🥾 Zu Fuß über die Alpen – Etappe 6: Holzgau – Württemberger Haus 

✨ Wo Wege Geschichten erzählen

Von Holzgau führt der Weg zunächst durch das Lechtal und das Madautal, bevor er immer tiefer in die Bergwelt der Lechtaler Alpen eindringt.

Mit dem Höhenweg Hermine beginnt ein besonders eindrucksvoller Abschnitt. Der schmale alpine Weg zieht sich hoch über dem Tal am Berghang entlang. Er ist schwierig, teilweise ausgesetzt und an einigen Stellen mit Drahtseilen gesichert. Doch gerade diese Verbindung aus Anspruch und Landschaft macht ihn zu einem der schönsten Abschnitte dieser Etappe.

Hinter dem Röttelbach wird die Landschaft zunehmend alpiner. Der Weg führt hinauf zum Schiffersee und schließlich über das Leiterjöchl auf 2.535 Metern. Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Württemberger Haus, das abgeschieden auf 2.220 Metern im Kessel des Obermedriol liegt.

Diese Etappe verlangt Kraft, Trittsicherheit und Konzentration. Aber sie belohnt jeden Schritt mit einer Landschaft, die immer ursprünglicher und stiller wird.


📋 Tourensteckbrief

🥾 Etappe: 6 von 15
📍 Start: Holzgau
🏁 Ziel: Württemberger Haus
📏 Strecke: 20,9 km
⏱️ Gehzeit laut Outdooractive: 9:25 Std.
⬆️ Aufstieg: 1.736 m
⬇️ Abstieg: 588 m
🏔️ Höchster Punkt: 2.535 m
📉 Niedrigster Punkt: 1.069 m
⛰️ Schwierigkeit: T3 – schwer
🌄 Charakter: aussichtsreich, alpin, anspruchsvoll
🏔️ Gipfelhöhe: Leiterjöchl 2.535 m
🛏️ Übernachtung: Württemberger Haus, 2.220 m

Das Württemberger Haus liegt in den Lechtaler Alpen auf 2.220 Metern und ist heute eine modernisierte Berghütte der DAV-Sektion Stuttgart. Die Hütte wurde 1925 eingeweiht und 2024/25 grundlegend erneuert.


🥾 Eigenschaften der Wanderung

🌄 Aussichtsreich
Der Weg führt aus dem Lechtal immer tiefer in die Lechtaler Alpen. Besonders am Höhenweg Hermine öffnen sich eindrucksvolle Blicke über das Madautal und die umliegenden Bergflanken.

🥾 Etappentour
Diese Tour ist die sechste Etappe der 15-teiligen Alpenüberquerung von Bregenz nach Meran.

🏔️ Alpine Bergwanderung
Mit zunehmender Höhe verändert sich der Charakter des Weges deutlich. Spätestens am Höhenweg Hermine und beim Aufstieg zum Leiterjöchl wird aus der Wanderung eine anspruchsvolle alpine Unternehmung.

🧗 Technisch anspruchsvoll
Der Höhenweg Hermine ist schmal, teilweise ausgesetzt und an schwierigen Stellen mit Drahtseilen gesichert. Auch der Aufstieg über das Leiterjöchl verlangt Trittsicherheit und alpine Erfahrung.

🪨 Geologische Highlights
Die Etappe führt durch die geologisch abwechslungsreiche Bergwelt der Lechtaler Alpen und über hoch gelegene Übergänge des Gebirges.

🌿 Flora & Fauna
Vom Talboden über die Bergwälder und Almflächen bis in die hochalpine Zone verändert sich die Vegetation mit jedem Höhenmeter.

💎 Geheimtipp
Der Höhenweg Hermine ist für mich einer der besonderen Abschnitte dieser Etappe. Er ist schwierig – aber er lohnt sich.


🌿 Die Etappe auf einen Blick

Die sechste Etappe beginnt vergleichsweise ruhig im Lechtal. Von Holzgau geht es zunächst über Stockach und Bach in Richtung Madautal.

