📜 Das Ting der drei Felsen – 
Kapitel 1 Brockenfelsen

Eine mystische Sage um Macht, Machtverlust und die Weisheit der Natur.

Für Zuhörer ab 10–12+

© 16.10.2026 Gerd Groß

🧭 Die Wanderung als Erzählraum

Diese Sage folgt einer realen Wanderroute.
Jede Station der Wanderung entspricht einem Kapitel der Geschichte.

Der Weg ist damit nicht nur Kulisse, sondern Teil der Handlung.


📍 Die Örtlichkeit erleben in Bilderwelten

🔗 Hotspot: Brockenfelsen, Falkenfelsen, Eulenstein, Paradiesweg und Gertelbach-Wasserfälle

Ein Hörerlebnis der besonderen Art. Folgen sie den Wegen und erleben die Wanderung neu.


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Diese WanderSage ist Teil von:


💨 Kapitel 1 – Brockenfelsen: Der Wind, der sich übergangen fühlte

📍 Brockenfelsen

Die Wandergruppe erreicht den Gipfel des Brockenfelsens. Der alte Mann bleibt stehen und deutet hinaus ins Tal.

"Genießt das Panorama über das Bühlertal. Von hier oben sieht die Welt friedlich aus, findet ihr nicht?"

Er lässt den Blick über die Landschaft schweifen. Dann wendet er sich wieder der Gruppe zu.

"Aber wisst ihr, dass es hier auch einmal ganz andere Zeiten gegeben haben soll? Zeiten, in denen nicht alles so friedlich war, wie es heute scheint?"

Er wartet einen Augenblick, bevor er weiterspricht.

"Er hat es nie verwunden."

Der alte Mann betrachtet den mächtigen Felsen, als lausche er einer Stimme, die nur er hören kann.

"Einer der drei Brüder, von denen ich euch erzählt habe. Hier, an diesem Felsen, soll er sich oft aufgehalten haben. Allein, wenn er seine Ruhe brauchte. Oder wenn er mit seinen Brüdern haderte."

Er schweigt einen Moment.

"Man erzählt sich, dass er sich betrogen fühlte. Um etwas, das ihm zustand. Etwas, das die anderen ihm versprochen hatten. Doch als die Zeit gekommen war, wollten sie nichts mehr davon wissen."

Der Alte streicht mit der Hand über das raue Gestein.

"Er fühlte sich übergangen, verspottet und um seinen Anteil gebracht. Und je länger er darüber nachdachte, desto größer wurde sein Zorn."

Ein Windstoß fährt durch die Bäume.

Der Alte senkt die Stimme.

"Manchmal soll er hier gestanden und seine Brüder verflucht haben."

Dann hebt er den Kopf und beginnt, mit einer tiefen, rauen Stimme zu sprechen, als würde er die Worte des Bruders selbst wiedergeben.

"Meine Brüder! Immer meine Brüder! Sie nehmen, was ihnen gefällt, und lassen mich zurück, als wäre ich der Geringste unter ihnen. Sie reden von Gerechtigkeit, wenn es ihnen nützt, und vergessen ihre eigenen Worte, sobald sie bekommen haben, was sie wollen."

Er ballt die Hände.

"Sie glauben wohl, ich hätte vergessen, was sie mir angetan haben? Sie glauben, die Zeit würde ihre Schuld begraben? Nein! Ich erinnere mich an jedes Wort, an jedes Versprechen und an jeden Blick, mit dem sie mich zum Narren hielten."

Seine Stimme wird lauter.

"Sie sollen sich nicht länger sicher fühlen. Sie sollen erfahren, was es bedeutet, wenn man einen Bruder zum Feind macht!"

Der Wald verstummt.

Kein Vogel singt mehr. Die Luft scheint schwer zu werden, und hoch über den Baumwipfeln schieben sich dunkle Wolken zusammen.

Der alte Mann schweigt. Die Wanderer blicken hinauf in den Himmel.

Ihr fragt euch: "Was ist dann geschehen?"

"Das weiß niemand genau. Die einen sagen, er habe seine Macht nicht länger zurückhalten können. Andere behaupten, seine Brüder hätten ihn so weit getrieben, dass er nicht mehr wusste, was er tat."

Er stützt sich auf seinen Wanderstock.

"Sicher ist nur, dass sein Zorn nicht ohne Folgen blieb."

Ein heftiger Windstoß fährt über den Felsen. Äste knacken, Blätter wirbeln durch die Luft, und ein dumpfes Grollen rollt durch die Berge.

Der alte Mann blickt hinüber zu den Bäumen, deren Kronen sich im Wind bewegen.

"Man erzählt sich, dass sich selbst der stärkste Baum einer Kraft beugen muss. So mächtig seine Wurzeln auch sein mögen, so hoch seine Krone in den Himmel ragt – irgendwann kommt etwas, dem er nicht standhalten kann."

Er schweigt kurz und lässt seinen Blick über das Bühlertal schweifen.

"Erinnert ihr euch noch, wie es hier vor vielen Jahren aussah?"

Der alte Mann blickt noch einmal über das Bühlertal.

"Wir müssen weiter, die Sonne hat ihren Lauf."


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🌍 Realwelt trifft Mythos

[Bühlertal/ Nordschwarzwald] bildet die reale Grundlage dieser Wanderung.
Die Sage ist eine narrative Verdichtung des Weges selbst.


🧭 Einordnung

Diese Erzählung gehört zur Sammlung der
👉 Sagen & Mythen und Erzählwelten aus dem Schwarzwald


🌐 Kontext

Der Schwarzwald ist nicht nur Landschaft, sondern ein Raum voller Geschichten, die zwischen Realität und Legende existieren.



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