🎨 Gutacher Malerwanderweg – Wo der Schwarzwald zum Bild wurde
✨ Wo Wege Geschichten erzählen
Manchmal führt ein Weg nicht einfach durch eine Landschaft. Man führt durch ein Bild.
Im Gutachtal wurde die Landschaft des Schwarzwaldes für eine Generation von Künstlern zum Motiv: die alten Höfe, die Wiesen an den Hängen, die Menschen bei ihrer Arbeit und die charakteristische Tracht. Was für die Bewohner des Tales Alltag war, wurde für die Maler zu einer Welt voller Bilder.
Mit Wilhelm Hasemann und Curt Liebich kamen Künstler nach Gutach, die den Ort und seine Umgebung auf die Leinwand brachten. Ihre Bilder machten das Gutachtal weit über den Schwarzwald hinaus bekannt und prägten unser Bild von dieser Landschaft bis heute.
Wer heute den Malerwanderweg geht, begegnet deshalb nicht nur schönen Wegen und alten Höfen.
Er wandert durch eine Landschaft, die einst zum Atelier wurde.
🎨 Als Gutach zum Künstlerdorf wurde
Gutach war zunächst einfach ein Schwarzwalddorf – mit seinen Höfen, Wiesen und Menschen, die ihrem täglichen Leben nachgingen.
Das änderte sich, als die Maler kamen.
Wilhelm Hasemann entdeckte Gutach 1880 und fand hier die Motive, die ihn nicht mehr losließen. Curt Liebich folgte 1891. Beide ließen sich dauerhaft im Gutachtal nieder und wurden zu den prägenden Künstlern der später so genannten Gutacher Malerkolonie.
Bald kamen weitere Maler hinzu. Sie fanden hier eine Landschaft, die ihnen etwas bot, das in den Städten längst verloren ging: eine bäuerliche Welt, die noch unmittelbar mit ihrer Umgebung verbunden war.
Die Künstler malten die Höfe, die Landschaft und vor allem die Menschen. Dabei wurde das Alltägliche zum Bildmotiv – und Gutach selbst zu einem Ort, an dem Kunst und Schwarzwälder Leben miteinander verschmolzen.
Aus einem Dorf wurde ein Künstlerort – und aus dem Gutachtal ein Stück gemalter Schwarzwald.
🖌️ Die Landschaft als Atelier
Was die Maler in Gutach fanden, war keine künstliche Kulisse, sondern eine Landschaft, die lebendig war.
Die großen Schwarzwaldhöfe lagen verstreut an den Hängen, Wiesen zogen sich durch das Tal, Menschen arbeiteten auf den Feldern und die Tracht gehörte selbstverständlich zum Alltag.
Für die Künstler wurde genau diese Verbindung von Landschaft, Menschen und bäuerlichem Leben zum besonderen Motiv.
Ein Hof war nicht nur ein Gebäude. Er erzählte vom Leben seiner Bewohner. Ein Weg war nicht nur eine Verbindung zwischen zwei Orten. Er führte durch eine Landschaft, die ihren eigenen Rhythmus hatte.
Die Maler mussten diese Welt nicht erfinden. Sie mussten nur stehen bleiben, schauen und den richtigen Augenblick festhalten.
So wurde das Gutachtal zu einem Atelier unter freiem Himmel.
🚂 Als die Eisenbahn ins Tal kam
Als die Schwarzwaldbahn im 19. Jahrhundert das Gutachtal erreichte, veränderte sich das Leben im Tal. Aus dem abgeschiedenen Schwarzwald wurde ein Ort, der leichter erreichbar war – für Reisende, Händler und auch für Künstler.
Die Eisenbahn brachte Menschen ins Tal, die zuvor nur mit größerem Aufwand hierher gelangt wären. Gleichzeitig öffnete sie den Bewohnern den Weg hinaus in die Welt.
Für Gutach war das mehr als eine neue Verkehrsverbindung. Die Landschaft, die bis dahin vor allem den Menschen des Tales gehörte, wurde nun für immer mehr Besucher sichtbar.
Die Bahn brachte Bewegung in eine Gegend, deren besondere Ruhe gerade viele Menschen faszinierte.
Und so begann neben den Schienen eine zweite Reise: Der Gutacher Schwarzwald trat seinen Weg in die Welt an – nicht nur als Landschaft, sondern auch als Bild.
