🥾 Mittelweg Etappe 3: Besenfeld – Zwieselberg
✨ Wo Wege Geschichten erzählen
Die dritte Etappe des Mittelwegs führt durch eine Landschaft, die ganz vom Wald geprägt ist. Zwischen Besenfeld, Freudenstadt und Zwieselberg erlebt man den Schwarzwald in seiner ursprünglichen Form: stille Forstwege, alte Waldsiedlungen, historische Spuren und Orte, deren Geschichte eng mit der Nutzung des Waldes verbunden ist.
Auf rund 26 Kilometern führt der Weg von Besenfeld zunächst durch die Höhen des nördlichen Schwarzwalds. Vorbei an der geheimnisvollen Ruine Königswart geht es durch ausgedehnte Wälder hinunter nach Freudenstadt, einer Stadt, deren außergewöhnlicher Marktplatz und bewegte Geschichte bis heute sichtbar sind. Anschließend führt der Mittelweg weiter über die Höhen und durch das Tal der Kleinen Kinzig bis zum Zielort Zwieselberg.
Diese Etappe erzählt besonders von den Menschen des Schwarzwalds: von Waldarbeitern, Holzfällern und den Bewohnern der kleinen Höhenorte, deren Leben über Jahrhunderte vom Rhythmus der Natur bestimmt wurde.
Zwischen alten Bäumen, historischen Wegen und stillen Tälern zeigt sich eine Seite des Schwarzwalds, die nicht laut beeindruckt, sondern durch Ruhe und Atmosphäre.
Jeder Abschnitt erzählt sein eigenes Kapitel – von Landschaft, Geschichte und den Geschichten, die in den Wäldern weiterleben.
📋 Tourensteckbrief
📍 Region:
Nordschwarzwald / Landkreis Freudenstadt
🥾 Fernwanderweg:
Mittelweg Schwarzwald
🚩 Start:
Besenfeld
🏁 Ziel:
Zwieselberg (Freudenstadt)
📏 Länge:
26,1 Kilometer
⏱️ Dauer:
ca. 6:53 Stunden
⬆️ Höhenmeter Aufstieg:
324 Höhenmeter
⬇️ Höhenmeter Abstieg:
264 Höhenmeter
⛰️ Höchster Punkt:
841 Meter
⚫🔴 Wegmarkierung:
Rote Raute mit weißem Mittelstrich
🎯 Charakter:
Mittelschwere Fernwanderetappe mit langen Waldabschnitten, historischen Orten und abwechslungsreichen Landschaftseindrücken.
🗺️ Karte & Tourenverlauf
Überblick
Die dritte Etappe des Mittelwegs verbindet die Höhenlagen rund um Besenfeld mit der traditionsreichen Schwarzwaldstadt Freudenstadt und führt anschließend weiter bis zum Zielort Zwieselberg.
Der Weg verläuft über:
- Besenfeld
- Laurentiuskirche
- Brunnentrögle
- Ruine Königswart
- Freudenstadt
- Kleine Kinzig
- Zwieselberg
Die Route zeigt den Wechsel zwischen einsamen Waldwegen, kulturellen Höhepunkten und historischen Siedlungsräumen des Schwarzwalds.
Etappenübersicht Mittelweg:
- Etappe 1: Pforzheim – Bad Wildbad
- Etappe 2: Bad Wildbad – Besenfeld
- Etappe 3: Besenfeld – Zwieselberg
- weitere Etappen folgen entsprechend der Mittelweg-Serie
(Die einzelnen Etappen besitzen eigene ausführliche Seiten.)
🌲 Die Wanderung
Die Wanderung beginnt in Besenfeld, einem Höhenort, der bereits seit Jahrhunderten an wichtigen Verkehrswegen zwischen Schwarzwald und Murgtal liegt. Schon am Ortsbeginn erinnert die Laurentiuskirche an die lange Geschichte der Siedlung.
Der Mittelweg führt hinaus aus dem Ort und hinein in die Wälder des Schwarzwalds. Nach kurzer Zeit erreicht der Wanderer die Ruine Königswart. Die Reste der mittelalterlichen Anlage liegen etwas abseits des Weges und erinnern an eine Zeit, in der Burgen die Landschaft prägten und über Täler und Handelswege wachten.
