🥾 Zu Fuß über die Alpen Bregenz – Meran 5: Oberstdorf – Holzgau 

✨ Wo Wege Geschichten erzählen

🏔️ Vom Trettachtal über das Mädelejoch ins Lechtal

Mit dieser Etappe beginnt der eigentliche alpine Teil der Alpenüberquerung.

Von Oberstdorf führt der Weg zunächst durch das Trettachtal nach Spielmannsau. Danach wird es ernst: Durch den Sperrbachtobel steigt der Weg hinauf zur Kemptner Hütte. Über das Mädelejoch erreichen wir mit 1.972 Metern den höchsten Punkt der Etappe und überschreiten zugleich die Grenze nach Österreich.

Hinter dem ersten großen Gebirgskamm öffnet sich das Lechtal. Über das Höhenbachtal geht es schließlich hinunter nach Holzgau – und über die markante Hängebrücke, die hoch über der Schlucht des Höhenbachs schwebt.

Wenn der Weg zu Fuß über die Alpen führen soll, dann geht man ihn auch zu Fuß.

Für mich war das nie nur ein Titel. Die Alpenüberquerung sollte tatsächlich zu Fuß erfolgen – ohne Seilbahn, ohne Bus und ohne Taxi. Diese Etappe zeigt sehr deutlich, was das bedeutet.


📋 Tourensteckbrief

🥾 Etappe: Oberstdorf – Holzgau
📏 Strecke: 22,4 km
⏱️ Dauer: 7:53 h
⬆️ Aufstieg: 1.268 hm
⬇️ Abstieg: 976 hm
🏔️ Höchster Punkt: 1.972 m – Mädelejoch
📍 Tiefster Punkt: 807 m
🥾 Schwierigkeit: T2 – schwer
🌄 Charakter: alpine Bergwanderung
🗺️ Fernwanderweg: E5
🇩🇪🇦🇹 Grenzübergang: Deutschland – Österreich am Mädelejoch
🚉 Erreichbarkeit: mit Bahn und Bus
🔄 Etappe: Von A nach B
🥾 Tourentyp: Etappentour


🥾 Eigenschaften der Wanderung

🌄 Aussichtsreich
Das Trettachtal führt zunächst geschützt zwischen den Bergen nach Süden. Mit zunehmender Höhe öffnet sich die Bergwelt des Allgäuer Hauptkamms. Vom Mädelejoch reicht der Blick hinüber ins österreichische Lechtal.

🥾 Etappentour
Die Route ist die fünfte Etappe der Alpenüberquerung von Bregenz nach Meran und führt erstmals über den Allgäuer Hauptkamm nach Österreich.

🏔️ Gipfel-Tour
Der höchste Punkt der Etappe liegt am Mädelejoch auf 1.972 Metern. Hier wird der erste große Gebirgskamm dieser Alpenüberquerung überschritten.

🍽️ Einkehrmöglichkeit
Mit dem Berggasthof Spielmannsau und vor allem der Kemptner Hütte bestehen wichtige Einkehrmöglichkeiten. Im Höhenbachtal kommt mit dem Café Uta eine weitere Möglichkeit hinzu.

👨‍👩‍👧 Familienfreundlich
Aufgrund der Länge, der mehr als 1.200 Höhenmeter im Aufstieg und des alpinen Geländes ist die Etappe jedoch eine anspruchsvolle Bergwanderung und setzt entsprechende Kondition, Trittsicherheit und Erfahrung voraus.

🪨 Geologische Highlights
Der Weg führt durch die tief eingeschnittene Landschaft des Sperrbachtobels und über den hoch gelegenen Übergang des Mädelejochs. Wasser, Fels und die Kräfte der alpinen Landschaft prägen diesen Abschnitt.

🌿 Flora & Fauna
Im Trettachtal und im Bereich des Sperrbachtobels wechseln Wald, Bergwiesen und alpine Lebensräume. Rund um die Kemptner Hütte gehören Murmeltiere und Steinböcke zur Bergwelt des Allgäuer Hauptkamms.

