🥾 Zu Fuß über die Alpen Bregenz Meran 13: Vent – Karthaus via Vernagt
✨ Wo Wege Geschichten erzählen
Vom letzten Dreitausender nach Südtirol
Es ist einer dieser Tage, an denen eine Alpenüberquerung noch einmal alles zeigt.
Von Vent führt der Weg durch das Niedertal hinauf zur Martin-Busch-Hütte und weiter zur Similaunhütte auf 3.019 Metern. Noch einmal wird die 3.000-Meter-Marke überschritten – und damit zum letzten Mal auf unserer Alpenüberquerung.
Oben am Niederjoch beginnt der Weg hinüber nach Südtirol. Fels und Hochgebirge bestimmen zunächst noch die Landschaft. Doch mit dem Abstieg durch das Tisental verändert sich alles. Die Berge werden niedriger, die Vegetation kehrt zurück und am Vernagtsee beginnt eine andere Welt.
Eigentlich sollte die Etappe in Vernagt enden. Doch bei der Suche nach einer Unterkunft hatten die vielen Wanderschulen bereits einen großen Teil der verfügbaren Übernachtungsmöglichkeiten belegt. Deshalb ging es weiter bis Karthaus.
So wurde aus der geplanten Etappe nach Vernagt ein langer Weg bis ins Schnalstal – und damit zugleich der Übergang von der hochalpinen Welt in die südtiroler Kulturlandschaft.
📋 Tourensteckbrief
🥾 Etappe: Vent – Karthaus via Vernagt
📏 Strecke: 26,5 km
⏱️ OA-Dauer: 9:57 h
⬆️ Aufstieg: 1.510 hm
⬇️ Abstieg: 1.912 hm
🏔️ Höchster Punkt: 3.019 m – Similaunhütte
📍 Tiefster Punkt: 1.332 m – Karthaus
🥾 Schwierigkeit: T3 – schwer
🗺️ Weg: Vent → Martin-Busch-Hütte → Similaunhütte → Niederjoch → Tisental → Vernagt → Karthaus
🌄 Charakter: hochalpin, aussichtsreich, lange Abstiegsstrecke
🏔️ Alpenüberquerung: letzter Übergang über 3.000 Meter
Die technischen Tourendaten entsprechen der aktuellen Outdooractive-Veröffentlichung.
Wichtig: Die bei Outdooractive angegebene Dauer von 9:57 Stunden ist die dort hinterlegte Planungszeit. Sie entspricht nicht meiner persönlichen Gehzeit.
🥾 Eigenschaften der Wanderung
🌄 Aussichtsreich
Die Etappe führt durch eine der eindrucksvollsten Hochgebirgslandschaften der Ötztaler Alpen. Vom Niedertal bis zum Niederjoch begleiten uns zahlreiche Dreitausender.
🏔️ Hochalpin
Mit der Similaunhütte auf 3.019 Metern erreicht die Alpenüberquerung noch einmal hochalpines Gelände. Schnee, Eis, Fels und Geröll können hier auch im Sommer eine Rolle spielen.
📜 Kulturell und historisch
Das Niederjoch ist ein alter Übergang zwischen Nord- und Südtirol. In unmittelbarer Nähe liegt das Tisenjoch, das durch den Fund von Ötzi weltgeschichtlich bekannt wurde.
🌿 Flora und Fauna
Der Weg führt durch verschiedene Höhenstufen: vom grünen Niedertal über die hochalpine Fels- und Gerölllandschaft bis in das wieder deutlich vegetationsreichere Schnalstal.
🪨 Geologische Highlights
Der Wechsel von alpinen Felslandschaften über Geröllhänge bis zu den geprägten Talhängen des Schnalstals macht die geologische Veränderung entlang der Etappe unmittelbar erlebbar.
🍽️ Einkehrmöglichkeiten
Mit der Martin-Busch-Hütte, der Similaunhütte und dem Tisenhof liegen mehrere Möglichkeiten zur Rast und Einkehr am beziehungsweise nahe dem Weg.