Von hier führt die Route weiter durch weitläufige Waldgebiete. Die Ruhe dieser Abschnitte macht den besonderen Reiz der Etappe aus. Es sind nicht die großen Gipfel, die diese Wanderung bestimmen, sondern die Atmosphäre der alten Wälder und die kleinen Spuren menschlicher Geschichte.
Nach längeren Waldpassagen erreicht der Mittelweg Freudenstadt. Der große Marktplatz gehört zu den bekanntesten Stadtanlagen des Schwarzwalds. Die besondere quadratische Planung der Stadt geht auf Herzog Friedrich I. von Württemberg und den Baumeister Heinrich Schickhardt zurück.
Nach einer Pause in der Stadt führt der Weg wieder hinaus in die Natur. Über Waldwege, vorbei an historischen Wegpunkten und hinunter ins Tal der Kleinen Kinzig, verändert sich erneut der Charakter der Wanderung.
Der letzte Abschnitt steigt wieder hinauf nach Zwieselberg. Der kleine Ort entstand als typische Schwarzwaldsiedlung und bildet mit seiner ruhigen Lage einen passenden Abschluss dieser Etappe.
Diese Wanderung zeigt eine besondere Seite des Mittelwegs: weniger spektakuläre Gipfel, dafür umso mehr Geschichten aus Wald, Handwerk und regionaler Geschichte.
🛏️ Übernachtungen
Die dritte Etappe endet in Zwieselberg, einer kleinen Schwarzwaldsiedlung oberhalb des Kinzigtals. Da Zwieselberg selbst nur begrenzte Übernachtungsmöglichkeiten bietet, sollte die Unterkunft frühzeitig geplant werden. Alternativ kann auch der nahe gelegene Ort Freudenstadt als Übernachtungsstandort genutzt werden, wenn eine größere Auswahl gewünscht ist.
🏨 Unterkunftsmöglichkeiten im Bereich Zwieselberg / Freudenstadt
Hotel Adler Freudenstadt
Zentrale Unterkunft in Freudenstadt. Durch die Lage am Marktplatz bietet sich das Hotel besonders für Wanderer an, die nach der Etappe noch den historischen Stadtkern erleben möchten.
Weitere Hotels und Gästehäuser in Freudenstadt
Freudenstadt bietet aufgrund seiner Bedeutung als Kur- und Tourismusort verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten. Der Ort eignet sich auch als Alternative, falls in Zwieselberg keine passende Unterkunft verfügbar ist.
Private Gästezimmer und Ferienwohnungen im Bereich Zwieselberg / Freudenstadt
Für Fernwanderer können kleinere Unterkünfte eine gute Möglichkeit sein, die Etappe individuell zu planen und den nächsten Abschnitt entspannt zu beginnen.
🏰 Historische Orte entlang des Weges
Die dritte Etappe verbindet mehrere Orte, deren Geschichte eng mit Wald, Handwerk und der Entwicklung des Schwarzwalds verbunden ist.
🏰 Besenfeld
Besenfeld liegt auf einer alten Verkehrsverbindung zwischen Murgtal, Nagoldtal und Freudenstadt. Die Höhenlage prägte über Jahrhunderte das Leben der Bewohner, das eng mit Waldwirtschaft und Landwirtschaft verbunden war.
Die Laurentiuskirche erinnert an die lange religiöse Geschichte des Ortes. Der Weg führt außerdem zur Ruine Königswart, deren Ursprünge bis ins frühe 13. Jahrhundert zurückreichen.
🏰 Freudenstadt
Freudenstadt gehört zu den bekanntesten Städten des Schwarzwalds. Die Stadt wurde 1599 von Herzog Friedrich I. von Württemberg gegründet und nach den Plänen des Baumeisters Heinrich Schickhardt angelegt.
Der große Marktplatz prägt bis heute das Stadtbild und zählt zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Region. Die wechselvolle Geschichte reicht von der Stadtgründung über Bergbau und Kurtradition bis zum Wiederaufbau nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs.