🏡 Höfe, Tracht und das Bild vom Schwarzwald
Die Künstler fanden in Gutach eine Welt, die für die Menschen des Tales selbstverständlich war. Für die Besucher wurde sie dagegen zunehmend zum Inbegriff des Schwarzwaldes.
Die mächtigen Schwarzwaldhöfe mit ihren weit heruntergezogenen Dächern, die Wiesen und Wälder rund um die verstreuten Häuser und die Gutacher Tracht mit dem roten Bollenhut prägten die Motive der Maler.
Besonders die Tracht wurde durch die Gemälde weit über die Region hinaus bekannt. Was ursprünglich zu bestimmten Anlässen getragen wurde, entwickelte sich in der Vorstellung vieler Menschen zum Symbol für den gesamten Schwarzwald.
So entstand nach und nach ein Bild dieser Landschaft, das bis heute wirkt.
Manches davon ist Wirklichkeit, manches ist Erinnerung – und vieles beginnt mit einem Gemälde.
🚶 Der Weg – auf den Spuren der Maler
Heute führt der Gutacher Malerwanderweg durch jene Landschaft, die einst vor den Staffeleien der Künstler lag.
Von der Bushaltestelle Gutach geht es hinaus aus dem Ort und hinein in die Landschaft des Gutachtals. Der Weg führt vorbei an Höfen, Wiesen und Waldstücken und öffnet immer wieder den Blick auf die typische Schwarzwaldlandschaft.
Unterwegs erinnern 14 Stationen mit Bildern und Informationen an die Künstler und ihre Motive. Sie machen sichtbar, was den Malern einst ins Auge fiel – und laden dazu ein, die Landschaft mit einem etwas anderen Blick zu betrachten.
Dabei ist der Weg selbst Teil der Geschichte.
Denn zwischen den Höfen, über Wiesen und entlang der alten Wege lässt sich erahnen, warum gerade hier so viele Künstler ihr Motiv fanden.
Man wandert nicht durch eine Ausstellung – man wandert durch das Original.
🏛️ Orte, die Geschichten bewahren
Entlang des Weges begegnen uns Orte, an denen die Geschichte Gutachs besonders greifbar wird.
Das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof bewahrt eine bäuerliche Welt, wie sie auch die Maler in ihren Bildern festhielten. Alte Höfe, Werkstätten und Gärten zeigen, wie eng das Leben früher mit Landschaft und Jahreszeiten verbunden war.
Auch die Linde gehört zur Geschichte Gutachs. Das traditionsreiche Gasthaus war über lange Zeit ein Teil des Dorflebens und steht damit für jene Orte, an denen Menschen zusammenkamen, bevor Gutach zum bekannten Künstlerdorf wurde. Heute wird das Gebäude anders gesehen, es ist nicht mehr der Mittelpunkt – seine Geschichte gehört dennoch zum Ortsbild.
Viele Spuren der Malerkolonie liegen dabei nicht in großen Bauwerken. Sie finden sich zwischen Höfen, Wegen und Landschaft – oft dort, wo einst ein Künstler seine Staffelei aufstellte.
Die Geschichte des Malerdorfes liegt deshalb nicht an einem einzigen Ort. Sie verteilt sich über das ganze Tal.
🎨 Die Bilder, die geblieben sind
Die Maler haben Gutach nicht nur auf Leinwand festgehalten. Sie haben mit ihren Bildern auch ein Bild vom Schwarzwald selbst geprägt.
Höfe mit tiefen Dächern, Frauen in Tracht, weite Wiesen und die bewaldeten Hänge wurden zu Motiven, die bald weit über das Gutachtal hinaus bekannt waren.
Besonders der Bollenhut wurde durch die Schwarzwaldmalerei zum Symbol der Region. Ursprünglich gehörte er zur Tracht der evangelischen Frauen in Gutach und den benachbarten Orten. Die Farbe der Bollen hatte dabei eine besondere Bedeutung: Rot trugen die unverheirateten Mädchen, schwarze Bollen die verheirateten Frauen.
Damit war der Bollenhut nicht nur Bestandteil der Kleidung. Er verriet auch den Familienstand seiner Trägerin – und spielte damit gewissermaßen eine kleine Rolle auf dem damaligen Heiratsmarkt.
Viele der dargestellten Orte haben sich verändert. Manche Höfe stehen noch, andere Bilder erinnern an eine Welt, die so nicht mehr existiert.
Gerade darin liegt der besondere Wert dieser Gemälde: Sie bewahren nicht nur einen Augenblick – sie bewahren ein Stück Gutach, das sonst unwiederbringlich verloren wäre.