💎 Geheimtipp
Der eigentliche Höhepunkt dieser Etappe ist nicht nur das Mädelejoch. Auch der Weg durch den Sperrbachtobel besitzt seinen eigenen Charakter. Wer hier aufmerksam unterwegs ist, erlebt einen alten, geschichtsträchtigen Übergang, der schon lange vor dem modernen E5 eine wichtige Verbindung zwischen Oberstdorf und dem Lechtal war.


🌿 Die Etappe auf einen Blick

Von Oberstdorf geht es durch das Trettachtal zunächst ohne große alpine Schwierigkeiten nach Süden. Mit Spielmannsau beginnt der eigentliche Anstieg.

Der Weg führt durch den Sperrbachtobel hinauf zur Kemptner Hütte auf 1.844 Metern. Von dort geht es weiter zum Mädelejoch auf 1.972 Metern, dem höchsten Punkt der Etappe und zugleich dem Übergang nach Österreich.

Der Abstieg führt durch das Höhenbachtal zur Roßgumpenalp und weiter zur Holzgauer Hängebrücke. Über die 200,5 Meter lange Brücke geht es schließlich nach Holzgau.


🏞️ Charakter der Wanderung

Diese Etappe verändert den Charakter der Alpenüberquerung deutlich.

Die ersten vier Etappen führten noch durch Voralpen, Nagelfluhkette und Hörnergruppe. Jetzt beginnt die eigentliche Hochgebirgslandschaft.

Der lange Anstieg zur Kemptner Hütte fordert Kondition. Der Sperrbachtobel ist eng, felsig und wassergeprägt. Oberhalb der Hütte wird die Landschaft zunehmend alpiner, bevor am Mädelejoch der erste große Gebirgskamm überschritten wird.

Der anschließende Wechsel nach Österreich ist nicht nur geografisch bemerkenswert. Auch landschaftlich öffnet sich eine neue Welt: Das Lechtal liegt vor uns.


🗺️ Karte und Tourenverlauf

Die interaktive Karte zeigt den aktuellen Verlauf der Etappe von Oberstdorf nach Holzgau. Besonders gut lässt sich dabei der lange Anstieg vom Trettachtal durch den Sperrbachtobel zur Kemptner Hütte und anschließend der Übergang über das Mädelejoch nachvollziehen.

🥾 Der Weg in Kürze

Oberstdorf → Trettachtal → Spielmannsau → Sperrbachtobel → Kemptner Hütte → Mädelejoch → Höhenbachtal → Roßgumpenalp → Hängebrücke → Holzgau


🥾 Einordnung des Weges

Diese Etappe ist der fünfte Abschnitt der Alpenüberquerung Bregenz – Meran und zugleich der erste große Schritt in die eigentliche alpine Welt.

Von Oberstdorf führt der Weg durch das Trettachtal zur Kemptner Hütte und über das Mädelejoch auf 1.972 Metern erstmals über den Allgäuer Hauptkamm. Mit dem Übergang nach Österreich wird eine wichtige natürliche und zugleich geografische Grenze überschritten.

Die bisherigen Etappen führten durch den Bregenzerwald, über die Nagelfluhkette und durch die Hörnergruppe. Nun verändert sich der Charakter der Alpenüberquerung deutlich: Der Weg wird alpiner, die Höhen nehmen zu und mit dem Mädelejoch liegt erstmals ein knapp 2.000 Meter hoher Übergang auf der Route.

Gleichzeitig folgt die Etappe dem historischen Gedanken des E5. Der Weg über das Mädelejoch verbindet das Allgäu mit dem Lechtal und führt damit auf eine jahrhundertealte Verbindung zwischen Deutschland und Österreich.

Für die gesamte Alpenüberquerung ist diese Etappe deshalb ein wichtiger Übergang: Die Voralpen liegen hinter uns – der Weg in die Hochalpen beginnt.


