🥾 Zu Fuß über die Alpen – Bregenz Meran 10: Verpeilhütte – Kaunergrathütte

✨ Wo Wege Geschichten erzählen

🏔️ Tag der Wahrheit

Die zehnte Etappe der Alpenüberquerung führt endgültig in eine andere Welt.

Von der Verpeilhütte geht es hinauf in eine hochalpine Landschaft, in der Wald und Wiesen bald verschwinden. Geröll, Fels und steile Flanken bestimmen den Weg. Die Madatschtürme ragen vor uns auf, das Gelände wird zunehmend anspruchsvoller und mit dem Aperen Madatschjoch auf rund 3.030 Metern erreichen wir einen der höchsten Punkte der gesamten Alpenüberquerung.

Es ist keine lange Etappe – aber eine, die ihre Kilometer nicht verschenkt.

Rund 1.100 Höhenmeter müssen auf nur wenigen Kilometern bewältigt werden. Der Weg führt über Geröll und loses Gestein, durch einen Kamin und über seilversicherte Passagen hinauf zum Madatschjoch. Jeder Höhenmeter kostet Kraft.

Und für uns sollte dieser Tag noch eine besondere Wendung nehmen.

Eigentlich war die Etappe bis zur Riffelseehütte geplant.

Aber es kam anders.


📋 Tourensteckbrief

🥾 Etappe: Verpeilhütte – Kaunergrathütte
📏 Strecke: 5,6 km
⏱️ Gehzeit: 5:00 Stunden
⬆️ Aufstieg: 1.100 hm
⬇️ Abstieg: 280 hm
🏔️ Höchster Punkt: 3.030 m
🏠 Ziel: Kaunergrathütte, 2.817 m
⛰️ Schwierigkeit: T4 – schwer
🗓️ Etappentour: Ja
🚶 Charakter: hochalpin, steil, geröllreich, seilversichert
🧗 Anspruch: Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung erforderlich


🥾 Eigenschaften der Wanderung

🏔️ Hochalpin

Die Etappe führt vollständig in hochalpines Gelände. Wald und Almwiesen spielen kaum noch eine Rolle. Geröll, Fels, steile Hänge und alpine Übergänge bestimmen den Charakter.

🪨 Geröll und loses Gestein

Vor allem der Aufstieg zum Madatschjoch führt über Geröll und loses Gestein. Der Untergrund ist teilweise instabil und verlangt einen sicheren Tritt.

🧗 Anspruchsvoll

Mit T4 – schwer ist die Etappe technisch anspruchsvoll. Seilversicherte Stellen, ein Kamin und steile Passagen verlangen Konzentration und alpine Erfahrung.

⛰️ Große Höhendifferenz

Auf nur 5,6 Kilometern werden rund 1.100 Höhenmeter überwunden. Die kurze Distanz darf deshalb keinesfalls mit einer einfachen Wanderung verwechselt werden.

🌄 Aussichtsreich

Die Madatschtürme, die umliegenden Dreitausender und die hochalpine Landschaft des Kaunergrats machen die Etappe landschaftlich außergewöhnlich.

🏠 Hüttenetappe

Start und Ziel liegen an Berghütten. Die Kaunergrathütte auf 2.817 Metern ist selbst Teil des Erlebnisses und zeigt eindrucksvoll, unter welchen Bedingungen eine Hütte in dieser Höhenlage betrieben wird.


🌿 Die Etappe auf einen Blick

Diese Etappe ist kurz, aber ausgesprochen intensiv.

Von der Verpeilhütte auf 2.025 Metern führt der Weg zunächst durch das Kühgrübl in Richtung Madatschtürme. Die Landschaft wird zunehmend felsiger und hochalpiner. Über die Bereiche des Madatschferners geht es hinauf zum Aperen Madatschjoch auf rund 3.030 Metern.

Der Aufstieg ist steil und anstrengend. Geröll und loses Gestein erschweren das Vorankommen. Stellenweise sind Leitern, Tritte und Drahtseile vorhanden.

Vom Madatschjoch führt der Weg anschließend seilversichert hinunter zur Kaunergrathütte auf 2.817 Metern.

Die Etappe ist damit zwar nur wenige Kilometer lang, gehört aber aufgrund der Höhe, des Geländes und der großen Höhendifferenz zu den anspruchsvollsten Abschnitten der Alpenüberquerung.