Mit der Mateiler Brücke verändert sich der Charakter des Weges. Wir verlassen zunehmend die Talsohle und steigen auf den Höhenweg Hermine.

Dieser Abschnitt ist schmal, teilweise ausgesetzt und mit Drahtseilen gesichert. Danach geht es über die Alpenschonacher Brücke weiter in Richtung Unterlahmshütte.

Über Bergwald und alpine Wiesen führt der Weg anschließend immer höher. Mit dem Schiffersee ist die hochalpine Landschaft erreicht.

Der letzte große Anstieg führt zum Leiterjöchl auf 2.535 Metern. Dahinter liegt das Württemberger Haus auf 2.220 Metern im abgeschiedenen Kessel des Obermedriol.


🏞️ Charakter der Wanderung

Diese Etappe ist anders als die bisherigen Abschnitte der Alpenüberquerung.

Nach dem ersten alpinen Übergang über das Mädelejoch auf der fünften Etappe wird die Landschaft nun noch abgeschiedener. Lange Talpassagen wechseln mit schmalen Bergwegen und anspruchsvollen alpinen Abschnitten.

Besonders der Höhenweg Hermine prägt den Charakter der Tour. Der Weg verlangt Aufmerksamkeit und Trittsicherheit. Wer solche Wege liebt, wird diesen Abschnitt jedoch nicht so schnell vergessen.

Der Schlussanstieg zum Leiterjöchl bringt noch einmal viele Höhenmeter. Mit 2.535 Metern wird gleichzeitig der höchste Punkt dieser Etappe erreicht.

Am Ende wartet mit dem Württemberger Haus eine Hütte, die abgeschieden in einem Bergkessel liegt. Schon die Lage macht die Übernachtung zu einem besonderen Erlebnis.


🗺️ Karte und Tourenverlauf

Die interaktive Karte zeigt den aktuellen Verlauf der sechsten Etappe von Holzgau zum Württemberger Haus.

🥾 Der Weg

Von Holzgau führt der Weg zunächst über Stockach und Bach durch das Lechtal in Richtung Madautal.

Über die Mateiler Brücke verlassen wir den Talweg und steigen zum Höhenweg Hermine hinauf. Der schmale Höhenweg führt teilweise ausgesetzt am Berghang entlang. An schwierigen Stellen helfen Drahtseile.

Über die Alpenschonacher Brücke geht es weiter zur Unterlahmshütte auf 1.774 Metern.

Von dort beginnt der alpine Abschnitt. Der Weg führt über Bergwiesen und durch die hochalpine Landschaft hinauf zum Schiffersee.

Der letzte große Anstieg bringt uns zum Leiterjöchl auf 2.535 Metern. Von hier führt der Weg hinunter bzw. hinüber zum Württemberger Haus auf 2.220 Metern.

Holzgau → Stockach → Bach → Madautal → Mateiler Brücke → Höhenweg Hermine → Alpenschonacher Brücke → Unterlahmshütte → Schiffersee → Leiterjöchl 2.535 m → Württemberger Haus


🥾 Einordnung des Weges

Diese Etappe ist der sechste Abschnitt der Alpenüberquerung Bregenz – Meran.

Nach dem Übergang über das Mädelejoch auf der fünften Etappe führt der Weg nun noch tiefer in die Lechtaler Alpen. Das Lechtal bleibt zurück, die Wege werden alpiner und die Höhen größer.

Der Weg über das Leiterjöchl gehört zu einer historischen Verbindung zwischen dem Lechtal und dem Inntal. Madau ist dabei ein besonderer Ort: Die ehemalige Bergsiedlung gehört politisch zu Zams, obwohl sie auf der Lechtaler Seite liegt. Früher mussten Menschen und Waren über die hoch gelegenen Übergänge nach Zams gelangen.

Heute verläuft hier unter anderem eine Variante des E5. Das Württemberger Haus liegt außerdem am Lechtaler Höhenweg und am Stuttgarter Weg.

Für meine Alpenüberquerung ist diese Etappe ein weiterer Schritt in die hochalpine Welt.