🧗‍♂️ Der Weg in Etappen

🏘️ Oberstdorf – Spielmannsau

Von Oberstdorf führt der Weg zunächst durch das Trettachtal. Die Landschaft wird zunehmend ruhiger, während die Berge links und rechts immer näher zusammenrücken.

In Spielmannsau beginnt der eigentliche Bergweg zur Kemptner Hütte.

🌲 Durch den Sperrbachtobel

Jetzt verändert sich der Charakter des Weges.

Der Sperrbach begleitet den Anstieg. Der Weg führt durch eine wilde, teilweise enge Schlucht und gewinnt stetig an Höhe.

Schon die historische Weganlage zeigt, dass dieser Abschnitt nie ein einfacher Bergweg war. Zwischen 1887 und 1888 wurde hier eine neue Verbindung zwischen Oberstdorf und Holzgau geschaffen. Der historische Weg verlief teilweise sogar im Bachbett und wurde durch einen eisernen Steg ergänzt.

🏔️ Kemptner Hütte

Nach dem anstrengenden Aufstieg öffnet sich die Landschaft rund um die Kemptner Hütte.

Die Hütte liegt auf 1.844 Metern und ist heute ein wichtiger Stützpunkt am E5. Sie wurde 1891 erbaut und über die Jahrzehnte mehrfach erweitert und modernisiert.

🇩🇪🇦🇹 Mädelejoch

Von der Kemptner Hütte geht es weiter hinauf zum Mädelejoch.

Mit 1.972 Metern ist es der höchste Punkt dieser Etappe.

Hier wird nicht nur ein Höhenkamm überschritten. Gleichzeitig verlassen wir Deutschland und erreichen Österreich.

Der erste große Gebirgskamm der Alpenüberquerung liegt hinter uns.

🌄 Höhenbachtal – Holzgau

Vom Mädelejoch führt der Weg bergab in das Höhenbachtal.

Die Landschaft verändert sich erneut. Der Weg führt hinunter in Richtung Lechtal und schließlich zur Holzgauer Hängebrücke.

Die Brücke überspannt die Höhenbachtalschlucht auf 200,5 Metern Länge und mehr als 100 Metern Höhe und wurde 2012 eröffnet.

Danach ist Holzgau und damit das Etappenziel erreicht.


📜 Sagen, Legenden und Geschichten

🌊 Der Sperrbachtobel – ein Weg durch das Wasser

Der Sperrbachtobel gehört zu den eindrucksvollsten Abschnitten dieser Etappe.

Der historische Weg durch die Schlucht war bereits im 19. Jahrhundert eine anspruchsvolle Verbindung zwischen Oberstdorf und Holzgau. Von 1887 bis 1888 wurde hier eine neue Weganlage gebaut. Teile des damaligen Weges verliefen sogar im Bachbett; ein eiserner Steg verband die beiden Ufer. Die historische Beschreibung macht deutlich, dass der Weg trotz verschiedener Sicherungen nicht ungefährlich war.

Das Wasser gehört damit nicht erst heute zum Charakter des Sperrbachtobels. Es war schon für die Erbauer des historischen Weges ein bestimmender Bestandteil dieser Landschaft.

Und genau das sollte ich auf dieser Etappe noch auf eine ganz andere Weise erleben.

🕯️ Die Kapelle am Knie

Etwa auf halber Strecke des Aufstiegs zur Kemptner Hütte steht die kleine Kapelle am sogenannten Knie.

Sie geht auf eine alte Wallfahrt zwischen Holzgau und Oberstdorf zurück und wurde ursprünglich bereits im 17. Jahrhundert errichtet. Mehrfach wurde sie von Lawinen zerstört und anschließend wieder aufgebaut.

Für die Wallfahrer vergangener Zeiten war die Kapelle ein wichtiger Wegpunkt. Später diente sie auch Hirten als Schutz. Heute ist sie ein stiller Rastplatz für Bergsteiger.