🏞️ Charakter der Wanderung

Diese Etappe ist T4 – schwer und führt in eine Landschaft, die mit den bisherigen Abschnitten der Alpenüberquerung kaum noch vergleichbar ist.

Der Weg verlässt endgültig die bewaldeten und alpinen Übergangsräume. Stattdessen dominieren Geröll, Fels und hochalpine Flanken.

Besonders der Anstieg zum Madatschjoch verlangt viel Kraft. Das lose Gestein macht jeden Schritt bewusst. Der Untergrund gibt nach, die Füße suchen Halt und der Höhengewinn ist trotz der kurzen Distanz enorm.

Dazu kommen ausgesetzte und seilversicherte Passagen.

Hier ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nicht nur eine formale Voraussetzung. Das Gelände verlangt tatsächlich volle Konzentration.

Auch das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. Auf rund 3.000 Metern können sich die Bedingungen innerhalb kurzer Zeit verändern. Nebel, Regen, Schnee oder Vereisung können eine ohnehin anspruchsvolle Route zusätzlich erschweren.

Die Etappe sollte deshalb nur bei stabilen und guten Wetterbedingungen gegangen werden.


🗺️ Karte und Tourenverlauf

Die interaktive Karte zeigt den vollständigen Verlauf der zehnten Etappe von der Verpeilhütte über das Aperes Madatschjoch bis zur Kaunergrathütte.

Der Weg führt zunächst durch das Kühgrübl und vorbei an den markanten Madatschtürmen. Danach wird das Gelände immer felsiger und geröllreicher. Über den Bereich des Madatschferners steigt der Weg zum Aperen Madatschjoch an.

Der Übergang liegt auf rund 3.030 Metern und bildet den höchsten Punkt dieser Etappe. Anschließend geht es über steile, seilversicherte Passagen hinunter zur Kaunergrathütte.

Die aktuelle Hütteninformation bestätigt diesen Übergang ebenfalls als anspruchsvolle alpine Route über das Aperes Madatschjoch.

Verpeilhütte → Kühgrübl → Madatschtürme → Madatschferner → Aperes Madatschjoch → Kaunergrathütte


🥾 Einordnung des Weges

Diese Etappe ist der zehnte Abschnitt der Alpenüberquerung Bregenz – Meran.

Nach dem langen und bereits anspruchsvollen Weg von Piller über die Verpeilhütte beginnt nun ein kurzer, aber hochalpiner Abschnitt.

Der Weg führt über das Aperes Madatschjoch und verbindet das Verpeiltal mit dem Pitztal. Damit folgt die Route einer alten alpinen Verbindung zwischen den beiden Tälern. Die Kaunergrathütte liegt dabei hoch über dem Pitztal auf 2.817 Metern.

Für die Alpenüberquerung ist dieser Abschnitt ein weiterer deutlicher Schritt in die Hochalpen.

Die bisherigen Etappen waren bereits anspruchsvoll. Hier aber wird die Landschaft endgültig von den großen Höhen und dem Fels geprägt.


🧗‍♂️ Der Weg in Etappen

🏠 Verpeilhütte – Kühgrübl

Von der Verpeilhütte führt der Weg zunächst hinauf in Richtung Kühgrübl.

Die letzten Zirben und die alpine Vegetation begleiten den Weg noch ein Stück. Schon bald aber wird deutlich, dass sich die Landschaft verändert.

Die umliegenden Gipfel rücken näher und die markanten Felsformationen der Madatschtürme bestimmen zunehmend das Bild.

Das Naturpark Kaunergrat beschreibt das Verpeiltal als eines der charakteristischen Hochtäler der Region. Die Madatschtürme bilden dabei eine besonders markante Felskulisse vor der Watzespitze.

🪨 Kühgrübl – Madatschtürme

Mit den Madatschtürmen beginnt der eigentliche hochalpine Charakter der Etappe.

Der Weg führt durch zunehmend steileres und felsigeres Gelände. Die gewaltigen Türme ragen über der Route auf und vermitteln einen Eindruck davon, welche Dimensionen die Berge des Kaunergrats besitzen.

Hier ist endgültig Schluss mit einer normalen Bergwanderung.

🧗 Madatschtürme – Aperes Madatschjoch

Der schwierigste Abschnitt liegt vor uns.