🥾 Etappentour
Die Etappe verbindet den österreichischen Ausgangspunkt Vent mit Karthaus in Südtirol und ist Teil der 15-teiligen Alpenüberquerung Bregenz – Meran.
🌿 Die Etappe auf einen Blick
Diese Etappe gehört zu den großen Übergängen der gesamten Alpenüberquerung.
Von Vent führt der Weg zunächst durch das Niedertal. Die Landschaft ist noch von Almwiesen und grünen Berghängen geprägt. Mit jedem Höhenmeter verändert sich jedoch das Bild.
An der Martin-Busch-Hütte wird die Hochgebirgswelt immer deutlicher. Der weitere Anstieg zur Similaunhütte führt schließlich in eine Landschaft aus Fels, Schutt, Schnee und Eis.
Mit 3.019 Metern wird die höchste Stelle der eigentlichen Etappe erreicht. Gleichzeitig ist dies der letzte Punkt der gesamten Alpenüberquerung, an dem wir die 3.000-Meter-Marke überschreiten.
Danach beginnt der lange Abstieg nach Südtirol.
Durch das Tisental geht es hinunter zum Tisenhof und weiter nach Vernagt. Am Vernagtsee zeigt sich das Schnalstal bereits von einer völlig anderen Seite.
Doch die Wanderung ist noch nicht zu Ende.
Das ursprünglich geplante Etappenziel Vernagt wird verlassen und der Weg führt weiter bis nach Karthaus.
🏞️ Charakter der Wanderung
Der Charakter dieser Etappe wird zunächst eindeutig vom Hochgebirge bestimmt.
Der Weg durch das Niedertal steigt über weite Strecken vergleichsweise gleichmäßig an. Mit zunehmender Höhe wird die Landschaft karger und alpiner. Rund um den Weg stehen mächtige Gipfel wie Kreuzspitze, Hauslabkogel, Finailspitze, Hintere Schwärze und Similaun.
Die Martin-Busch-Hütte auf 2.501 Metern bildet einen wichtigen Zwischenpunkt. Von hier verändert sich der Weg nochmals deutlich.
Die Similaunhütte liegt direkt am Niederjoch, dem Übergang zwischen Nord- und Südtirol. Die aktuelle Alpenvereinsinformation führt die Similaunhütte von der Martin-Busch-Hütte mit etwa 1:30 Stunden Gehzeit.
Nach dem Niederjoch folgt der lange Abstieg ins Tisental. Steiniges Gelände und teilweise ausgesetzte Passagen verlangen weiterhin Konzentration.
Mit dem Erreichen von Vernagt verändert sich die Landschaft erneut. Der Vernagtsee und die Kulturlandschaft des Schnalstals wirken nach der hochalpinen Welt fast wie ein anderer Abschnitt der Reise.
🗺️ Karte und Tourenverlauf
Die interaktive Outdooractive-Karte zeigt den aktuellen Verlauf der Etappe mit Höhenprofil, Wegpunkten und den technischen Tourendaten.
Die Route führt von Vent durch das Niedertal zur Martin-Busch-Hütte und weiter zur Similaunhütte am Niederjoch. Anschließend geht es über das Tisental nach Vernagt und schließlich talauswärts bis nach Karthaus.
Vent → Niedertal → Schäferhütte → Martin-Busch-Hütte → Niederjoch → Similaunhütte → Tisental → Tisenhof → Vernagt → Vernagtsee → Karthaus
🥾 Einordnung des Weges
Diese Etappe ist der dreizehnte Abschnitt der Alpenüberquerung Bregenz – Meran.
Mit dem Aufstieg durch das Niedertal zur Martin-Busch-Hütte und weiter zur Similaunhütte erreicht die Alpenüberquerung noch einmal eine der großen hochalpinen Landschaften des gesamten Weges. Am Niederjoch auf 3.019 Metern überschreiten wir zugleich den letzten 3.000er-Punkt dieser Alpenüberquerung.