Gerade an diesem Ort wird deutlich, dass der Weg über das Mädelejoch nicht erst mit dem E5 entstanden ist. Menschen haben diese Verbindung zwischen dem Allgäu und dem Lechtal schon lange vor den heutigen Fernwanderwegen genutzt.

🏛️ Geschichte

🏔️ Die Kemptner Hütte – seit 1891

Die Geschichte der Kemptner Hütte ist eng mit der Erschließung der Allgäuer Alpen verbunden.

Nachdem zwischen 1887 und 1888 der Weg durch den Sperrbachtobel verbessert worden war, konnte auch der Bau einer Schutzhütte am Mädelejoch verwirklicht werden.

Am 1. Juni 1891 begann der Bau. Bereits am 16. August 1891 wurde die Kemptner Hütte eingeweiht. Die Gemeinde Holzgau stellte den Baugrund zur Verfügung, während der Alpenverein und seine Mitglieder die Finanzierung unterstützten.

Die heutige Kemptner Hütte ist das Ergebnis zahlreicher Erweiterungen. Die Hütte wurde unter anderem 1904, 1925, 1931, 1971 und 1991 erweitert. In den Jahren 2020 bis 2022 erfolgte ein weiterer großer Umbau.

🐴 Versorgung mit Muli und Haflinger

Eine besonders anschauliche Geschichte erzählt die Versorgung der Kemptner Hütte vor dem Bau der Materialbahn.

Über Jahrzehnte wurden Lebensmittel und andere notwendige Güter mit Mulis und Haflingern durch den Sperrbachtobel zur Hütte gebracht.

Ein Bericht über die Versorgung im Jahr 1960 beschreibt, wie die Tiere täglich den schwierigen Weg zwischen Spielmannsau und Kemptner Hütte bewältigten. Selbst im Frühjahr mussten Schneefelder überwunden und Wege mit Pickel und Schaufel vorbereitet werden.

Erst 1969 endete diese Ära mit dem Bau der Materialbahn.

Die Geschichte passt erstaunlich gut zu dieser Alpenüberquerung: Was heute ein Wanderweg ist, war lange Zeit eine mühsame Versorgungsroute in eine hoch gelegene Bergwelt.

🏘️ Holzgau und die alte Verbindung über das Mädelejoch

Holzgau ist ein alter Ort des oberen Lechtals. Die Verbindung über das Mädelejoch war bereits lange vor dem modernen Wandertourismus eine wichtige Verbindung zwischen dem Lechtal und Oberstdorf.

Auch die politische Geschichte dieser Landschaft ist bemerkenswert. Spielmannsau gehörte bis 1844 politisch zu Österreich und wurde erst danach Bayern zugeschlagen.

Damit führt diese Etappe nicht nur über einen geografischen Grenzübergang. Sie bewegt sich durch eine Landschaft, deren politische Zugehörigkeit selbst Teil ihrer Geschichte ist.

📖 Geschichten, die weiterleben

Auf dem Weg von Oberstdorf nach Holzgau begegnen uns nicht nur der erste große Gebirgskamm der Alpenüberquerung und die wilde Landschaft des Sperrbachtobels, sondern auch eine Geschichte von alten Wegen, Wallfahrten und dem Leben in den Bergen.

Der Sperrbachtobel war schon vor dem E5 eine schwierige Verbindung zwischen dem Allgäu und dem Lechtal. Die Kemptner Hütte entstand aus dem Wunsch, diesen alpinen Übergang für Bergsteiger besser zugänglich zu machen. Und die kleine Kapelle am Knie erinnert daran, dass Menschen diesen Weg schon lange vor dem modernen Wandertourismus gegangen sind.

Gerade diese Verbindung aus Natur, Geschichte und alten Wegen macht die fünfte Etappe der Alpenüberquerung zu einem besonderen Abschnitt.

