Drei-Burgentour Baden-Baden – Ein Wandertag zwischen Burgen, Felsen und Geschichten

13. September 2026 – 14 Menschen unterwegs auf den Spuren der Geschichte
Vierzehn Wanderinnen und Wanderer trafen sich an diesem Septembermorgen am Florentinerberg, unmittelbar vor den Toren des Neuen Schlosses in Baden-Baden. Das Wetter zeigte sich von seiner freundlichen Seite – genau jene Art von Spätsommertag, an dem der Schwarzwald sein schönstes Gesicht zeigen kann.
Noch lag Baden-Baden unter uns, während sich die Gruppe zum Aufbruch bereitmachte. Hinter uns die elegante Kurstadt, vor uns ein Weg, der an diesem Tag drei Burgen, Felsen, Wald und Geschichten miteinander verbinden sollte.
Geführt wurde die Wanderung von Wanderleiter und Schriftsteller Gerd Groß. Begleitet wurde die Gruppe von Petra Maurel, die mit ihrer Kamera die besonderen Augenblicke des Tages einfing und mit ihren Fotografien den Rahmen dieser Wanderung auf ganz besondere Weise bereicherte.
Der erste Schritt führte hinein in die Geschichte Baden-Badens.
Über die Staffeln der Altstadt ging es hinauf, vorbei an Häusern und Winkeln, in denen sich die Geschichte der Stadt noch heute spüren lässt. Nach und nach blieb das städtische Leben zurück. Das ehemalige Landesgartenschaugelände führte uns weiter hinauf, bis der Wald die Gruppe aufnahm.
Hier veränderte sich die Atmosphäre.
Der Weg wurde stiller, schmaler und ursprünglicher. An der Bernharduskapelle vorbei führte der Anstieg hinauf zum Alten Schloss Hohenbaden. Die mächtigen Mauern der Ruine tauchten vor uns auf – ein Ort, an dem Geschichte nicht erklärt werden muss. Man steht zwischen den alten Steinen und beginnt beinahe von selbst, sich vorzustellen, was sich hier einst abgespielt haben mag.
Und genau hier wurde aus der Wanderung mehr als nur ein Weg.
Geschichten zwischen alten Mauern
Gerd Groß verband die Landschaft mit ihren Geschichten und ließ die Vergangenheit an den Orten lebendig werden, an denen sie einst ihren Schauplatz hatte.
Eine besondere Rolle spielte dabei die Lesung aus "Die vermauerte Tür von Hohenbaden". Die Sage vom Alten Schloss bekam ihren eigenen Raum – nicht irgendwo in einem Vortragssaal, sondern dort, wo die Mauern selbst zum Teil der Geschichte werden.
So verschmolzen an diesem Tag Literatur und Landschaft miteinander.
Die alten Steine waren Kulisse, die Sage wurde zur Stimme des Ortes und die Wanderer wurden für einen Augenblick zu Zuhörern einer Geschichte, die lange vor uns begonnen hatte.
Doch Hohenbaden war erst die erste der drei Burgen.
Durch die Felsenwelt des Battert
Von der Ruine führte unser Weg weiter in die außergewöhnliche Felsenwelt des Battert. Zwischen Wald und mächtigen Felsformationen änderte sich der Charakter der Wanderung erneut.
Hier wurde spürbar, dass dieser Weg nicht nur Kulturgeschichte erzählt.
Der Battert ist ein Ort, an dem die Kräfte der Erde ihre eigene Geschichte geschrieben haben. Felsen, Wald und Ausblicke verbinden sich zu einer Landschaft, die seit Jahrhunderten Menschen fasziniert. Dazu kamen viele kleine Geschichten und Erläuterungen über Kultur, Religion und Geologie, die unterwegs immer wieder neue Blickwinkel eröffneten.
Manchmal genügte dabei schon ein kurzer Halt.
Ein Blick auf einen Felsen.
Ein Stück Mauer.
Eine Frage aus der Gruppe.
Ein Gedanke zur Geschichte dieses Ortes.
Gerade diese kleinen Momente machten den besonderen Charakter des Tages aus.
Und immer wieder war die Fotografin zur Stelle, um jene Augenblicke festzuhalten, die eine Wanderung später zu einer Erinnerung werden lassen.
Weiter zur Burg Eberstein
Nach der Felsenwelt des Battert führte uns der Weg weiter in Richtung Murgtal.
Mit jedem Schritt veränderte sich die Landschaft. Der Wald öffnete sich, Blicke wurden weiter und schließlich lag unser nächstes Ziel vor uns: Burg Eberstein.
Dort wartete die verdiente Einkehr.
Nach den Anstiegen und den vielen Eindrücken tat es gut, für eine Weile anzukommen, zusammenzusitzen und den Blick über die Landschaft schweifen zu lassen. Eine Burg ist ohnehin ein besonderer Ort für eine Rast – und an diesem Tag fühlte es sich fast so an, als hätten wir uns den Platz an der Geschichte für einen Moment selbst erwandert.
Drei Burgen waren an diesem Tag nicht einfach drei Stationen.
Sie waren drei unterschiedliche Kapitel.
Das Neue Schloss als Ausgangspunkt, Hohenbaden als steinerner Zeuge vergangener Zeiten und Eberstein als Ziel unserer Wanderung durch die Geschichte.
Teufelskanzel, Engelskanzel und zurück nach Baden-Baden
Nach der Einkehr wartete noch einmal ein völlig anderer Abschnitt auf uns.
Über Teufelskanzel und Engelskanzel führte der Weg zurück in den Wald. Namen wie diese tragen ihre eigenen Geschichten in sich. Und vielleicht liegt genau darin der Reiz solcher Wege: Man wandert nicht einfach von einem Punkt zum nächsten. Jeder Name, jeder Felsen und jede alte Mauer öffnet eine kleine Tür in eine andere Zeit.
Dann wurde es wieder stiller.
Das Rotenbachtal nahm uns auf. Der Wald begleitete uns, während wir langsam wieder in Richtung Baden-Baden hinabstiegen. Aus der wilden Landschaft kehrten wir Schritt für Schritt zurück in die Stadt.
Am Ende schloss sich der Kreis dort, wo er begonnen hatte – am Neuen Schloss.
Ein Wandertag, der geblieben ist
14 Menschen waren an diesem Sonntag gemeinsam unterwegs.
Wir hatten Burgen gesehen, Felsen bestaunt, Geschichten gehört und gelesen, über Kultur, Religion und Geologie gesprochen und zwischendurch einfach das getan, was eine gute Wanderung ausmacht: miteinander unterwegs sein.
Das freundliche Wetter gab dem Tag seinen eigenen Rahmen. Die Fotografin hielt die Bilder dazu fest. Und die Geschichten sorgten dafür, dass die Orte nicht nur vor unseren Augen lagen, sondern auch in unserer Vorstellung lebendig wurden.
Vielleicht ist das die besondere Qualität dieser Drei-Burgentour:
Man wandert durch eine Landschaft, die bereits reich an Geschichte ist – und entdeckt dabei, dass hinter den Mauern, Felsen und Wegen noch immer Geschichten verborgen liegen.
Am Ende waren wir wieder in Baden-Baden.
Doch ein Teil dieses Tages blieb oben im Wald zurück – zwischen den alten Mauern von Hohenbaden, den Felsen des Battert und dem Blick von Burg Eberstein weit über das Land.
Ein Wandertag, an dem Wege Geschichten erzählten.