🧗‍♂️ Der Weg in Etappen

🌿 Holzgau – Stockach – Bach

Der Startpunkt liegt in Holzgau im Lechtal. Von hier führt der Weg zunächst talauswärts beziehungsweise entlang des Lechtals über Stockach und Bach.

Dieser erste Abschnitt ist noch vergleichsweise ruhig. Der Weg durch das Lechtal dient als Auftakt für den deutlich anspruchsvolleren Anstieg, der später ins Madautal und auf den Höhenweg Hermine führt.

🏔️ Bach – Madautal – Mateiler Brücke

Hinter Bach führt die Route in Richtung Madautal.

Mit der Mateiler Brücke wird ein wichtiger Punkt der Etappe erreicht. Hier verlässt der Weg zunehmend den Talraum und beginnt seinen langen Anstieg in die Bergwelt.

Die Landschaft wird abgeschiedener und die umliegenden Bergflanken rücken immer näher zusammen.

🧗‍♂️ Mateiler Brücke – Höhenweg Hermine

Mit dem Aufstieg zum Höhenweg Hermine beginnt einer der schönsten und zugleich schwierigsten Abschnitte der Etappe.

Der schmale alpine Weg führt hoch über dem Madautal am Berghang entlang. Teilweise ist das Gelände ausgesetzt, an anspruchsvollen Stellen helfen Drahtseile.

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier besonders wichtig.

Doch der Weg lohnt sich: Immer wieder öffnen sich eindrucksvolle Blicke über das Madautal und die umliegenden Lechtaler Alpen.

🌉 Höhenweg Hermine – Alpenschonacher Brücke

Nach dem Höhenweg Hermine führt die Route weiter zur Alpenschonacher Brücke.

Der Weg bleibt alpin und abwechslungsreich. Bergwald, steile Hänge und offene Wiesen wechseln sich ab, während weiterhin Höhe gewonnen wird.

Die Landschaft zeigt hier bereits deutlich den Charakter der Lechtaler Alpen.

🏔️ Alpenschonacher Brücke – Unterlahmshütte

Von der Alpenschonacher Brücke führt der Weg weiter bergauf zur Unterlahmshütte auf 1.774 Metern.

Mit jedem Höhenmeter wird die Landschaft offener. Die Talbereiche liegen zunehmend unter uns und die Bergwelt rückt in den Mittelpunkt.

Die Unterlahmshütte markiert zugleich den Übergang in den noch stärker alpinen Teil der Etappe.

💧 Unterlahmshütte – Schiffersee

Oberhalb der Unterlahmshütte führt der Weg weiter durch alpine Wiesen und zunehmend felsigeres Gelände.

Mit dem Schiffersee wird ein weiterer markanter Punkt der Etappe erreicht.

Hier ist die Nähe zur hochalpinen Bergwelt bereits deutlich spürbar. Der weitere Weg führt nun zum höchsten Punkt der gesamten Tour.

🏔️ Schiffersee – Leiterjöchl 2.535 m

Der Aufstieg zum Leiterjöchl bildet den großen Schlussanstieg der Etappe.

Auf 2.535 Metern wird der höchste Punkt erreicht. Der Übergang verlangt noch einmal Kraft und Konzentration.

Hier oben zeigt sich die Landschaft der Lechtaler Alpen in ihrer ganzen alpinen Dimension.

🏠 Leiterjöchl – Württemberger Haus

Vom Leiterjöchl führt der Weg weiter zum Württemberger Haus auf 2.220 Metern.

Die Hütte liegt abgeschieden im Kessel des Obermedriol und bildet das Ziel dieser anspruchsvollen sechsten Etappe.

Nach dem langen Aufstieg, dem schwierigen Höhenweg Hermine und dem Übergang über das Leiterjöchl ist die Ankunft an der Hütte ein besonderer Moment.


📜 Sagen, Legenden und Geschichten

🦅 Die wahre Geierwally

Am Weg durch das Madautal begegnet uns eine Geschichte, die später als Geierwally berühmt wurde.

Die tatsächliche Geierwally hieß Anna Stainer-Knittel. Sie wurde 1841 in Elbigenalp im Lechtal geboren.

