bei schlechtem Wetter eine Hütte aufsuchen, eine Etappe abbrechen oder auf einen anderen Weg ausweichen.
Die Männer, die hier im Ersten Weltkrieg lagen, hatten diese Freiheit nicht.
Sie mussten ausharren, wenn es kalt wurde. Sie mussten weiter, wenn sie erschöpft waren. Sie mussten ihre Kameraden sterben sehen. Und sie mussten Befehle ausführen, auch wenn der Weg vor ihnen kaum einen sicheren Ausgang versprach.
Die Spuren dieser Menschen liegen noch immer auf dem Weg: Schützengräben, Laufgräben, Barackenreste, Stellungen und militärische Wege. Die offizielle Dokumentation der Panarotta beschreibt genau diese Überreste und macht sichtbar, wie dicht das Gebirge damals militärisch erschlossen war.
Wer hier wandert, geht deshalb manchmal buchstäblich über Geschichte.
Und vielleicht ist es gerade das, was diese Etappen so eindringlich macht: Die Landschaft ist wunderschön. Aber unter dieser Schönheit liegt die Erinnerung an Menschen, die hier nicht freiwillig unterwegs waren.
📜 Geschichten, die weiterleben
Die Geschichte des Lagorai endet nicht mit den erhaltenen Schützengräben. Auch die Erinnerungen der Soldaten und der Bevölkerung gehören zu diesem Gebirge.
Die Bevölkerung wurde während des Krieges teilweise evakuiert; Menschen verloren ihre Häuser, ihre vertraute Umgebung und ihre bisherige Lebensweise. Auch davon erzählen die historischen Sammlungen und Dokumentationen zur Region.
Heute sind viele dieser Spuren Teil von Friedenswegen und historischen Wanderwegen. Die Landschaft lädt wieder zum Wandern ein – gerade deshalb sollte man nicht vergessen, was sich hier einst ereignet hat.
Auch auf der Literarischen Galerie haben wir Sagen, Legenden und Geschichten aus den Landschaften gesammelt, durch die unsere Wanderwege führen.
➡️ Sagen, Legenden und Geschichten – Die Literarische Galerie
🌿 Natur und Landschaft
Der Lagorai gehört zu den eindrucksvollen Gebirgslandschaften des Trentino. Auf dieser Etappe zeigt sich die ganze Bandbreite des Gebirges.
In den oberen Bereichen dominieren Fels, Schuttfelder und offene alpine Flächen. Die Höhenzüge ermöglichen weite Ausblicke über die umliegenden Täler und Berggruppen.
Mit zunehmender Tiefe verändert sich die Vegetation. Unterhalb der Hochlagen treten Wald und geschlossene Vegetationsbereiche stärker in den Vordergrund. Schließlich wird aus der alpinen Landschaft die Kulturlandschaft rund um Levico und das Valsugana.
Der starke Höhenunterschied macht diese Veränderung besonders unmittelbar erlebbar.
📸 Die schönsten Momente der Wanderung
- 🏔️ Rifugio Sette Selle – Ausgangspunkt in der alpinen Bergwelt des Lagorai
- 🪨 Schuttfelder und steinige Höhenwege – der alpine Charakter der Etappe
- ⛰️ Monte Gronlait – markanter Gipfel mit weiter Aussicht
- 🏛️ Spuren des Ersten Weltkriegs – Schützengräben und militärische Relikte
- 🌄 Höhenweg über Fravort und Panarotta – offene Berglandschaft und große Fernblicke
- ⬇️ Der lange Abstieg – der Wechsel vom Hochgebirge in das Valsugana
- 🌿 Levico – das Ende einer langen alpinen Etappe
🍽️ Einkehrmöglichkeiten, Rastplätze und Übernachtung
Die Möglichkeiten zur Einkehr sind auf dem alpinen Abschnitt begrenzt. Deshalb sollte die Etappe mit ausreichend Wasser und Verpflegung begonnen werden.
🌿 Rastplätze und Rastmöglichkeiten
Geeignete Möglichkeiten für eine Rast ergeben sich vor allem im Bereich der bewirtschafteten Malga Masi.
Auf dem langen alpinen Höhenabschnitt sollte nicht damit gerechnet werden, in kurzen Abständen bewirtschaftete Rastmöglichkeiten vorzufinden.
🍽️ Einkehrmöglichkeiten
Rifugio Malga Masi
Via del Pian de la Casara
38056 Levico Terme (TN), Italien
Tel. +39 334 187 2368
Die Malga Masi liegt auf etwa 1.713 Metern und bietet traditionelle Trentiner Küche.