➡️ Sagen, Legenden und Geschichten – Die Literarische Galerie


🌿 Natur und Landschaft

🌲 Das Trettachtal

Der Ausgangspunkt der Etappe liegt noch in der geschützten Landschaft des Trettachtals. Wälder, Wiesen und der Fluss begleiten den Weg aus Oberstdorf hinaus.

Je weiter wir nach Süden kommen, desto stärker verändert sich das Landschaftsbild.

💧 Der Sperrbachtobel

Im Sperrbachtobel wird Wasser zum bestimmenden Element.

Der Sperrbach rauscht durch die Schlucht, während der Weg teilweise dicht am Wasser entlangführt. Fels, Wald und Wasser bilden hier eine Landschaft, die bei trockenem Wetter schon beeindruckend ist – bei starkem Regen aber einen völlig anderen Charakter annehmen kann.

🏔️ Alpine Welt an der Kemptner Hütte

Oberhalb der Baumgrenze wird die Landschaft offener. Bergwiesen treffen auf felsige Gipfel und Grate.

Die Kemptner Hütte liegt hoch über dem Sperrbachtobel im Allgäuer Hauptkamm. Rund um die Hütte gehören Murmeltiere und Steinböcke zur alpinen Tierwelt.

🌄 Übergang ins Lechtal

Am Mädelejoch erreicht die Etappe ihren höchsten Punkt. Der Übergang auf 1.972 Metern bildet auch landschaftlich eine deutliche Grenze.

Hinter dem Joch liegt Österreich. Der Weg führt hinunter in das Höhenbachtal und damit in eine Landschaft, die sich wieder zunehmend öffnet.


📸 Die schönsten Momente der Etappe

🌲 Durch das Trettachtal nach Spielmannsau
Von Oberstdorf führt der Weg zunächst durch das Trettachtal. Der Bach begleitet uns, während die Berge links und rechts zunehmend näher zusammenrücken. Mit Spielmannsau endet der eher ruhige Auftakt und der eigentliche Anstieg beginnt.

💧 Der Sperrbachtobel
Der Weg durch den Sperrbachtobel gehört zu den eindrucksvollsten Abschnitten der Etappe. Wasser, Fels und Wald bestimmen die Landschaft. Besonders bei Regen zeigt sich der Tobel von seiner wilden Seite.

🏔️ Die Kemptner Hütte
Nach dem langen Anstieg öffnet sich auf 1.844 Metern die Bergwelt rund um die Kemptner Hütte. Der Blick zurück ins Trettachtal lässt erahnen, wie viele Höhenmeter bereits hinter uns liegen.

🇩🇪🇦🇹 Das Mädelejoch
Mit 1.972 Metern ist das Mädelejoch der höchste Punkt der Etappe. Gleichzeitig überschreiten wir hier den ersten großen Gebirgskamm der Alpenüberquerung und erreichen Österreich. Ein besonderer Moment – nicht nur geografisch.

🌄 Der Blick hinüber ins Lechtal
Hinter dem Mädelejoch verändert sich die Landschaft. Der Weg führt hinunter in das Höhenbachtal und öffnet den Blick auf die österreichische Bergwelt.

🌉 Die Holzgauer Hängebrücke

200,5 Meter lang und mehr als 100 Meter über der Höhenbachtalschlucht – die Holzgauer Hängebrücke ist ein spektakulärer Abschluss dieser Etappe. Nach dem langen Abstieg steht man plötzlich hoch über der Schlucht und blickt hinunter ins Höhenbachtal.🌧️ Ein Tag zum Vergessen – und ein Mädelejoch in der Sonne

🌧️ Ein Tag zum Vergessen – und ein Mädelejoch in der Sonne

Sturmfluten brachen über uns herein. Bäche schwollen an, kleine Rinnsale wurden zu Wasserfällen – und trotz hervorragendem Nässeschutz waren wir irgendwann bis auf die Knochen nass.

Beim Anstieg zur Kemptner Hütte gibt es immer wieder kleine Wasserläufe, die den Weg queren. An diesem Tag aber waren es keine kleinen Wasserläufe mehr. Aus den Rinnsalen waren Sturzfluten geworden, die den Weg teilweise unpassierbar machten.