🏰 Zwieselberg
Zwieselberg ist eine typische Schwarzwald-Höhensiedlung, deren Geschichte eng mit der Arbeit der Holzhauer verbunden ist. Die Lage am Rand des Schwarzwalds zeigt die traditionelle Verbindung zwischen Mensch und Wald.
Der kleine Ort steht beispielhaft für die vielen Waldsiedlungen, die durch die Nutzung der Natur entstanden und bis heute ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben.
📜 Sagen, Legenden und Geschichten
Wo alte Wege durch Wälder führen, entstehen Geschichten. Zwischen Ruinen, Städten und stillen Schwarzwaldhöhen erzählen die Landschaften ihre eigenen Legenden.
📜 Die Wächter der Ruine Königswart
Hoch über den alten Wegen des Schwarzwalds stehen die Reste der Ruine Königswart. Die Menschen erzählen sich, dass in stillen Nächten noch immer der Geist eines alten Wächters durch die Mauern zieht. Er soll einst über das Tal und die Wege der Reisenden gewacht haben.
Manche Wanderer berichten, dass sie zwischen den alten Steinen ein leises Rauschen hören – als würde der Wald selbst von den Zeiten erzählen, als Ritter und Händler diese Wege nutzten.
📜 Der geheimnisvolle Plan von Freudenstadt
Als Freudenstadt gegründet wurde, entstand die Stadt nach einem ungewöhnlichen Plan. Die großen Straßen und der mächtige Marktplatz wirkten auf viele Menschen wie ein Zeichen, das mehr Bedeutung haben musste.
Eine alte Erzählung berichtet, dass der Baumeister Heinrich Schickhardt in den Linien der Stadt nicht nur Häuser und Plätze sah, sondern ein Abbild der Ordnung der Natur. Noch heute, so heißt es, bewahrt der Marktplatz die Erinnerung an den Traum einer Stadt mitten im Wald.
📜 Der letzte Holzhauer von Zwieselberg
Auf den Höhen rund um Zwieselberg lebten einst Menschen, deren Alltag vom Wald bestimmt wurde. Eine alte Geschichte erzählt von einem Holzhauer, der jeden Morgen als Erster in den Wald ging und jeden Abend als Letzter zurückkehrte.
Die Menschen sagten, er kenne jeden Baum und jeden Pfad. Als er eines Tages verschwand, erzählte man sich, der Wald habe ihn aufgenommen – nicht als Verlust, sondern als Teil seiner eigenen Geschichte.
🌿 Natur & Landschaft
Die dritte Etappe zeigt den Schwarzwald von seiner ruhigen Seite.
Der Weg führt durch:
🌲 ausgedehnte Waldlandschaften
⛰️ Höhenzüge des nördlichen Schwarzwalds
🌿 stille Täler und alte Siedlungsräume
💧 das Tal der Kleinen Kinzig
Besonders prägend sind die langen Waldabschnitte zwischen Besenfeld und Freudenstadt. Hier erlebt man die typische Atmosphäre der Schwarzwälder Höhenwege: Ruhe, Weite und die Verbindung zwischen Mensch und Natur.
📸 Höhepunkte der Wanderung
📍 Ruine Königswart
Historischer Ort mit Blick über die Landschaft des Murgtals.
📍 Freudenstadt Marktplatz
Einer der beeindruckendsten Stadtplätze des Schwarzwalds.
📍 Waldwege zwischen Besenfeld und Freudenstadt
Lange stille Abschnitte durch die typischen Schwarzwälder Wälder.
📍 Waldgeschichtspfad und Teuchelwald
Ein Abschnitt, der die Verbindung zwischen Wald, Mensch und Geschichte sichtbar macht.
📍 Zwieselberg und Kleine Kinzig
Ruhiger Abschluss der Etappe in einer traditionellen Schwarzwaldlandschaft.
🍽️ Einkehrmöglichkeiten und Rastplätze
Auf dieser Etappe bieten sich besonders die Einkehrmöglichkeiten in Freudenstadt sowie einzelne Rastplätze entlang der Waldstrecke an.
Wichtige Rastpunkte sind unter anderem:
- Brunnentrögle mit Rastplatz und Schutzhütte
- Jägerhütte
- Waldcafé im Bereich Teuchelwald
Da große Teile der Strecke durch Waldgebiete führen, sollte ausreichend Verpflegung mitgeführt werden.