📚 Literarische Verbindungen
Der Gutacher Malerwanderweg erzählt keine Sage und führt auch nicht durch eine Landschaft, zu der wir bereits eigene Hörspiele in der Literarischen Galerie haben.
Seine literarische Verbindung entsteht auf andere Weise: durch die Menschen, Bilder und Geschichten, die mit diesem Weg verbunden sind.
Wilhelm Hasemann und Curt Liebich haben Gutach nicht nur gemalt. Sie haben mit ihren Bildern eine Sicht auf den Schwarzwald geschaffen, die bis heute nachwirkt. Ihre Werke sind damit selbst zu einer Art erzählender Quelle geworden.
Wer den Weg heute geht, kann diese Verbindung unmittelbar erleben: Die Bilder erzählen von einer vergangenen Welt – und die Landschaft steht noch immer vor unseren Augen.
Weitere literarische Wege, Geschichten und Projekte der Literarischen Galerie findest du hier:
➡️ Die Literarische Galerie – Literatur, Geschichten und Wege
Nicht jede Landschaft braucht eine Sage. Manchmal reicht ein Bild, um eine Geschichte zu bewahren.
🖼️ Wenn aus Landschaft Kunst wird
Wer heute durch Gutach wandert, kann sich den Bildern der Maler auf eine besondere Weise nähern.
Da ist der Hof am Hang, das offene Wiesental oder der dunkle Waldrand. Vielleicht ist es nur ein kurzer Augenblick, ein bestimmtes Licht oder die Bewegung eines Menschen auf dem Weg – und plötzlich erkennt man, warum dieser Ort einst Künstler anzog.
Die 14 Stationen des Malerwanderweges helfen dabei, diesen Blick zu schärfen. Sie zeigen Werke und Motive und verbinden das Bild mit dem Ort, an dem es entstanden ist oder den es darstellt.
So entsteht ein stiller Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Das Gemälde zeigt, was der Künstler sah. Der Weg gibt uns die Möglichkeit, selbst hinzusehen.
🖼️ Die 14 Stationen des Malerwanderweges
Der Rundweg verbindet die Geschichte der Gutacher Malerkolonie mit den Orten, an denen sie bis heute sichtbar geblieben ist. 14 Stationen führen durch Dorf, Landschaft und Ortsgeschichte – von den ersten Malern bis zu den Spuren, die sie hinterlassen haben.
🎨 1. Kunstmuseum Hasemann-Liebich
Im Herzen Gutachs beginnt der Weg dort, wo die Werke von Wilhelm Hasemann und Curt Liebich bis heute bewundert werden können.
🏡 2. Ehemaliges Hotel Linde
Die ehemalige Linde war ein wichtiger Treffpunkt der Gutacher Malerkolonie und gehört damit zur Geschichte jenes Dorfes, das einst Künstler aus ganz Deutschland anzog.
🌳 3. Gutacher Obstbaumpfad
Zwischen Obstbäumen wird sichtbar, wie eng die bäuerliche Kulturlandschaft mit dem Leben der Menschen verbunden war – und damit auch mit den Motiven der Maler.
🚂 4. Entstehung Gutachs
Vor der Bahnunterführung erzählt eine Informationstafel von der Entwicklung des Ortes und davon, wie aus der kleinen Schwarzwaldgemeinde das bekannte Gutach wurde.
🏡 5. Rommelehof
Am Rommelehof geht es um Hofbesitz und Anerbrecht – und damit um eine Besonderheit, die über Jahrhunderte das Erscheinungsbild der Schwarzwaldhöfe geprägt hat.
🚂 6. Die Schwarzwaldbahn
Direkt an den Gleisen erinnert die Station an die Eisenbahn, die das Gutachtal mit der Welt verband und damit auch den Weg für Besucher und Künstler öffnete.
🍽️ 7. Gasthaus Löwen
Der Löwen war zur Zeit der Gutacher Malerkolonie einer der wichtigsten Treffpunkte im Dorf. Besonders zur traditionellen Gutacher Kilbi, dem Kirchweihfest, trafen sich hier die Menschen – und auch die Maler.
Für Hasemann und Liebich bot das Fest genau jene Motive, die sie immer wieder auf die Leinwand brachten: Tracht, Tanz, Begegnungen und das ausgelassene Leben der Dorfgemeinschaft.
Hier wurde der Schwarzwald nicht nur gemalt – hier wurde er gefeiert.