Vorbei an den Madatschtürmen muss ein Kamin durchstiegen werden. Danach folgt der lange Aufstieg über Geröll und loses Gestein.

Der Untergrund ist teilweise so instabil, dass jeder Schritt Kraft kostet.

Zwei Schritte vor, einen zurück.

Mit zunehmender Höhe wird die Landschaft immer karger. Die Vegetation tritt vollständig zurück. Fels, Geröll und hochalpine Geländeformen bestimmen den Weg.

Das Aperes Madatschjoch auf rund 3.030 Metern ist der höchste Punkt der Etappe. Die aktuelle Hütteninformation führt diesen Übergang ausdrücklich als alpine Route.

🏔️ Aperes Madatschjoch – Kaunergrathütte

Vom Madatschjoch beginnt der Abstieg zur Kaunergrathütte.

Auch dieser Abschnitt ist nicht einfach. Der Weg führt über steiles Gelände und ist teilweise mit Drahtseilen gesichert.

Nach dem langen Aufstieg ist die Konzentration weiterhin gefordert.

Dann taucht schließlich die Kaunergrathütte auf 2.817 Metern auf.

Für viele Wanderer ist sie das ersehnte Ziel nach dem anspruchsvollen Übergang.

Für uns war sie an diesem Tag allerdings mehr als nur das Ende einer Etappe.

Hier mussten wir feststellen, dass unsere geplante Weiterwanderung bis zur Riffelseehütte nicht mehr möglich war.


📜 Sagen, Legenden und Geschichten

Für den unmittelbaren hochalpinen Abschnitt zwischen Verpeilhütte und Kaunergrathütte lässt sich keine ausreichend belegte klassische Sage finden, die ich guten Gewissens direkt diesem Weg zuordnen würde.

Dafür erzählt die Landschaft selbst eine Geschichte.

🏔️ Das Madatschjoch – ein alter Übergang zwischen den Tälern

Das Madatschjoch verbindet den Bereich des Verpeiltals mit dem Pitztal.

Heute führt hier eine anspruchsvolle alpine Route über das Aperes Madatschjoch zur Kaunergrathütte. Die aktuelle Hütteninformation beschreibt genau diesen Übergang über den Madatschferner und das rund 3.030 Meter hohe Joch.

Es ist eine Verbindung, die nicht durch Straßen oder technische Anlagen geprägt ist, sondern durch die Landschaft selbst.

Wer diesen Weg begeht, erlebt unmittelbar, wie schwierig die Verbindung zwischen den Tälern in dieser Höhenlage sein kann.

🪨 Die Madatschtürme und der Kaunergrat

Die Madatschtürme gehören zu den markanten Felsgestalten des Kaunergrats. Dahinter erhebt sich die Watzespitze mit 3.533 Metern, der höchste Gipfel des Kaunergrats.

Der Kaunergrat selbst liegt zwischen Pitztal und Kaunertal und gehört zu den Ötztaler Alpen. Der Naturpark Kaunergrat umfasst heute große Teile dieser Landschaft.

Die Namen der Berge, die Felsgestalten und die alten Übergänge erzählen damit ihre eigene Geschichte: von einer Bergwelt, in der die Verbindung zwischen den Tälern immer auch eine Frage des Geländes und des Wetters war.

🏛️ Geschichte

🛖 Die Kaunergrathütte – seit 1903 in den Bergen

Die Kaunergrathütte wurde 1903 von der Akademischen Sektion Graz des Österreichischen Alpenvereins errichtet.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Hütte mehrfach erweitert und umgebaut. Seit 2003 gehört sie der Sektion Mainz des Deutschen Alpenvereins, die sie grundlegend sanierte.

Damit steht die Hütte heute für mehr als ein Jahrhundert alpiner Geschichte.

Sie ist gleichzeitig Bergsteigerunterkunft, Ausbildungsstützpunkt und Ausgangspunkt für anspruchsvolle Touren im Kaunergrat.

🧗‍♂️ Ausbildungsstützpunkt im Hochgebirge

Seit 1927 ist die Kaunergrathütte ein Ausbildungsstützpunkt für Bergsteiger und Kletterer.

Direkt an der Hütte befinden sich ein Klettergarten und ein Lehr-Klettersteig. Die DAV-Sektion Mainz führt dort alpine Ausbildungskurse durch.