🛏️ Übernachtung am Etappenziel
SPRING FAMILY HOTEL
Via Claudia Augusta 33
38056 Levico Terme (TN), Italien
Tel. +39 0461 706193
Das Hotel liegt in Levico Terme und damit am Etappenziel.
💡 Wissenswertes zur Wanderung
🏔️ Der Lagorai
Der Lagorai bildet einen weitgehend ursprünglichen Gebirgsraum im Trentino. Die Etappe führt über mehrere seiner markanten Höhenzüge und Gipfel.
🏛️ Spuren des Ersten Weltkriegs
Entlang des Weges erinnern Schützengräben, Stellungen und weitere Relikte an die Kämpfe des Ersten Weltkriegs. Die heutigen Wanderwege führen damit teilweise durch eine Landschaft, deren Geschichte noch unmittelbar sichtbar ist.
⬇️ 2.854 Höhenmeter bergab
Der außergewöhnlich große Höhenverlust ist eines der charakteristischen Merkmale dieser Etappe. Der Abstieg beginnt bereits während der alpinen Höhenwanderung und setzt sich über die Panarotta bis hinunter nach Levico fort.
🏔️ 2.343 Meter Höhe
Mit 2.343 Metern wird nochmals eine hochalpine Höhe erreicht, bevor der Weg endgültig in tiefere Regionen führt.
⚠️ Hinweise zur Tour
Die Etappe ist mit T3 – schwer eingestuft und führt über alpines Gelände.
Schuttfelder, steinige Steige und ausgesetzte Passagen erfordern Trittsicherheit und alpine Erfahrung. Oberhalb der Sieben Seen befinden sich einzelne ausgesetzte Gratabschnitte, die teilweise mit Drahtseilen gesichert sind.
Bei Nässe, Nebel, Gewitter oder starkem Wind können diese Passagen deutlich schwieriger werden. Auf den offenen Höhenlagen können sich Wetter und Sichtverhältnisse rasch verändern. Besonders bei Nebel ist die Orientierung auf dem Grat erschwert.
Der außergewöhnlich lange Abstieg von 2.854 Höhenmetern darf ebenfalls nicht unterschätzt werden. Die Belastung für Beine und Gelenke ist erheblich.
Die Tour sollte deshalb nur bei geeigneten Wetter- und Wegverhältnissen begangen werden.
Notruf Italien: 112
🎒 Ausrüstung
🥾 Ausrüstung für die Tagestour
Für diese alpine Etappe sind eine sichere und vollständige Wanderausrüstung sowie ausreichend Verpflegung erforderlich.
- 🥾 Stabile, knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil für Schuttfelder und steinige alpine Steige
- 🧥 Wetterschutz für rasche Wetterwechsel im Hochgebirge
- 🧤 Wärmeschutz für die offenen Höhenlagen
- 🧢 Sonnenschutz für die langen, teilweise ungeschützten Höhenabschnitte
- 💧 Ausreichend Trinkwasser, da die Einkehrmöglichkeiten im alpinen Abschnitt begrenzt sind
- 🍫 Ausreichend Verpflegung für den langen Wandertag
- 🗺️ Sichere Navigation für die alpinen Höhenwege
- 🩹 Erste-Hilfe-Ausrüstung
- 🔋 Mobiltelefon und Powerbank
- 🦯 Wanderstöcke können insbesondere beim außergewöhnlich langen Abstieg hilfreich sein
Für die mit Drahtseilen gesicherten Passagen ist keine automatische Klettersteigausrüstung angegeben. Entscheidend sind Trittsicherheit, alpine Erfahrung und die sichere Beherrschung des Geländes.
🎒 Ausrüstung für die Mehrtagestour
- 🎒 Rucksack
- 🥾 Wanderschuhe
- 🧦 Wechselbekleidung
- 🧥 Wetterschutz
- 🧤 Wärmeschutz
- 🧢 Sonnenschutz
- 💧 Trinksystem
- 🗺️ Navigation
- 🔋 Stromversorgung
- 🩹 Erste-Hilfe-Ausrüstung
- 🔦 Stirnlampe
- 🧴 Hygieneartikel
- 🪪 Dokumente und Zahlungsmittel
- 🛏️ Persönliche Übernachtungsausrüstung
Etappenspezifische Ergänzung: Die besonderen Anforderungen dieser Tagesetappe ergeben sich vor allem aus dem alpinen Gelände, den ausgesetzten und teilweise gesicherten Passagen, der Höhe von 2.343 Metern und dem außergewöhnlich langen Abstieg von 2.854 Höhenmetern. Ausreichend Wasser und Verpflegung sollten für den alpinen Abschnitt mitgeführt werden.