🖌️ 8. Das Liebichhaus
Hier lebte Curt Liebich, einer der wichtigsten Vertreter der Gutacher Malerkolonie. Sein ehemaliges Wohnhaus macht die Geschichte des Künstlers mitten im Dorf greifbar.
🎨 9. Das Hasemannhaus
Das Wohn- und Arbeitsumfeld von Wilhelm Hasemann führt unmittelbar zu jenem Maler, der Gutach entscheidend mitprägte und die Landschaft weit über den Schwarzwald hinaus bekannt machte.
🌿 10. Der Pavillon
Die Station informiert über die Entstehung und Entwicklung der Gemeinde und erweitert damit den Blick von der Malerkolonie auf die Geschichte des Ortes selbst.
🎩 11. Die Gutacher Tracht
Die Gutacher Tracht gehört zu den Bildern, die sich weltweit mit dem Schwarzwald verbunden haben.
Vor allem die roten Bollen des Bollenhutes fanden ihren Weg auf unzählige Gemälde von Hasemann, Liebich und anderen Schwarzwaldmalern. Dadurch wurde eine regionale Tracht zu einem Bildzeichen für eine ganze Landschaft.
Was ursprünglich Teil des alltäglichen Lebens war, wurde durch die Kunst zum weltweit bekannten Symbol des Schwarzwaldes.
🏛️ 12. Feuerwehrhaus / Altes Gemeindehaus
Das ehemalige Gemeindehaus erzählt von der Entwicklung Gutachs und davon, wie sich das gesellschaftliche Leben des Ortes über die Jahrzehnte verändert hat.
🏫 13. Schul- und Sportzentrum
Mit der Hasemann-Schule und der Liebich-Sporthalle tragen heute Einrichtungen des täglichen Lebens die Namen jener Künstler, deren Bilder mit Gutach verbunden sind.
🕯️ 14. Kriegerdenkmal
Am Kriegerdenkmal endet der Themenweg. Der letzte Punkt führt noch einmal weg von der Kunst und hin zur Geschichte und den Menschen, die zu Gutachs Vergangenheit gehören.
🖼️ Wenn Bild und Landschaft zusammentreffen
An vielen Stationen begegnet uns nicht nur eine Information über einen Künstler oder ein Gebäude. Historische Gemälde zeigen den Blick, den der Maler einst selbst auf diesen Ort hatte.
Daneben steht heute dieselbe Landschaft.
Der Hof, die Straße, das Gebäude oder der Blick ins Tal haben sich verändert – manchmal kaum, manchmal deutlich. Doch der Standort des Malers lässt sich noch nachvollziehen.
Man schaut durch die Augen eines Künstlers auf eine Landschaft, die man gerade selbst vor sich hat.
🌿 Die Landschaft, die die Maler fanden
Gutach ist kein Landschaftsmuseum. Die Wiesen werden noch bewirtschaftet, die Höfe gehören noch zum Tal und über den Hängen stehen noch immer die Wälder.
Gerade deshalb lässt sich hier nachvollziehen, was die Maler einst faszinierte.
Die Landschaft ist kleinräumig und abwechslungsreich. Zwischen den Höfen öffnen sich Wiesen, Obstbäume stehen an den Hängen, dahinter steigen die bewaldeten Berge an. Das typische Schwarzwaldhaus liegt nicht irgendwo in einer geschlossenen Siedlung, sondern eingebettet in diese Landschaft.
Für Hasemann, Liebich und ihre Künstlerkollegen war genau das entscheidend. Sie fanden Motive, die sich mit dem Wechsel des Lichtes ständig veränderten.
🌳 Höfe zwischen Wiesen und Wald
Die Schwarzwaldhöfe prägen das Gutachtal bis heute. Ihre großen Dächer, die tief heruntergezogenen Flächen und die Verbindung von Wohnraum, Stall und Wirtschaftsgebäuden machten sie zu einem charakteristischen Motiv der Maler.
Doch der Hof allein war nie das ganze Bild.
Er gehörte zur Landschaft – zu den Wiesen, Obstbäumen, Wegen und Hängen, die ihn umgaben. Erst dieses Zusammenspiel machte aus einem Gebäude ein typisches Gutacher Motiv.
🌤️ Das Licht über dem Tal
Wer heute durch Gutach geht, versteht vielleicht erst beim längeren Hinsehen, warum die Künstler immer wieder an denselben Orten standen.