Als junges Mädchen wagte sie sich in die steile Saxerwand oberhalb von Madau, um einen Adlerhorst auszunehmen. Die Geschichte ist keine erfundene Sage, sondern ein tatsächlich überliefertes Erlebnis. Der Schriftsteller Ludwig Steub veröffentlichte die Geschichte bereits 1874.

Später wurde aus diesem Erlebnis die literarische Figur der Geierwally, die durch Bücher und Filme weit über Tirol hinaus bekannt wurde. Die ursprüngliche Geschichte aber gehört hierher – in die Bergwelt oberhalb von Madau.

Heute erinnert ein Anna-Stainer-Knittel-Gedenkweg zwischen Madau und der Saxeralm an die außergewöhnliche Frau und Künstlerin.

🌲 Madau – das verschwundene Dorf

Madau war einst eine richtige Bergsiedlung.

Im 18. Jahrhundert lebten hier etwa 60 Menschen. Die Siedlung war aus dem Inntal heraus entstanden und gehörte zu Zams. Die Menschen lebten unter schwierigen Bedingungen in einem Hochtal, das durch hohe Bergkämme vom Lechtal und vom Inntal getrennt wird.

Die Verbindung nach Zams führte über das Gebirge. Güter und auch Verstorbene mussten über das Leiterjöchl und durch das Zammer Loch transportiert werden.

Anfang des 19. Jahrhunderts verließen die Bewohner nach und nach ihre Höfe. Die Dauersiedlung verschwand und Madau wurde wieder zu einer hauptsächlich saisonal genutzten Berglandschaft.

Heute ist von dem früheren Dorf nur wenig geblieben.

🏛️ Geschichte

🏔️ Das Württemberger Haus

Das Württemberger Haus gehört zur DAV-Sektion Stuttgart.

Die Hütte wurde 1925 eingeweiht und blickt damit auf eine rund hundertjährige Geschichte zurück. Nach zahlreichen Umbauten und Erweiterungen war eine umfassende Erneuerung notwendig geworden.

2024 und 2025 wurde das Württemberger Haus grundlegend erneuert. Dabei wurde die historische Hüttensubstanz mit einem zeitgemäßen Neubau verbunden. Heute liegt die Hütte weiterhin auf 2.220 Metern im abgeschiedenen Obermedriol.

🏔️ Das Leiterjöchl – ein alter Übergang

Das Leiterjöchl ist heute ein hochalpiner Übergang auf der Route zum Württemberger Haus.

Für die Bewohner von Madau hatte dieser Weg früher eine ganz andere Bedeutung. Die Berge waren keine Freizeitlandschaft, sondern Verkehrswege. Menschen mussten ihre Güter über die Jöcher transportieren und die Verbindung nach Zams aufrechterhalten.

Auch heute ist der Übergang anspruchsvoll. Die offizielle Beschreibung des Württemberger Hauses weist auf den Weg über das Leiterjöchl und die dort vorhandenen Stahlseile hin.

Was heute eine alpine Wanderung ist, war früher Teil des alltäglichen Lebens der Bergbewohner.

📖 Geschichten, die weiterleben

Auf dem Weg von Holzgau zum Württemberger Haus begegnen uns nicht nur hochalpine Landschaften, sondern auch die Geschichte einer verschwundenen Bergsiedlung und einer außergewöhnlichen Frau.

Madau erzählt von Menschen, die einst unter schwierigsten Bedingungen in den Bergen lebten. Das Leiterjöchl erinnert an alte Verbindungen zwischen Lechtal und Inntal. Und die Geschichte der Geierwally verbindet diese Landschaft mit Anna Stainer-Knittel, deren tatsächliches Abenteuer später zur berühmten literarischen Figur wurde.

Gerade diese Verbindung aus Natur, Geschichte und überlieferten Geschichten macht den Weg zum Württemberger Haus zu einem besonderen Abschnitt der Alpenüberquerung.

➡️ 📖 Sagen, Legenden und Geschichten – Die Literarische Galerie


🌿 Natur und Landschaft

🌲 Das Lechtal

Am Beginn der Etappe dominiert noch die Landschaft des Lechtals. Wälder, Wiesen und der breite Talraum begleiten den Weg, bevor er sich in Richtung Madautal verengt.