🧳 Gepäcktransport
Für diese Etappe ist kein organisierter Gepäcktransport Bestandteil der Wanderung.
Das Gepäck muss grundsätzlich selbst mitgeführt oder individuell organisiert werden. Wegen des alpinen Verlaufs und des abgelegenen Etappenabschnitts sollte eine Gepäcklösung vor Beginn der Wanderung verbindlich geklärt werden.
Eine kurzfristige Organisation während der Etappe ist nicht einzuplanen.
🔗 Verbindung
🚌 Anfahrt zum Startpunkt
Das Rifugio Sette Selle liegt im Val Laner in der alpinen Bergwelt des Lagorai. Die Etappe beginnt direkt am Rifugio.
Die Anreise zum Ausgangspunkt ist deshalb gegenüber einer Etappe mit Start in einem Ort deutlich aufwendiger und muss entsprechend der vorherigen Etappe geplant werden.
🚗 PKW und Parken
Der Ausgangspunkt liegt im alpinen Bereich. Eine Anfahrt mit dem PKW bis unmittelbar zum Rifugio ist nicht als regulärer Bestandteil der Wanderung einzuplanen. Die konkrete Zufahrt und mögliche Parkmöglichkeiten müssen entsprechend der örtlichen Regelungen geprüft werden.
🚆 Rückreise ab Levico
Levico Terme liegt im Valsugana und verfügt über eine Bahnverbindung. Damit besteht nach Abschluss der Etappe eine Verbindung mit dem öffentlichen Verkehr.
Für eine mehrtägige Wanderung empfiehlt sich, die konkrete Verbindung von Levico zum nächsten Übernachtungs- oder Ausgangsort bereits vor Beginn der Etappe zu prüfen.
⭐ Mein Eindruck
Endlich allein.
Dieser Gedanke begleitete mich auf dieser Etappe immer wieder. Zum ersten Mal seit Beginn der Wanderung konnte ich meinen Weg gehen, ohne Einschränkungen, ohne ständige Diskussionen und ohne mich mit der Frage beschäftigen zu müssen, ob mein Begleiter den eingeschlagenen Weg akzeptierte oder nicht.
Der Lagorai bot dafür genau die richtige Kulisse. Die langen Anstiege, die steinigen Höhenwege, die ausgesetzten Passagen und schließlich dieser außergewöhnlich lange Abstieg nach Levico verlangten die ganze Aufmerksamkeit. Aber gerade dadurch wurde der Kopf frei.
Es war ein Tag, an dem mir endgültig klar wurde, dass ich nicht mit jedem Menschen über die Alpen gehen möchte. Die Schwierigkeiten des Weges und die körperlichen Anstrengungen ließen manche Dinge, die während der gemeinsamen Wanderung belastend gewesen waren, in einem anderen Licht erscheinen.
Genau hier entstand bei mir eine These, die ich seitdem nicht mehr vergessen habe:
Wenn du eine Frau heiraten willst, nimm sie vorher mit auf eine Alpenüberquerung. Danach weißt du, ob ihr zusammenpasst oder nicht.
Bei meinen späteren Wanderungen sollte ich genau diese Erfahrung immer wieder machen. Viele Menschen starteten gemeinsam zu einer Alpenüberquerung und kamen am Ende getrennt an. Andere bewältigten die Schwierigkeiten des Weges gemeinsam und erreichten auch gemeinsam ihr Ziel.
Für mich lag darin eine bemerkenswerte Parallele zum Leben. Eine lange Wanderung bringt zwangsläufig Situationen, in denen es anstrengend wird, in denen einer nicht mehr kann oder der Weg schwieriger ist als erwartet. Entscheidend ist dann nicht, dass alles leicht ist. Entscheidend ist, wie man miteinander durch diese Schwierigkeiten geht.
Und auch die Romantik kommt dabei nicht zu kurz. Romantik entsteht nicht erst dann, wenn alles bequem und schön ist. Wenn zwei Menschen sich wirklich lieben, können gerade die gemeinsamen Anstrengungen, das gegenseitige Helfen und das gemeinsam erreichte Ziel zu etwas Verbindendem werden.
Vielleicht war genau das eine der Erkenntnisse, die mir diese Alpenüberquerung mitgegeben hat: Nicht die Leichtigkeit eines gemeinsamen Weges entscheidet darüber, ob zwei Menschen zusammenpassen. Es ist die Frage, ob sie bereit sind, auch die schwierigen Stücke gemeinsam zu gehen.
⭐ Wanderwelten
Ein Weg ist mehr als eine Strecke.
Er verbindet Landschaften, Menschen und Geschichten.
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