Morgens liegt das Tal anders im Licht als am Nachmittag. Nebel zieht zwischen den Hängen auf, Wolken verändern die Farben der Wiesen und im Herbst bekommt die Landschaft einen völlig anderen Charakter.
Die Maler fanden hier keine fertigen Bilder. Sie fanden eine Landschaft, die jeden Tag neue Bilder hervorbrachte.
🖼️ Heute denselben Blick suchen
Das macht den Malerwanderweg so besonders.
An manchen Stationen lässt sich der historische Blick mit der heutigen Landschaft vergleichen. Man steht dort, wo einst die Staffelei stand, schaut in dieselbe Richtung und entdeckt vielleicht einen Hof, einen Hang oder einen Weg wieder, den man gerade noch auf dem Gemälde gesehen hat.
Nicht alles ist geblieben. Aber genug.
Und genau in diesem Abstand zwischen dem damaligen Bild und der heutigen Wirklichkeit liegt der Reiz des Weges.
Man wandert nicht durch ein Gemälde – man sucht die Landschaft dahinter.
🎨 Die Menschen vor der Staffelei
Die Maler fanden ihre Motive nicht nur in der Landschaft. Sie fanden sie mitten im Dorf.
Die Menschen, die Hasemann und Liebich malten, waren keine Schauspieler. Es waren Bäuerinnen, Bauern, Kinder und Nachbarn aus Gutach. Sie trugen ihre Kleidung im Alltag, arbeiteten auf den Höfen und begegneten den Künstlern dort, wo ihr Leben stattfand.
Für die Maler bedeutete das einen entscheidenden Vorteil: Sie mussten keine fremde Welt erfinden. Sie mussten nur genau hinsehen.
Eine Frau in ihrer Tracht, ein Bauer bei der Arbeit, eine Gruppe beim Fest – aus einem alltäglichen Augenblick konnte ein Bild werden.
Und vielleicht liegt gerade darin ein Teil des Erfolges der Gutacher Malerkolonie. Die Menschen auf den Bildern wirken nicht wie erfundene Figuren. Sie gehören zu dieser Landschaft.
Die Maler machten die Gutacher zu Motiven – und bewahrten damit ein Stück ihres Lebens.
🖼️ Vom Gutachtal in die Welt
Was in Gutach begann, blieb nicht im Tal.
Die Bilder von Wilhelm Hasemann, Curt Liebich und ihren Künstlerkollegen machten die Schwarzwälder Landschaft einem immer größeren Publikum bekannt. Ausstellungen, Drucke und vor allem die Verbreitung von Bildern und Postkarten trugen dazu bei, dass Motive aus Gutach weit über die Region hinaus wahrgenommen wurden.
Dabei entstand ein Bild vom Schwarzwald, das bis heute nachwirkt: Schwarzwaldhof, Tracht, Bollenhut, Wiesen und bewaldete Hänge wurden zu einer Art visueller Sprache.
Gutach wurde damit mehr als ein Ort, an dem Künstler arbeiteten.
Das kleine Tal wurde zu einem Bild, das die Welt mit dem Schwarzwald verband.
🌲 Was geblieben ist
Wer heute durch Gutach wandert, muss nicht lange suchen, um den Spuren der Maler zu begegnen.
Manchmal steht ein Gebäude noch dort, manchmal ist es nur noch der Name, eine Informationstafel oder ein historisches Bild, das an den ursprünglichen Ort erinnert. Und dann gibt es die Landschaft selbst – Wiesen, Hänge, Höfe und Wege, die sich langsamer verändern als die Menschen, die darin leben.
Der Malerwanderweg macht diese Spuren sichtbar.
Er führt nicht in eine vergangene Welt zurück. Er zeigt vielmehr, wo Vergangenheit und Gegenwart noch miteinander verbunden sind.
Wer aufmerksam unterwegs ist, entdeckt vielleicht plötzlich einen Blick, der vertraut wirkt. Nicht, weil man ihn schon einmal gesehen hat – sondern weil man ihn aus einem alten Gemälde kennt.
Dann wird aus einem Wanderweg für einen Augenblick ein Weg durch ein Bild.
🗺️ Karte und Wegverlauf
Der Gutacher Malerwanderweg lässt sich am besten auf zwei Ebenen entdecken: Die Geschichte erzählt, was hinter den Orten und Motiven steht – die Karte zeigt, wie sie miteinander verbunden sind.
