⚔️ Zwischen Hoffnung und Kanonen

🏰 Gernsbach 1849 – Der Kampf um die Freiheit

© 24.10.2026 Gerd Groß


Ein historischer Rundgang von Gerd Groß

Eine Stadt zwischen Hoffnung, Angst und Entscheidung. Menschen, die für ihre Überzeugungen eintreten. Und ein Tag, der das Leben vieler Menschen für immer verändert.


🎭 Akt I – Die Stadt vor dem Sturm

Station 1: 🌳 Katz'scher Garten

Die Stadt als Ganzes

Dramaturgische Funktion:
Ankommen. Orientierung. Perspektivwechsel.

Historische Figuren:
Keine.


Leitfrage:
Was ist Gernsbach?


Szene

(Die Zuschauer versammeln sich im Katz'schen Garten. Zeit lassen. Die Gruppe soll zunächst den Ort wahrnehmen. Blick auf die Stadt, die Murg, die Häuser.)

Moderator:
Willkommen in Gernsbach.
Nicht im Gernsbach von heute.

Sondern im Gernsbach des Juni 1849.

Vor wenigen Wochen ist in Baden eine Revolution ausgebrochen. Die großherzogliche Regierung musste Karlsruhe verlassen. Im Norden des Landes marschieren bereits Truppen.

Doch noch sind wir nicht bei den Kämpfen.

Bevor wir von Revolution, Aufstand und Krieg erzählen, müssen wir etwas anderes kennenlernen.

Die Menschen.

(Kurze Pause.)

Petra:
Wenn man einmal die Revolution vergisst ...
Was sehen wir dann eigentlich?

(Pause.)

Gerd:
Eine Stadt.

(Beide blicken auf Gernsbach.)

Petra:
Eine kleine Stadt?

Gerd:
Nicht so klein, wie sie uns heute erscheint.
Hier leben rund zweitausend Menschen.
Man kennt sich.
Man begegnet sich auf der Straße.

Auf dem Markt.

Im Wirtshaus.

In der Kirche.

Wer hier lebt, bleibt selten anonym.

Petra:
Und wovon leben diese Menschen?

Gerd:
Von dem, was ihr dort unten seht.

Von der Murg.

Von Holz.

Von Handel.

Von Handwerk.

Von allem, was Menschen brauchen, um ihren Alltag zu bestreiten.

(Gerd zeigt in Richtung Stadt.)

Gerd:
Dort wohnen Kaufleute.

Handwerker.

Wirte.

Ärzte.

Beamte.

Schiffer.

Familien.

Menschen, die morgens aufstehen, arbeiten, Geschäfte machen, Kinder großziehen und hoffen, dass morgen nicht schlechter wird als heute.

Petra:
So wie überall.

Gerd:
Ja.
Und genau deshalb ist diese Geschichte interessant.
Geschichte beginnt oft an einem ganz gewöhnlichen Tag.

(Pause. Blick auf die Stadt.)

Moderator:
Der Garten, in dem wir stehen, gehört einer wohlhabenden Familie.
Die Familie Katz gehört zur wohlhabenden Welt der Murgschiffer und des Holzhandels.
Auch das gehört zu Gernsbach.
Nicht jeder lebt gleich.
Nicht jeder besitzt gleich viel.
Doch die Stadt ist durch die Murg miteinander verbunden.

Petra:
Wenn man hier steht, wirkt alles ruhig.

Gerd:
Weil es ruhig ist.

Noch.

(Kurze Stille.)

Moderator:
Wenn wir verstehen wollen, was später geschieht, müssen wir zuerst verstehen, was die Menschen zu verlieren haben.

Schauen wir uns an, wie sie leben. Was ihnen wichtig ist. Und was sie zu verlieren haben.

Gehen wir in die Stadt.

(Die Gruppe setzt sich in Bewegung Richtung Murgbrücke.)


Regiebuch-Notiz

Ort: Katz'scher Garten

Thema: Gernsbach als Lebensraum

Historische Information:

  • Der Katz'sche Garten entstand Anfang des 19. Jahrhunderts als Teil des Anwesens der einflussreichen Murgschifferfamilie Katz.

  • Der Privatgarten wurde 1846 durch den Gernsbacher Baumeister Adolf Abel erweitert; dabei entstand das klassizistische Teehaus.

  • Der Garten gehörte zur repräsentativen Lebenswelt der wohlhabenden Murgschiffer.

  • Die Murg und der Holzhandel waren zentrale Grundlagen der wirtschaftlichen Entwicklung Gernsbachs.

  • Gernsbach hatte Mitte des 19. Jahrhunderts rund zweitausend Einwohner.

Emotion:

  • Neugier

  • Ruhe

  • Offenheit

Dramaturgischer Schlussimpuls:

"Gehen wir in die Stadt."


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