Der Charakter der Landschaft verändert sich dabei deutlich. Aus dem grünen Niedertal wird eine hochalpine Welt aus Fels, Geröll, Schnee und Eis. Die umliegenden Gipfel wie Kreuzspitze, Hauslabkogel, Finailspitze, Hintere Schwärze und Similaun bestimmen das Bild.
Mit dem Übergang über das Niederjoch führt der Weg von Nordtirol nach Südtirol. Gleichzeitig folgt die Etappe einer historischen Verbindung über den Alpenhauptkamm. Das Niederjoch war lange vor den heutigen Fernwanderwegen ein Übergang zwischen den Tälern auf beiden Seiten der Alpen.
Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast auf der Südseite. Nach dem hochalpinen Übergang führt der Weg durch das Tisental hinunter zum Vernagt-Stausee und anschließend weiter in das Schnalstal. Aus der Welt der Gletscher und Dreitausender wird wieder eine von Siedlungen, Landwirtschaft und alten Verkehrswegen geprägte Kulturlandschaft.
Ursprünglich war Vernagt das Ziel dieser Etappe. Da die Unterkünfte bei unserer Planung durch die zahlreichen Wanderschulen bereits belegt waren, mussten wir jedoch noch bis Karthaus weitergehen.
Damit verbindet diese Etappe mehrere besondere Übergänge miteinander: den letzten 3.000er der Alpenüberquerung, den Wechsel von Nord- nach Südtirol, den Übergang von der hochalpinen Bergwelt in das Schnalstal und schließlich das historische Karthaus.
Die Hochalpen sind hier endgültig überwunden – der Weg führt nun weiter in Richtung Meran und damit seinem Ziel entgegen.
🧗♂️ Der Weg in Etappen
🏔️ Vent – Niedertal – Martin-Busch-Hütte
Von Vent führt der Weg zunächst über die Venter Brücke und hinein in das Niedertal.
Der Anstieg ist zunächst noch von grünen Hängen und Almflächen geprägt. Vorbei an der Schäferhütte geht es stetig höher.
Mit der Martin-Busch-Hütte auf 2.501 Metern wird ein wichtiger Stützpunkt erreicht. Sie liegt auf dem Weg zur Similaunhütte und ist auch heute ein bedeutender Ausgangspunkt für verschiedene Hochtouren.
Vent → Venter Brücke → Niedertal → Schäferhütte → Martin-Busch-Hütte
🏔️ Martin-Busch-Hütte – Similaunhütte
Von der Martin-Busch-Hütte wird die Landschaft zunehmend hochalpin.
Der Weg führt weiter in Richtung Niederjoch. Fels und Geröll bestimmen zunehmend das Gelände, während die Gipfel rund um das Niedertal immer mächtiger erscheinen.
Schließlich wird die Similaunhütte auf 3.019 Metern erreicht. Sie liegt unmittelbar am Niederjoch, dem historischen Übergang zwischen Nord- und Südtirol.
Martin-Busch-Hütte → Niederjoch → Similaunhütte
🏔️ Similaunhütte – Niederjoch – Tisental
Mit dem Niederjoch wird die Grenze zwischen Österreich und Italien überschritten.
Von hier beginnt der lange Abstieg in Richtung Tisental. Der Charakter des Weges bleibt zunächst steinig und hochalpin, bevor die Vegetation mit jedem Höhenmeter wieder zunimmt.
Der Weg führt schließlich hinunter zum Tisenhof auf 1.814 Metern.
Similaunhütte → Niederjoch → Tisental → Tisenhof
💧 Tisenhof – Vernagt
Vom Tisenhof führt der Weg weiter hinunter nach Vernagt.
Der Vernagtsee bildet dabei einen markanten landschaftlichen Übergang. Das türkisgrüne Wasser steht in starkem Kontrast zu den Fels- und Eislandschaften, die wenige Stunden zuvor noch das Bild bestimmt haben.
Tisenhof → Vernagt → Vernagtsee
🌿 Vernagt – Karthaus
Eigentlich sollte die Etappe in Vernagt enden.