Die Hütte ist damit nicht nur Ziel einer Alpenüberquerung, sondern selbst Teil der alpinen Geschichte dieser Region.

🚁 Eine Hütte, die aus der Luft versorgt wird

Die abgeschiedene Lage auf 2.817 Metern hat Konsequenzen für den gesamten Hüttenbetrieb.

Die Kaunergrathütte wird auch heute ausschließlich mit dem Hubschrauber versorgt. Lebensmittel und andere für den Hüttenbetrieb benötigte Dinge müssen aufwendig in die Höhe gebracht werden. Die Hütte weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die Verpflegung bereits bei der Reservierung geplant werden muss.

Auch die Wasserversorgung zeigt, wie besonders die Lage der Hütte ist.

Das benötigte Wasser wird als Schneeschmelzwasser in einem Auffangbecken oberhalb der Hütte gesammelt, anschließend gefiltert und mit UV-Licht keimfrei gemacht.

Was im Tal selbstverständlich erscheint – Wasser, Lebensmittel und Versorgung – wird hier oben zu einer logistischen Aufgabe.

⛪ Die kleine Kapelle bei der Hütte

Unweit der Kaunergrathütte steht eine kleine Wegkapelle St. Martin.

Die Sektion Mainz errichtete sie 2011 vollständig durch Spenden. Sie soll Bergsteigerinnen und Bergsteigern als Ort der inneren Einkehr dienen und ist zugleich Mittelpunkt von Bergmessen und Gottesdiensten.

Gerade an einem Ort wie diesem bekommt eine solche kleine Kapelle eine besondere Bedeutung.

Nach dem langen Aufstieg, inmitten der Hochgebirgslandschaft, wirkt sie wie ein stiller Gegenpol zu den gewaltigen Bergen ringsum.

📖 Geschichten, die weiterleben

Die zehnte Etappe führt durch eine Landschaft, in der Natur und Geschichte besonders eng miteinander verbunden sind.

Das Madatschjoch ist ein hochalpiner Übergang zwischen den Tälern. Die Madatschtürme und die Watzespitze erzählen von einer gewaltigen Bergwelt, während die Kaunergrathütte seit mehr als hundert Jahren den Menschen auf ihrem Weg durch diese Berge Unterkunft und Schutz bietet.

Und selbst heute ist die Hütte noch unmittelbar von den Bedingungen des Hochgebirges abhängig: Versorgung aus der Luft, Schneeschmelzwasser und die kurze Sommersaison gehören zum Alltag auf 2.817 Metern.

Gerade diese Verbindung aus Natur, Geschichte, Bergsteigen und überliefertem Wissen über die Berge macht den Abschnitt zu einem besonderen Teil der Alpenüberquerung.

➡️ 📖 Sagen, Legenden und Geschichten – Die Literarische Galerie


🌿 Natur und Landschaft

🏔️ Im Herzen des Kaunergrats

Der Kaunergrat zieht sich zwischen Pitztal und Kaunertal durch die Ötztaler Alpen. Die Kaunergrathütte liegt mitten in dieser hochalpinen Landschaft.

Die Berge erreichen hier Höhen von deutlich über 3.000 Metern. Die Watzespitze mit 3.533 Metern ist der höchste Gipfel des Kaunergrats.

🪨 Eine Landschaft aus Fels und Geröll

Mit zunehmender Höhe verschwindet die Vegetation.

Auf dem Weg zum Madatschjoch bestimmen Fels, Geröll und Schutt das Landschaftsbild. Die Farben werden zurückhaltender, die Formen schroffer.

Gerade dadurch wirkt die Landschaft besonders eindrucksvoll.

🧊 Eis und Gletscher

Der Weg berührt den Bereich des Madatschferners. Die hochalpine Landschaft ist dabei einem starken Wandel unterworfen.

Auch die Kaunergrathütte weist heute darauf hin, dass der Rückgang der Gletscher die Bedingungen im Gebiet verändert. Selbst Ausbildungsbereiche für Eis mussten dadurch aufgegeben werden.

🐐 Leben im Hochgebirge

Je höher wir kommen, desto weniger Pflanzen und Tiere sind sichtbar.

Dennoch ist die hochalpine Landschaft Lebensraum für typische Bergbewohner. Gämsen, Murmeltiere und mit etwas Glück auch Steinböcke gehören zur Tierwelt des Kaunergrats.