Wir mussten uns durch Wasserfälle kämpfen, die es normalerweise überhaupt nicht gibt. Das Wasser kam den Berg herunter, suchte sich seinen Weg über den Wanderweg und machte den Aufstieg zu einer ganz besonderen Herausforderung.

Und dann der Gegensatz:

Oben am Mädelejoch erwartete uns plötzlich herrliches Wetter mit Sonnenschein.

Nach dem Sturm und dem vielen Wasser war dieser Moment fast unwirklich. Unten hatten wir uns noch durch die Wassermassen gekämpft – und oben lag die Bergwelt plötzlich im Sonnenschein vor uns.

Eine Etappe, die mit einem Unwetter begann und uns trotzdem mit einem strahlenden Mädelejoch belohnte.


🍽️ Einkehrmöglichkeiten, Rastplätze und Übernachtung

🍴 Einkehr

Berggasthof Spielmannsau
Direkt am Weg
☎️ +49 8322 3015 / 96030

Kemptner Hütte
1.844 m
Wichtige Einkehr- und Versorgungsmöglichkeit auf der Etappe.

Café Uta
Höhenbachtal bei Holzgau
Weitere Einkehrmöglichkeit vor dem Etappenziel.

🛏️ Übernachtung in Holzgau

Posthotel Lechtal
Holzgau 47
☎️ +43 5633 5204

Holzgauer Hof
Holzgau 66
☎️ +43 5633 5250

Öffnungszeiten, Hüttenbetrieb und Übernachtungsmöglichkeiten können sich saisonal oder wetterbedingt ändern. Vor der Etappe bitte aktuell prüfen und Übernachtungen möglichst früh reservieren.


💡 Wissenswertes zur Etappe

🏔️ Die Kemptner Hütte

Die Kemptner Hütte wurde 1891 erbaut und ist heute ein bedeutender Stützpunkt des E5. Sie liegt auf 1.844 Metern hoch über dem Sperrbachtobel.

🇩🇪🇦🇹 Das Mädelejoch

Mit 1.972 Metern ist das Mädelejoch der höchste Punkt dieser Etappe. Gleichzeitig wird hier die Grenze zwischen Deutschland und Österreich überschritten.

🌉 Die Holzgauer Hängebrücke

Die Hängebrücke ist 200,5 Meter lang und überspannt die Höhenbachtalschlucht in mehr als 100 Metern Höhe. Sie wurde 2012 eröffnet.

⏱️ Die OA-Zeit

Die in Outdooractive angegebene Zeit von 7:53 Stunden ist eine Orientierungszeit für die persönliche Tourenplanung. Wetter, Kondition, Pausen und Wegverhältnisse können die tatsächliche Gehzeit erheblich beeinflussen.


⚠️ Hinweise zur Tour

Der E5 führt bereits auf dieser ersten alpinen Etappe durch anspruchsvolles Gelände.

Wetterumschwünge können im Gebirge sehr schnell auftreten. Auch im Sommer sind Gewitter, Sturm, Nebel, Kälteeinbrüche und Schneefall möglich.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern der Bereich des Mädelejochs und die alpinen Abschnitte rund um die Kemptner Hütte.

Auch der Sperrbachtobel kann bei starkem Regen einen völlig anderen Charakter annehmen. Wasserläufe können anschwellen und den Weg erschweren oder zeitweise unpassierbar machen.

Für die Etappe sind Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.

Grödel gehören bei einer E5-Alpenüberquerung grundsätzlich in den Rucksack. Auch im Sommer können in hoch gelegenen Bereichen überraschend Schnee, Eis oder harte Altschneefelder auftreten.

Die Wetter- und Wegverhältnisse sollten unmittelbar vor der Etappe geprüft werden. Bei ungünstigen Bedingungen muss die Tour angepasst oder abgebrochen werden.