🏔️ Das abgeschiedene Madautal

Mit dem Madautal beginnt eine deutlich stillere Landschaft. Die hohen Bergflanken lassen den Talraum zunehmend abgeschieden wirken.

Heute erinnert nur noch wenig an die frühere Dauersiedlung. Gerade diese Mischung aus Almflächen, alten Gebäuden und gewaltigen Bergflanken macht Madau besonders.

🧗 Der Höhenweg Hermine

Der Höhenweg Hermine verbindet die Landschaft mit einem anspruchsvollen Bergerlebnis.

Der schmale Pfad zieht sich hoch über dem Tal am Hang entlang. Immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven auf die Lechtaler Alpen.

Der Weg ist schwierig – aber er lohnt sich.

🏔️ Die hochalpine Landschaft

Oberhalb der Unterlahmshütte verändert sich die Vegetation. Die Bergwiesen werden karger, Fels und Geröll bestimmen zunehmend das Bild.

Am Schiffersee und spätestens am Leiterjöchl wird deutlich, dass wir uns inzwischen in einer hochalpinen Landschaft bewegen.

🌄 Der Kessel des Obermedriol

Das Württemberger Haus liegt auf 2.220 Metern in einem abgeschiedenen Bergkessel. Die Hütte wird von markanten Gipfeln wie Schieferspitze, Medriolkopf und Gebäudspitze umgeben.

Hier oben wirkt die Landschaft weit entfernt vom Alltag im Tal.


📸 Die schönsten Momente der Etappe

🌿 Durch das Lechtal nach Madau

Der zunächst ruhige Weg durch das Lechtal lässt die kommende alpine Etappe nur langsam erahnen. Mit dem Eintritt ins Madautal verändert sich die Landschaft.

🏔️ Der Höhenweg Hermine

Der Höhenweg Hermine gehört für mich zu den schönsten Abschnitten dieser Etappe.

Gleichzeitig ist er einer der anspruchsvolleren Wege. Der schmale Pfad zieht sich hoch über dem Madautal an den Berghängen entlang. Immer wieder wird das Gelände steiler und an ausgesetzten Stellen helfen Drahtseile, die schwierigen Passagen sicher zu überwinden.

Hier ist Konzentration gefragt. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gehören unbedingt dazu, denn der Weg verzeiht an manchen Stellen keinen unaufmerksamen Schritt.

Doch gerade diese Verbindung aus Anspruch und Landschaft macht den Höhenweg Hermine so besonders. Der Blick öffnet sich über das Madautal, die gegenüberliegenden Berghänge und die Lechtaler Alpen. Hinter jeder Kurve verändert sich die Perspektive.

Der Höhenweg Hermine ist schwierig – aber er lohnt sich.

Wer solche alpinen Wege mag, wird diesen Abschnitt nicht so schnell vergessen. Für mich gehört er zu den besonderen Wegerlebnissen auf dem Weg von Holzgau zum Württemberger Haus.

💧 Der Schiffersee

Nach dem langen Aufstieg verändert sich die Landschaft erneut. Der Schiffersee liegt bereits in der hochalpinen Welt und markiert einen weiteren Übergang auf dem Weg zum Leiterjöchl.

🏔️ Das Leiterjöchl

Mit 2.535 Metern ist das Leiterjöchl der höchste Punkt dieser Etappe.

Nach den langen Anstiegen und dem anspruchsvollen Höhenweg ist dieser Übergang ein besonderer Moment. Vor uns liegt das Württemberger Haus, hinter uns der lange Weg aus dem Lechtal.

🚿 Die besondere Dusche am Württemberger Haus

Am Württemberger Haus angekommen, hatte ich nach dieser langen und anstrengenden Etappe vor allem einen Wunsch: eine Dusche.

Also fragte ich nach den Duschen.

Die Antwort verwies mich nach draußen.

Dort erwartete mich tatsächlich eine besondere Art der Körperpflege: Unter einem kleinen Wasserfall war eine Gießkanne mit Zugstrick montiert, aus der eiskaltes Wasser kam.