Die Natur zeigt sich hier nicht üppig, sondern in ihrer ursprünglichen, kargen Form.


📸 Die schönsten Momente der Etappe

🏔️ Die Madatschtürme

Schon der Blick auf die schroffen Madatschtürme macht deutlich, dass diese Etappe in eine andere Dimension führt.

Die Felszacken stehen wie Türme über dem Weg und geben einen Vorgeschmack auf das Gelände, das noch vor uns liegt.

🪨 Zwei Schritte vor, einen zurück

Der Aufstieg über das Geröll bleibt besonders in Erinnerung.

Man steigt – und verliert wieder etwas Höhe. Der Fuß findet keinen sicheren Halt. Jeder Schritt kostet Kraft.

Gerade dieser Abschnitt macht deutlich, warum die kurze Strecke von nur wenigen Kilometern keineswegs unterschätzt werden darf.

🏔️ Das Madatschjoch

Der Moment am höchsten Punkt der Etappe gehört zu den besonderen Augenblicken der gesamten Alpenüberquerung.

Nach dem mühsamen Aufstieg über Geröll liegt das Aperes Madatschjoch auf rund 3.030 Metern vor uns.

Die Welt wirkt hier oben vollkommen anders als noch wenige Stunden zuvor.

🏠 Die Kaunergrathütte

Dann endlich die Hütte.

Auf 2.817 Metern liegt sie in einer Landschaft, die kaum weiter von einer gewöhnlichen Unterkunft entfernt sein könnte.

Und genau deshalb bleibt dieser Ort in Erinnerung.


🏠 Einkehrmöglichkeiten, Rastplätze und Übernachtung

🥣 Verpflegung

Die eigentliche Einkehrmöglichkeit dieser Etappe liegt an den beiden Hütten:

  • Verpeilhütte, 2.025 m – Start der Etappe
  • Kaunergrathütte, 2.817 m – Ziel der Etappe

Die Kaunergrathütte bietet aktuell unter anderem Halbpension und Bergsteigerverpflegung an. Aufgrund der ausschließlichen Versorgung per Hubschrauber muss die gewünschte Verpflegungsart bereits bei der Reservierung angegeben werden.

🏠 Übernachtung

Kaunergrathütte, 2.817 m

Die Hütte gehört zur DAV-Sektion Mainz und bietet Übernachtungsmöglichkeiten in verschiedenen Kategorien.

Eine Reservierung vor Beginn der Tour wird dringend empfohlen. Die aktuelle Hüttensaison 2026 läuft vom 2. Juli bis 12. September 2026.

Die Hütte ist ausschließlich zu Fuß erreichbar.

👉 Zu Fuß über die Alpen: Etappe 10 Verpeilhütte – Kaunergrathütte 


💡 Wissenswertes zur Etappe

🚁 Die Versorgung der Kaunergrathütte

Die Kaunergrathütte wird ausschließlich mit dem Hubschrauber versorgt. Dadurch ist die Verpflegungsplanung wesentlich aufwendiger als bei einer Hütte mit Fahrweg oder Materialseilbahn.

💧 Wasser aus der Schneeschmelze

Das Wasser wird oberhalb der Hütte gesammelt, gefiltert und anschließend mit UV-Licht aufbereitet.

🏔️ Die höchstgelegene Hütte im Pitztal

Die Kaunergrathütte liegt auf 2.817 Metern und befindet sich damit in einer außergewöhnlichen Höhenlage. Sie liegt etwa 200 Meter unterhalb des Madatschjochs.

🧗 Alpine Ausbildung

Seit 1927 dient die Kaunergrathütte als Ausbildungsstützpunkt. Direkt an der Hütte befinden sich Klettergarten und Lehr-Klettersteig.

💶 Reservierung und Verpflegung

Für die Saison 2026 weist die Hütte darauf hin, dass die Verpflegungsart bereits bei der Reservierung ausgewählt werden muss. Telefonische oder schriftliche Buchungsanfragen können aktuell nicht berücksichtigt werden; die Reservierung erfolgt über das Online-System.


⚠️ Hinweise zur Tour

Diese Etappe ist T4 – schwer und sollte nur bei sicheren Wetterbedingungen begangen werden.