Doch bei der Reservierung der Übernachtungen hatten die zahlreichen Wanderschulen bereits viele Unterkünfte belegt. Deshalb mussten wir weiter.
Der Weg führt talauswärts durch das Schnalstal bis nach Karthaus auf 1.332 Metern.
Nach dem Hochgebirge am Morgen ist die Landschaft nun endgültig südtirolerisch geprägt.
Vernagt → Vernagtsee → Schnalstal → Karthaus
📜 Sagen, Legenden und Geschichten
🏔️ Ötzi – der Mann aus dem Eis
Am 19. September 1991 entdeckten Erika und Helmut Simon am Tisenjoch auf 3.210 Metern eine menschliche Leiche, die aus dem Eis ragte. Zunächst hielt man den Fund für die Leiche eines verunglückten Bergsteigers. Erst später wurde klar, dass es sich um die über 5.000 Jahre alte Gletschermumie handelt, die heute als Ötzi bekannt ist.
Die Fundstelle liegt oberhalb des Niederjochs und ist von der Similaunhütte aus erreichbar.
Wichtig: Auf meiner Etappe habe ich die Ötzi-Fundstelle nicht besucht. Sie gehört dennoch zur Geschichte dieser außergewöhnlichen Landschaft und zum historischen Hintergrund des Niederjochs.
🐑 Ein uralter Übergang über die Alpen
Das Niederjoch war schon lange vor der modernen Alpenüberquerung ein Übergang zwischen dem heutigen Nord- und Südtirol. Die Verbindung über die Jöcher wurde unter anderem von Hirten und Schafherden genutzt.
Bis heute erinnert die traditionelle Transhumanz im Schnalstal an diese jahrhundertealte Verbindung über den Alpenhauptkamm.
🐑 Der Weg der Schafe über das Niederjoch
Das Niederjoch ist nicht nur ein historischer Übergang für Wanderer und Bergsteiger. Seit Jahrhunderten wird der Alpenhauptkamm hier auch von Schafherden überquert.
Im Frühjahr ziehen die Herden aus dem Schnalstal hinauf über die alten Übergänge und verbringen den Sommer auf den Weideflächen im österreichischen Ötztal. Im Herbst beginnt der Rückweg über die Berge zurück nach Südtirol.
Dieser traditionelle Schafübertrieb über den Alpenhauptkamm gehört zu den außergewöhnlichen Formen der Almwirtschaft im Alpenraum. Die Tiere überwinden dabei auf ihren alten Wegen die hochalpinen Übergänge, die heute auch Wanderer auf ihrer Alpenüberquerung nutzen.
So bekommt das Niederjoch eine besondere Bedeutung: Der Weg über den Alpenhauptkamm ist älter als unsere heutigen Wanderwege. Menschen und Tiere haben diese Verbindung zwischen Nord- und Südtirol über Generationen genutzt.
📖 Geschichten, die weiterleben
Auf dem Weg von Vent nach Karthaus begegnen uns nicht nur die letzten Dreitausender der Alpenüberquerung, sondern auch eine Landschaft, deren Wege seit Jahrtausenden Menschen miteinander verbinden.
Das Niederjoch erzählt von alten Übergängen, vom Leben in den Bergen und von einer Zeit, in der der Alpenhauptkamm kein Ende, sondern eine Verbindung zwischen zwei Tälern war.
Später erzählen Tisenjoch, Vernagt und Karthaus ihre ganz eigenen Geschichten – von Ötzi, vom verschwundenen Dorf unter dem Stausee und vom Kartäuserkloster, das Karthaus bis heute prägt.
Gerade diese Verbindung aus Natur, Geschichte und überlieferten Geschichten macht den Weg durch das Schnalstal zu einem besonderen Abschnitt der Alpenüberquerung.
➡️ 📖 Sagen, Legenden und Geschichten – Die Literarische Galerie
🌿 Natur und Landschaft
🏔️ Das Niedertal
Der Beginn der Etappe führt durch das Niedertal. Noch ist die Landschaft grün und von Almflächen geprägt. Die Berge stehen jedoch bereits unmittelbar vor uns.