Nach den Strapazen des Tages war das zunächst gewöhnungsbedürftig. Von einer warmen Dusche konnte jedenfalls keine Rede sein. Aber irgendwie gehörte auch genau das zu diesem Erlebnis am Württemberger Haus.

Heute ist die Hütte modernisiert und bietet einen deutlich anderen Komfort als damals. Für mich bleibt diese improvisierte Dusche trotzdem unvergessen.

Eine Gießkanne unter einem Wasserfall, eiskaltes Wasser und eine Bergtour hinter mir – komfortabel war es nicht, aber ein Erlebnis der besonderen Art.


🍽️ Einkehrmöglichkeiten, Rastplätze und Übernachtung

☕ Einkehr unterwegs

Die Etappe führt lange durch alpine Landschaft. Einkehrmöglichkeiten sind deshalb begrenzt und sollten bei der Planung berücksichtigt werden.

Im Madautal liegt das Bergheim Hermine. Spätestens nach dem Madautal beginnt jedoch der alpine Abschnitt, auf dem keine regelmäßige Einkehr mehr eingeplant werden sollte.

🪑 Rastplätze

Geeignete Rastmöglichkeiten ergeben sich unterwegs vor allem im Bereich des Lechtals, des Madautals und an geeigneten Stellen vor dem alpinen Schlussanstieg.

Im oberen Abschnitt sollte man sich nicht auf feste Rastplätze verlassen.

🏠 Übernachtung

Württemberger Haus – 2.220 m

Das Württemberger Haus ist das Etappenziel und die Übernachtungsmöglichkeit dieser Tour.

Die Hütte verfügt aktuell über Matratzenlager sowie Mehrbett- und Zweibettzimmer. Eine Reservierung wird von der Hütte ausdrücklich empfohlen.

☎️ Telefon: +43 650 7538927
📧 E-Mail: info@dav-wuerttembergerhaus.de

Die Sommersaison 2026 läuft laut aktueller Hütteninformation vom 11. Juni bis 20. September 2026.


💡 Wissenswertes zur Etappe

🏔️ Württemberger Haus

Das Württemberger Haus liegt auf 2.220 Metern und gehört zur DAV-Sektion Stuttgart. Die Hütte wurde 1925 eingeweiht und 2024/25 umfassend erneuert.

🥾 Mehrere Fernwanderwege

Das Württemberger Haus liegt an mehreren Fernwanderwegen. Dazu gehören der Lechtaler Höhenweg, der Stuttgarter Weg und Varianten des E5.

🦅 Anna Stainer-Knittel

Die Geschichte der Geierwally ist eng mit Madau verbunden. Anna Stainer-Knittel nahm als junge Frau tatsächlich einen Adlerhorst in der Saxerwand aus. Aus dieser wahren Geschichte entstand später die berühmte literarische und filmische Geierwally.

🌲 Madau

Madau gehört politisch zu Zams, liegt aber auf der Lechtaler Seite. Die ehemalige Bergsiedlung hatte im 18. Jahrhundert rund 60 Einwohner.


⚠️ Hinweise zur Tour

Diese Etappe ist mit T3 – schwer bewertet und sollte nicht unterschätzt werden.

Der Höhenweg Hermine ist schmal, teilweise ausgesetzt und an schwierigen Stellen mit Drahtseilen gesichert.

Auch der weitere Aufstieg zum Leiterjöchl führt in alpines Gelände. Wetterumschwünge können die Bedingungen erheblich verändern.

Bei Regen, Nebel, Gewitter, Schnee oder Vereisung kann sich der Charakter der Tour deutlich verschärfen.

Für diese Etappe sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, alpine Erfahrung und eine gute Kondition erforderlich.

Bei einem Notfall gilt in Österreich:

☎️ 112 – Europäischer Notruf
☎️ 140 – Alpine Notrufnummer Österreich

Vor dem Start sollte die aktuelle Wetter- und Wegesituation geprüft werden.