Besonders zu beachten sind:

  • hochalpines Gelände bis rund 3.030 m
  • Geröll und loses Gestein
  • steile Passagen
  • Kaminpassage
  • seilversicherte Stellen
  • teilweise ausgesetztes Gelände
  • mögliche Schnee- und Eisreste
  • schnelle Wetteränderungen im Hochgebirge
  • große Höhendifferenz auf kurzer Strecke

Bei schlechter Sicht, Gewitter, starkem Regen, Schneefall oder Vereisung kann sich der Charakter der Route erheblich verändern.

Notruf Österreich: 112
Bergrettung Österreich: 140

Die aktuelle Kaunergrathütte nennt für Notfälle ebenfalls die Bergrettung Innerpitztal unter 140.


🎒 Ausrüstung

🥾 Etappentour

Für diese hochalpine Etappe ist eine vollständige alpine Wanderausrüstung erforderlich:

  • stabile Bergwanderschuhe mit gutem Profil
  • ausreichend Wasser
  • Verpflegung für die Strecke
  • wetterfeste Kleidung
  • Regen- und Windschutz
  • warme Zusatzschicht
  • Sonnenschutz und Sonnenbrille
  • Erste-Hilfe-Set
  • Mobiltelefon
  • Stirnlampe
  • Wanderstöcke, sofern persönlich gewohnt

Für die hochalpinen Passagen sollten außerdem Handschuhe und eine zusätzliche warme Schicht im Rucksack sein.

Je nach aktuellen Verhältnissen können Schnee oder Vereisung auftreten. Die tatsächlichen Bedingungen müssen deshalb vor dem Aufbruch geprüft werden.

🎒 Mehrtagestour

Wer die Alpenüberquerung als Mehrtagestour geht, sollte das Gepäck für diese Etappe besonders sorgfältig planen.

Die kurze Strecke täuscht über den tatsächlichen körperlichen Anspruch hinweg. Bei mehrtägiger Belastung müssen ausreichend Reserven für die hochalpine Etappe vorhanden sein.

🧳 Gepäcktransfer

Ein regulärer Gepäcktransfer zur Kaunergrathütte ist nicht bekannt.

Aufgrund der hochalpinen Lage und der fehlenden Straßen- oder Fahrverbindung kann normales Reisegepäck hier nicht wie in einem Talort angeliefert werden.

👉 Outdooractive – Etappe 10 mit GPX und aktueller Wegführung 


🔗 Verbindung

Die Etappe beginnt an der Verpeilhütte und endet an der Kaunergrathütte.

Beide Hütten liegen im hochalpinen Gelände und sind nicht mit dem Pkw erreichbar.

Für die An- und Abreise sowie die aktuelle Wegführung sollte die jeweilige Outdooractive-Etappe herangezogen werden. Die Kaunergrathütte selbst weist darauf hin, dass sie ausschließlich zu Fuß erreichbar ist.

Für die Fortsetzung der Alpenüberquerung ist die nächste Etappe von der Kaunergrathütte in Richtung Braunschweiger Hütte vorgesehen.


⭐ Mein Eindruck

Tag der Wahrheit.

Eigentlich war die Etappe bis zur Riffelseehütte geplant.

Aber es kam anders.

Vorbei an den Madatschtürmen mussten wir einen Kamin durchsteigen. Schon das war eine Erfahrung, die deutlich machte, dass wir inzwischen endgültig im Hochgebirge angekommen waren.

Dann kam ein Abschnitt, den ich nie vergessen werde.

Zwei Schritte vor, einen zurück.

Durch das Madatschjoch ging es über Geröll und loses Gestein. Der Fuß fand keinen Halt. Jeder Schritt kostete Kraft und brachte manchmal kaum sichtbaren Höhengewinn.

Die Tour vom Vortag war noch nicht verdaut.

Maria war völlig erschöpft und entkräftet. Die Belastung der vergangenen Etappe steckte noch in den Knochen.

Als wir schließlich am Kaunergrat ankamen, war klar:

Hier war für uns Schluss.

Wir brachen die Tour ab und ruhten uns aus.

Die Riffelseehütte musste warten.

Morgen wird die Strecke länger.

Manchmal entscheidet nicht die Länge einer Etappe darüber, wie schwer sie ist.

Manchmal sind es die Höhe, das Gelände und die Kräfte, die man am Ende eines langen Weges noch besitzt.

Und manchmal muss man einfach erkennen, wann es Zeit ist, für diesen Tag aufzuhören.