🪨 Die Hochgebirgswelt
Mit zunehmender Höhe verschwinden die grünen Flächen. Fels, Geröll und hochalpine Geländeformen bestimmen den Weg.
Die großen Gipfel der Ötztaler Alpen bilden dabei eine beeindruckende Kulisse.
❄️ Rund um das Niederjoch
An der Similaunhütte auf 3.019 Metern befindet sich die Landschaft bereits eindeutig im Hochgebirge.
Hier treffen die verschiedenen Elemente aufeinander: Fels, Schnee, Eis und die mächtigen Gipfel der Ötztaler Alpen.
🌿 Zurück ins Tisental
Der Abstieg verändert das Landschaftsbild Schritt für Schritt.
Mit jedem Höhenmeter kehrt mehr Vegetation zurück. Aus der kargen Hochgebirgslandschaft wird wieder eine alpine Kulturlandschaft.
💧 Der Vernagtsee
Der türkisgrüne Vernagtsee bildet einen besonders markanten Punkt des Abstiegs.
Die heutige Landschaft ist allerdings auch eine Landschaft der Veränderung: Die ursprüngliche Ortschaft Vernagt musste in den 1950er-Jahren dem Stausee weichen. Bei niedrigem Wasserstand kann noch heute der Turm der ehemaligen Kapelle aus dem Wasser ragen.
🌄 Das Schnalstal
Von Vernagt nach Karthaus wird die Landschaft zunehmend südlicher.
Das Schnalstal verbindet dabei hochalpine Landschaften mit alten Höfen, Dörfern und einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft.
📸 Die schönsten Momente der Etappe
☕ Kaffee in der Sonne
Ein ruhiger Moment an der Martin-Busch-Hütte: Kaffee bestellen, in der Sonne sitzen und den Blick in die Bergwelt schweifen lassen.
Bis die Wanderschulen kamen.
🏔️ Maria kommt
Beim Zurückschauen sah ich Maria mit schnellem Schritt den Berg hinaufkommen.
Sie hatte unterwegs nicht angehalten.
Später trafen wir uns auf der übervollen Similaunhütte wieder.
🏃 Der schnelle Abstieg
Der eigentliche Höhepunkt kam beim Abstieg.
Maria spielte ihre Stärke aus und lief selbst über ausgesetzte Passagen im Laufschritt. Ich flog oberhalb der Steine dahin, während sie zwischen ihnen regelrecht wieselte.
Die Reaktion einer Französin und ihrer Begleitung – "Merde!" und "Putain!" – werde ich dabei nicht vergessen.
Bis zum Vernagt-Stausee brauchten wir gerade einmal eineinhalb Stunden.
Bis dahin war das mein schnellster Abstieg.
Nur am Chimborazo war ich später noch schneller.
🏨 Ein ungeplanter Abschluss
Eigentlich sollte Vernagt das Ende der Etappe sein.
Doch weil die Wanderschulen bei den Übernachtungen schneller gewesen waren, mussten wir weiter nach Karthaus.
Dort wartete mit dem Oberraindlhof schließlich ein Hotel, das uns für die ungeplante Verlängerung entschädigte: gutes Essen, romantische Zimmer und ein Ort, an dem dieser lange Wandertag einen würdigen Abschluss fand.
🍽️ Einkehrmöglichkeiten, Rastplätze und Übernachtung
☕ Martin-Busch-Hütte
Die Martin-Busch-Hütte liegt auf 2.501 Metern direkt am Weg durch das Niedertal und bietet eine wichtige Rast- und Einkehrmöglichkeit. Der Alpenverein führt sie als Ausgangspunkt für zahlreiche Touren im Gebiet.
🍽️ Similaunhütte
Die Similaunhütte liegt auf 3.019 Metern am Niederjoch. Sie ist der zentrale Stützpunkt des hochalpinen Abschnitts und bietet Verpflegung sowie Übernachtungsmöglichkeiten.