🚨 Notruf

112 – Europäischer Notruf

Bei einem alpinen Notfall in Deutschland und Österreich kann über 112 Hilfe angefordert werden.


🎒 Ausrüstung

🥾 Etappentour

Für diese alpine Etappe sind stabile und gut eingelaufene Bergwanderschuhe erforderlich. Besonders im Sperrbachtobel und auf den alpinen Abschnitten sind Trittsicherheit und guter Halt wichtig.

🎒 Tagesgepäck

Ins Tagesgepäck gehören insbesondere:

  • ausreichend Trinkwasser
  • wetterfeste Regenjacke und Regenhose
  • warme zusätzliche Kleidung
  • Erste-Hilfe-Set
  • Handy mit geladenem Akku
  • Wanderkarte bzw. aktuelle digitale Navigation
  • Sonnenschutz
  • Stirn- oder Taschenlampe
  • persönliche Medikamente
  • Grödel für mögliche Schneefelder oder vereiste Passagen

Gerade meine Erfahrung auf dieser Etappe zeigt, wie wichtig zuverlässiger Nässeschutz sein kann: Selbst bei guter Ausrüstung kann ein extremes Wetterereignis dazu führen, dass man völlig durchnässt wird.

🧳 Mehrtagestour

Wer die Alpenüberquerung als Mehrtagestour geht, muss zusätzlich die gesamte persönliche Ausrüstung für mehrere Wandertage berücksichtigen.

Das Gewicht des Rucksacks sollte dabei möglichst sinnvoll begrenzt werden. Die Etappe enthält bereits mehr als 1.200 Höhenmeter im Aufstieg.

🚚 Gepäcktransfer

Kein Gepäcktransfer bekannt.

👉 Zu Fuß über die Alpen Bregenz – Meran 5: Oberstdorf – Holzgau vs. Hängebrücke


🔗 Verbindung

🚆 ÖPNV · 🚗 PKW · 🅿️ Parken

Die Etappe beginnt in Oberstdorf und endet in Holzgau.

Oberstdorf ist mit der Bahn erreichbar. Damit lässt sich der Startpunkt dieser Etappe grundsätzlich auch ohne eigenes Fahrzeug erreichen.

Für die konkrete Anreise mit Bahn und Bus sowie aktuelle Fahrpläne sollten die Verbindungen vor Beginn der Tour geprüft werden.

🔄 Tipp für die Rückreise

Die Etappe endet in Holzgau im Lechtal. Wer anschließend zum Ausgangspunkt Oberstdorf zurückkehren möchte, sollte die Verbindung bereits bei der Etappenplanung berücksichtigen.

Da Fahrpläne und saisonale Verbindungen wechseln können, empfiehlt sich eine aktuelle Prüfung am Tag vor der Wanderung.

👉 Zu Fuß über die Alpen Bregenz – Meran 5: Oberstdorf – Holzgau


⭐ Mein Eindruck

Diese Etappe markiert für mich einen Wendepunkt der gesamten Alpenüberquerung.

Bis Oberstdorf führte der Weg bereits über Berge, Grate und Gipfel. Aber mit dem Anstieg durch den Sperrbachtobel zur Kemptner Hütte und der Überschreitung des Mädelejochs beginnt eine andere Dimension.

An diesem Tag zeigte sich die Bergwelt allerdings zunächst von ihrer härtesten Seite. Wasser kam uns in Mengen entgegen, aus kleinen Rinnsalen wurden Sturzfluten und der Weg wurde teilweise zum Bachbett.

Und dann, nach all diesem Regen, dieser Übergang am Mädelejoch:

Sonne.

Ein solcher Moment bleibt.

Vielleicht gehört genau das zu einer Alpenüberquerung. Man kann das Wetter nicht planen, den Weg nicht immer kontrollieren und die Berge nicht verändern.

Man kann nur weitergehen.

Und wenn der Weg zu Fuß über die Alpen führen soll, dann geht man ihn eben zu Fuß.