🎒 Ausrüstung

🥾 Etappentour

Für diese Etappe ist eine alpine Wanderausrüstung erforderlich.

Besonders wichtig sind:

  • feste, knöchelhohe Bergschuhe mit gutem Profil
  • ausreichend Trinkwasser
  • Verpflegung für den langen Aufstieg
  • wetterfeste Jacke und Regenbekleidung
  • warme Kleidung für den Aufenthalt auf über 2.500 Metern
  • Sonnenschutz und Sonnenbrille
  • Erste-Hilfe-Set
  • Mobiltelefon mit geladenem Akku
  • Wanderstöcke, sofern gewohnt und auf den jeweiligen Passagen sinnvoll

Für den Höhenweg Hermine und den Aufstieg zum Leiterjöchl sollten Schuhe und Ausrüstung den alpinen Bedingungen entsprechen.

🎒 Tagesgepäck

Im Tagesrucksack sollten ausreichend Getränke und Verpflegung für die gesamte Etappe mitgeführt werden.

Außerdem gehören Wetterbekleidung, warme Zusatzkleidung, Erste-Hilfe-Set, Sonnenschutz und ein geladenes Mobiltelefon hinein.

Auf dieser langen und höhenreichen Etappe sollte nicht darauf vertraut werden, unterwegs jederzeit einkehren zu können.

🥾 Mehrtagestour

Die Etappe ist Bestandteil der 15-tägigen Alpenüberquerung Bregenz – Meran.

Wer mit Gepäck unterwegs ist, sollte das zusätzliche Gewicht bei der Planung der langen Aufstiege berücksichtigen.

👉 Aktuelle Outdooractive-Etappe – Holzgau zum Württemberger Haus

🧳 Gepäcktransfer

Für diese Etappe ist kein Gepäcktransfer bekannt.

👉 Zu Fuß über die Alpen Bregenz – Meran 6: Holzgau – Württemberger Haus


🔗 Verbindung

🚆 Anreise nach Holzgau

Holzgau ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln über das Lechtal erreichbar.

Für die konkrete Anreise und die aktuellen Fahrpläne sollte die Verbindung am jeweiligen Wandertag geprüft werden.

🏔️ Vom Württemberger Haus weiter

Das Württemberger Haus ist nur zu Fuß erreichbar. Für den weiteren Weg bestehen alpine Verbindungen unter anderem nach Zams im Inntal.

Die Hütte nennt für den Abstieg nach Zams mehrere Möglichkeiten und weist ausdrücklich darauf hin, dass für die alpinen Zustiege mehrere Stunden Gehzeit einzuplanen sind.

Das ist eine Etappe, bei der Start und Ziel bewusst nicht durch eine Straße miteinander verbunden sind – der Weg selbst ist die Verbindung.

👉 Zu Fuß über die Alpen Bregenz – Meran 6: Holzgau – Württemberger Haus


⭐ Mein Eindruck

Die sechste Etappe gehört für mich zu den besonderen Abschnitten dieser Alpenüberquerung.

Nicht nur wegen der Höhe und des Leiterjöchls.

Vor allem der Höhenweg Hermine ist mir in Erinnerung geblieben. Ein wunderschöner, schwieriger alpiner Weg, der Konzentration verlangt und gleichzeitig mit einer großartigen Landschaft belohnt.

Dann Madau – eine Landschaft mit Geschichte. Die verschwundene Bergsiedlung, die Geschichte der Geierwally und die alten Verbindungen über die Berge geben diesem Abschnitt eine besondere Tiefe.

Und schließlich das Württemberger Haus.

Damals noch mit der legendären Gießkanne unter dem Wasserfall.

Heute modernisiert, aber für mich bleibt die alte Hütte mit ihrer eiskalten Dusche ein unvergesslicher Teil dieser Alpenüberquerung.

Wenn der Weg zu Fuß über die Alpen führen soll, dann geht man ihn auch zu Fuß.

Und auf dieser Etappe merkt man besonders deutlich, was das bedeutet: Höhenmeter, alpine Wege, Konzentration – und am Ende das gute Gefühl, den Weg aus eigener Kraft geschafft zu haben.