🥘 Tisenhof
Der Tisenhof liegt auf etwa 1.814 Metern im Tisental und bietet eine Möglichkeit zur Einkehr auf dem Abstieg.
🏨 Oberraindlhof
Oberraindlhof
Raindl 49
39020 Schnalstal, Südtirol
☎️ +39 0473 679131
Der historische Hof wird bereits seit 1581 erwähnt. Heute verbindet der Oberraindlhof historische Zimmer mit Südtiroler Küche. Das Haus beschreibt seine Küche als authentische Südtiroler und mediterrane Küche; die historischen Zimmer greifen die Geschichte des Hofes auf.
Für mich war der Oberraindlhof damals genau der richtige Ort nach dieser ungeplanten Verlängerung bis Karthaus: ein tolles Hotel, eine hervorragende Küche und romantische Zimmer.
💡 Wissenswertes zur Etappe
🏔️ Die letzte 3.000-Meter-Marke
Mit der Similaunhütte auf 3.019 Metern wird auf dieser Etappe zum letzten Mal auf der gesamten Alpenüberquerung die 3.000-Meter-Marke überschritten.
🧊 Ötzi und das Tisenjoch
Die Ötzi-Fundstelle liegt auf 3.210 Metern und damit höher als der höchste Punkt der eigentlichen Etappe. Sie ist nicht Bestandteil meines persönlichen Etappenverlaufs, sondern ein historisch bedeutender Abstecher. Der Fund erfolgte am 19. September 1991.
💧 Das verschwundene Vernagt
Die ursprüngliche Ortschaft Vernagt musste dem Stausee weichen. In den 1950er-Jahren wurden mehrere Höfe und die alte Kapelle überflutet; bei niedrigem Wasserstand kann der ehemalige Kirchturm sichtbar werden.
🏛️ Karthaus
Karthaus entstand rund um das ehemalige Kartäuserkloster Allerengelberg, das 1326 gegründet und 1782 aufgehoben wurde. Teile der Klosteranlage wie Kreuzgang, Ringmauer, Priorhaus, Klosterküche und St.-Anna-Kirche sind bis heute erhalten.
🏨 Der Oberraindlhof
Der Oberraindlhof ist ein historischer Hof, der bereits 1581 erwähnt wurde. Die heutigen historischen Zimmer und die Küche knüpfen bewusst an diese lange Geschichte an.
🏔️ Das Tisenjoch – eine besondere Möglichkeit
Wer an der Similaunhütte noch Zeit und Kraft hat, kann einen besonderen Abstecher zum Tisenjoch unternehmen.
Dort liegt auf 3.210 Metern die Fundstelle von Ötzi, der 1991 von Erika und Helmut Simon im Eis entdeckt wurde. Die Fundstelle ist über einen markierten, hochalpinen Weg erreichbar und macht die jahrtausendealte Geschichte dieses Übergangs unmittelbar erfahrbar.
Der Abstecher gehört nicht zu meinem persönlichen Etappenverlauf. Ich bin an diesem Tag nicht zur Ötzi-Fundstelle gegangen.
Für Wanderer, die ausreichend Zeit und die entsprechenden alpinen Voraussetzungen mitbringen, ist das Tisenjoch jedoch eine außergewöhnliche Ergänzung dieser Etappe.
⚠️ Hinweise zur Tour
Diese Etappe führt bis auf 3.019 Meter und damit in hochalpines Gelände.
Besonders der Abschnitt zwischen Martin-Busch-Hütte und Similaunhütte kann je nach Jahreszeit von Schnee und Eis geprägt sein. Die aktuellen Verhältnisse müssen vor dem Aufbruch geprüft werden.
Bei Gewitterneigung sollte der hochgelegene Abschnitt nicht mehr begonnen werden.
Auch beim Abstieg in Richtung Vernagt sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Steile, steinige und teilweise gesicherte Passagen verlangen bei Nässe oder Vereisung besondere Aufmerksamkeit.
