🪨 Der Zauberberg vom Immenstein

Eine Sage aus längst vergessener Zeit

Für Leser ab: 10+

© 15.10.2026 Gerd Groß


🧭 Die Wanderung als Erzählraum

Diese Sage folgt einer realen Wanderroute.
Jede Station der Wanderung entspricht einem Kapitel der Geschichte.

Der Weg ist damit nicht nur Kulisse, sondern Teil der Handlung.


📍 Die Örtlichkeit erleben in Bilderwelten

🔗 Hotspot: Affental, Bühl-Hänferdorf, Kloster Maria Hilf, Fatima Kapelle, Kappelwindeck/Bühl und Carl Netter Turm

Ein Hörerlebnis der besonderen Art. Folgen sie den Wegen und erleben die Wanderung neu.


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Diese WanderSage ist Teil von:


📜 Die Sage

🌲 Prolog – Der Berg, der niemals schlief

Es war in einer Zeit, an die sich heute niemand mehr erinnert.

Damals standen die Wälder des Schwarzwalds dichter, als wir sie kennen. Alte Tannen reckten ihre dunklen Kronen in den Himmel, knorrige Wurzeln griffen nach dem feuchten Waldboden, und zwischen Farnen, Moosen und mächtigen Steinen schlängelten sich schmale Pfade durch das Unterholz.

Wer sich weit genug vom Dorf entfernte, konnte stundenlang wandern, ohne einem Menschen zu begegnen. Dann hörte er nur noch den Wind in den Wipfeln, das Knacken eines dürren Astes und manchmal den Ruf eines Vogels, der irgendwo zwischen den Stämmen verborgen blieb.

Über dem kleinen Ort Neusatz erhob sich der Schlosswald.

Und dort, zwischen den Bäumen, ragten mächtige Felsen aus dem Erdreich. Dunkel und verwittert lagen sie übereinander, als hätte eine gewaltige Hand sie vor unvorstellbar langer Zeit aufgetürmt. Ihre zerklüfteten Flanken waren mit Moos überzogen. In schmalen Spalten sammelte sich das Wasser, und wenn der Nebel aus dem Tal heraufzog, verschwanden die unteren Hänge, bis nur noch die höchsten Felsen aus dem weißen Dunst hervorragten.

Dann sah der Berg aus wie eine Insel über einem stillen Meer.

Manche meinten, er gleiche einem schlafenden Riesen. Andere glaubten, zwischen seinen Steinen eine Gestalt zu erkennen, die über das Tal wachte.

Doch die Menschen im Dorf hatten wenig Zeit, sich über solche Dinge Gedanken zu machen. Sie bestellten ihre Felder, versorgten ihr Vieh, schlugen Holz und kümmerten sich um das, was ihnen das Leben abverlangte.

Nur die Alten wurden manchmal still, wenn das Gespräch auf die Felsen kam.

Dann blickten sie hinauf zum Schlosswald und wechselten das Thema.

Denn es gab Geschichten, die man besser nicht bei Einbruch der Dunkelheit erzählte.

Eine davon handelte von den Immenstein-Hexen.

Manche behaupteten, sie seien Frauen, die sich mit den verborgenen Kräften der Natur verbündet hätten. Andere wollten sie bei Nacht zwischen den Felsen gesehen haben, wenn der Mond hinter den Wolken stand und der Nebel die Bäume verschluckte.

Niemand wusste genau, was an diesen Erzählungen wahr war.

Doch selbst die Spötter unter den Dorfbewohnern vermieden es, sich nach Sonnenuntergang allein zum Immenstein aufzumachen.

Denn gelegentlich, so hieß es, sei dort oben ein Summen zu hören.

Nicht das helle, geschäftige Summen eines Bienenstocks an einem warmen Sommertag.

Es war tiefer. Schwerer. Ein kaum wahrnehmbares Schwingen, das aus dem Inneren des Felsens zu kommen schien.

Die meisten hörten nichts davon. Andere glaubten, der Wind spiele ihnen einen Streich.

Und wieder andere behaupteten, der Berg selbst sei nicht tot.

Er schlafe nur.

Seit einer Zeit, die älter war als jede Erinnerung, bewahre er etwas in seinem steinernen Inneren. Etwas, das weder den Menschen noch ihrem Wissen gehörte.

Was es war, wusste niemand.

Bis zu jenem kalten Spätherbstabend, an dem eine junge Frau aus Neusatz bemerkte, dass ihre Bienen verstummten.

Ihr Name war Katharina.

Und sie sollte erfahren, weshalb der Immenstein niemals wirklich schlief.


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🌍 Realwelt trifft Mythos

[Bühl, Bühlertal/ Nordschwarzwald] bildet die reale Grundlage dieser Wanderung.
Die Sage ist eine narrative Verdichtung des Weges selbst.


🧭 Einordnung

Diese Erzählung gehört zur Sammlung der
👉 Sagen & Mythen und Erzählwelten aus dem Schwarzwald


🌐 Kontext

Der Schwarzwald ist nicht nur Landschaft, sondern ein Raum voller Geschichten, die zwischen Realität und Legende existieren.


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