💡 Wissenswertes
Die dritte Etappe des Mittelwegs verbindet die stillen Höhenlagen des Schwarzwalds mit einem kulturellen Höhepunkt: der Stadt Freudenstadt.
Besondere Merkmale dieser Etappe:
- Wechsel zwischen einsamen Waldwegen und historischen Orten
- Besuch der Ruine Königswart als Zeugnis mittelalterlicher Geschichte
- Freudenstadt mit seinem außergewöhnlichen Marktplatz als kultureller Mittelpunkt
- traditionelle Schwarzwaldlandschaften rund um Zwieselberg
Der Mittelweg gehört zu den ältesten Fernwanderwegen des Schwarzwalds und verbindet auf seiner gesamten Länge Pforzheim im Norden mit Waldshut am Hochrhein.
Die rote Raute mit weißem Mittelstrich begleitet Wandernde zuverlässig durch die verschiedenen Landschaftsräume.
Für Fernwanderer ist diese Etappe besonders interessant, weil sie zeigt, wie eng Natur und Kultur im Schwarzwald miteinander verbunden sind: Der Wald ist nicht nur Kulisse, sondern seit Jahrhunderten Lebensraum, Arbeitsplatz und Heimat der Menschen.
🎒 Ausrüstung
Fernwanderung T1–T3
Für diese Etappe wird eine der Jahreszeit entsprechende Wanderausrüstung empfohlen:
- Wanderschuhe mit gutem Profil
- wetterfeste Kleidung
- Rucksack mit Regenschutz
- Erste-Hilfe-Set
- Navigation (Karte/GPS oder Outdooractive-App)
- Trinkflasche
- Sonnenschutz
- Regenbekleidung
Lange Fernwanderungen
Zusätzlich empfehlenswert:
- größerer Rucksack
- Wechselkleidung
- Stirnlampe
- Powerbank
- zusätzliche Verpflegung
- persönliche Medikamente
Bei einer mehrtägigen Wanderung auf dem Mittelweg empfiehlt sich außerdem eine durchdachte Planung des Gepäcks. Wer mit leichterem Rucksack unterwegs sein möchte, kann Möglichkeiten des Gepäcktransports nutzen.
Eine ausführliche Packliste für Fernwanderungen bietet Outdooractive:
https://www.outdooractive.com/de/knowledgepage/packliste-fuer-fernwanderungen/803135181/
⭐ Mein Eindruck
Die dritte Etappe des Mittelwegs zeigt eine besonders typische Seite des Schwarzwalds.
Nach den Moorlandschaften rund um Kaltenbronn verändert sich der Charakter des Weges erneut. Die großen Wälder, die alten Siedlungen und die historischen Spuren erzählen von einer Landschaft, in der der Mensch seit Jahrhunderten mit der Natur verbunden ist.
Der Abschnitt über Freudenstadt bringt einen schönen Kontrast: Nach langen ruhigen Waldwegen öffnet sich der Weg zu einer Stadt mit Geschichte, Architektur und besonderer Atmosphäre.
Besonders eindrucksvoll finde ich den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Eine mittelalterliche Ruine, ein historischer Marktplatz und stille Waldwege liegen auf einer einzigen Etappe eng beieinander.
Diese Wanderung zeigt, was den Mittelweg ausmacht: Nicht nur die Entfernung zwischen zwei Orten zählt, sondern die Geschichten, die man unterwegs entdeckt.
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✨ Literaturwelten & Hörfassungen
Jeder Weg besitzt seine eigene Stimme.
Die Wanderungen der Literarischen Galerie verbinden Landschaft, Geschichte und Erzählung miteinander. Orte werden zu Schauplätzen, Wege werden zu Geschichten und die Landschaft erhält eine zusätzliche Ebene durch Worte und Bilder.
Gerade auf Fernwanderwegen entsteht so eine besondere Verbindung: Man wandert nicht nur durch eine Region – man begegnet ihrer Vergangenheit, ihren Menschen und ihren Geschichten.
© Gerd Groß – Die literarische Galerie