Auf über 3.000 Metern können sich die Wetterbedingungen auch im Sommer sehr schnell verändern.
Für die persönliche Planung gilt außerdem: Die 9:57 Stunden aus Outdooractive sind eine Planungszeit und keine Aussage über die individuelle Gehzeit.
🎒 Ausrüstung
🥾 Etappentour
Für diese Etappe gehört eine hochgebirgstaugliche Ausrüstung in den Rucksack:
knöchelhohe Bergwanderschuhe mit gutem Profil
wasserdichte Regenjacke und Regenhose
warme Isolationsschicht
Mütze und Handschuhe
Sonnenschutz und Sonnenbrille
ausreichend Trinkwasser und Verpflegung
Erste-Hilfe-Set und Rettungsdecke
geladenes Mobiltelefon
zuverlässige Orientierung beziehungsweise Outdoor-Navigation
Grödel je nach aktueller Schnee- und Eislage
Gerade der hochalpine Abschnitt zur Similaunhütte darf nicht wie eine normale Mittelgebirgswanderung vorbereitet werden.
👉 Outdooractive – Etappe 13 und GPX-Download
🎒 Mehrtagestour
Für die gesamte Alpenüberquerung kommen zusätzlich Wechselbekleidung, warme Ersatzkleidung, Ersatzsocken, Hüttenschlafsack, Stirnlampe, persönliche Hygieneausrüstung, Ladegerät beziehungsweise Powerbank und eine kleine Reparaturausrüstung hinzu.
🧳 Gepäcktransfer
Für diese Etappe ist kein Gepäcktransfer bekannt.
🔗 Verbindung
🚌 ÖPNV
Vent ist über den Bahnhof Ötztal und anschließend mit Busverbindungen über Sölden erreichbar. Für die Rückfahrt ab Karthaus stehen Busverbindungen durch das Schnalstal zur Verfügung. Die aktuellen Verbindungen sollten für den jeweiligen Wandertag geprüft werden.
🚗 PKW
Vent ist über die A12 und das Ötztal erreichbar. Karthaus liegt im Schnalstal in Südtirol und ist über Meran und Naturns erreichbar.
🅿️ Parken
In Vent stehen Parkmöglichkeiten für Tourengeher zur Verfügung. Die aktuellen Parkbedingungen sollten vor der Tour geprüft werden.
🔄 Rückkehr zum Ausgangspunkt
Da es sich um eine Von-A-nach-B-Etappe handelt, ist die Rückkehr nach Vent mit öffentlichen Verkehrsmitteln beziehungsweise einer individuell geplanten Rückfahrt zu organisieren.
Für die konkrete Verbindung sollte der aktuelle Fahrplan am Wandertag geprüft werden.
⭐ Mein Eindruck
Diese Etappe war für mich ein besonderer Abschnitt der Alpenüberquerung.
Nicht nur, weil mit der Similaunhütte auf 3.019 Metern zum letzten Mal die 3.000-Meter-Marke überschritten wurde.
Auch der Wechsel der Landschaft bleibt in Erinnerung: morgens das hochalpine Niedertal, die Felsen und Gipfel rund um das Niederjoch – und wenige Stunden später der Vernagtsee und das Schnalstal.
Dazu kam unsere eigene kleine Geschichte: getrennt hinauf zur Similaunhütte, wieder gemeinsam hinunter und ein Abstieg, der bis dahin unser schnellster war.
Und schließlich Karthaus.
Eigentlich war Vernagt das Ziel gewesen. Doch weil die Wanderschulen bei den Übernachtungen schneller gewesen waren, mussten wir weiter. Aus der ungeplanten Verlängerung wurde mit dem Oberraindlhof ein überraschend schöner Abschluss.
So endet diese Etappe nicht einfach mit einem Haken auf der Landkarte.
Sie endet mit dem Gefühl, dass die Hochalpen hinter uns liegen.
Der letzte 3.000er ist geschafft. Südtirol hat begonnen.