Die interaktive Outdooractive-Karte begleitet den Rundweg von Station zu Station und macht den Verlauf unmittelbar nachvollziehbar.
So lässt sich der Weg bereits vor der Wanderung erkunden und unterwegs zur Orientierung nutzen.
Die Karte zeigt den Weg. Die Geschichte erzählt, was am Wegesrand zu entdecken ist.
🔗 Verbindung zur Wanderung
Der Malerwanderweg ist als Rundweg durch Gutach angelegt und verbindet die 14 Stationen miteinander.
Für die praktische Planung der Wanderung stehen die technischen Tourendaten, der genaue Streckenverlauf und die Navigation bei Outdooractive zur Verfügung.
Dort findest du alle Informationen, die du für die konkrete Durchführung des Weges benötigst.
Die Literarische Galerie ergänzt diese Informationen um die Geschichten hinter den Orten, Künstlern und Bildern.
Outdooractive begleitet dich auf dem Weg – die Literarische Galerie erzählt dir, was du dabei siehst.
📚 Literarische Verbindungen
Der Gutacher Malerwanderweg braucht keine erfundene Sage, um Geschichten zu erzählen.
Seine Verbindung zur Literarischen Galerie entsteht durch die Menschen, Künstler und Bilder, die mit diesem Ort verbunden sind. Hasemann und Liebich haben eine Landschaft festgehalten, die heute noch erlebbar ist – und damit selbst eine Form von Erinnerung geschaffen.
Je nach Weg können hier künftig unterschiedliche literarische Elemente hinzukommen:
📜 Sagen, Legenden und Geschichten
🎧 Hörspiele
📖 Erzählungen
🖋️ Literarische Bezüge
🏛️ Historische Quellen und Persönlichkeiten
Für den Gutacher Malerwanderweg steht zunächst die Geschichte der Malerkolonie im Mittelpunkt.
Manchmal beginnt eine literarische Verbindung nicht mit einer erfundenen Geschichte, sondern mit einer Geschichte, die das Leben selbst geschrieben hat.
Das ist genau das Material, das wir für "Mein Eindruck" brauchen. Vor allem der Gedanke mit der Romantik ist stark – der sollte unbedingt bleiben. Ich würde deine Aussagen nicht erklären, sondern sie literarisch verdichten und dabei klar in deiner persönlichen Perspektive bleiben.
⭐ Mein Eindruck
Wir hatten in der Linde genächtigt. Gleich am Hang steht ein beeindruckendes Gebäude, in dem heute Ferienwohnungen zu einem angemessenen Preis angeboten werden. Schon hier beginnt etwas, das diesen Weg für mich besonders macht.
Die Romantik wartet nicht auf dich. Sie nimmt dich mit, führt dich an der Hand und lässt dich in Erinnerungen schwelgen, die du immer wieder manifestiert am Wegesrand wiederfindest.
Wer sich bisher nicht mit den Gutacher Künstlern beschäftigt hat, ist überrascht, wie sehr Gutach mit Orten wie Berlin oder Bayern mithalten kann. Wer sich frei auf diesen Weg einlässt, entdeckt plötzlich, was alles möglich erscheint.
Das verschlossene Museum gehörte dabei fast schon zu unserer Geschichte. Es zwang uns, noch einmal vorbeizukommen – und schenkte uns damit etwas anderes: Zeit, die Künstler in unserer eigenen Fantasie entstehen zu lassen.
Ich stellte mir vor, wie sie auf der Suche nach dem einen bestimmten Motiv durch Gutach gingen. Jeder Einheimische konnte interessant sein. Jeder Mensch hätte zum Motiv werden können. Jede Landschaft konnte plötzlich eine Leinwand sein.
Petra sah Gutach währenddessen durch ihre Kamera. Sie entdeckte die Tiere am Wegesrand, die Blumen in ihrer Schönheit und sogar das Gras, das sich beinahe demütig unter dem Wind beugte.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Wirkung dieses Weges.
Wer bereit ist, sich neue Horizonte zu erschließen, muss nicht einmal etwas mit Leinwand und Malerei anfangen können. Nach wenigen Metern beginnt man zu sehen, was man vorher nicht gesehen hat.
Und irgendwann versteht man, dass die Maler einem bereits begegnet sind.
Nicht persönlich. Nicht bewusst.
Aber in ihren Bildern.
Ihre Malerei ist das Bild des Schwarzwaldes, das wir längst in uns tragen – und in Gutach beginnt man zu verstehen, woher es kommt.
